Kategorie: Deutsch

Divina Commedia

DIVINA COMMEDIA, ein harter Film, zentral gelegen, aber ganz Western, genügend selbstzufrieden und in der Abwesenheit des Mitleidens wirklich divin. Günter Eich, aus: Die Gedichte. Die Maulwürfe. Hrsg. Axel Vieregg (Gesammelte Werke in vier Bänden. Revidierte Ausgabe, Bd. 1). Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1981, S. 287

Friedrich Schröder-Sonnenstern

Kalenderarbeit ist Arbeit am (Gegen-)Kanon. Nicht immer einfach, zwischen all den Brecht Goethe Quevedo Schlegel Brentano Mallarmé usw., die alle schätzenswert sind, Namen von Frauen aufzufinden. Oder Namen aus den sogenannt kleinen oder exotischen Sprachen, für die es außerhalb ihres Sprachraums nicht so viele… Continue Reading „Friedrich Schröder-Sonnenstern“

Septembermorgen

Eduard Mörike (8. September 1804 Ludwigsburg – 4. Juni 1875 Stuttgart) Septembermorgen Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen.

Ein Lied von der Erbsünde

Text von Lazarus Spengler (1524), vertont u.a. durch Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude. Lazarus Spengler (* 13. März 1479 in Nürnberg; † 7. September 1534 ebenda) war ein früher Förderer der Reformation in Nürnberg und wurde 1520 zusammen mit Luther mit päpstlichem Bann… Continue Reading „Ein Lied von der Erbsünde“

Krampf im Geisterkampf

Ende der Geschichte. Im 21. Jahrhundert diskutiert man über Gedichte, als könnte oder dürfte man nicht zwischen objektiver und subjektiver, manieristischer oder Kasuallyrik, galanter und empfindsamer, klassischer Erlebnis- oder Gedankenlyrik, artistischer, symbolistischer, engagierter oder Nonsenselyrik, rhetorischer oder Ausdruckslyrik unterscheiden und Dinggedicht, Aleatorik, Konstellation, konkrete,… Continue Reading „Krampf im Geisterkampf“

Sagt, sagt es ihr für mich

Ein Sonett des französischen Dichters Pierre de Ronsard (* 6. September 1524 im Château de la Possonnière bei Couture-sur-Loire; † 27. Dezember 1585 im Priorat Saint-Cosme bei La Riche, Touraine) in der Nachdichtung von Martin Opitz und im Original. Sonnet. (…) Welches zum theil… Continue Reading „Sagt, sagt es ihr für mich“

Ein Briefgedicht von Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (5. September 1774 Greifswald – 7. Mai 1840 Dresden) Aus Caspar David Friedrichs Nachlaß. Mitgeteilt von Friedrich Aubert. (…) Einfachheit, Einheitlichkeit — so ist Friedrichs Kunst, so ist Friedrichs Persönlichkeit, so ist auch sein Leben. Es ist mit ihm so wie… Continue Reading „Ein Briefgedicht von Caspar David Friedrich“

Von Hamann über Bobrowski zu Meister und zurück

Johann Georg Hamann (27. August 1730 Königsberg – 21. Juni 1788 Münster) Ernst Meister (3. September 1911 Haspe – 15. Juni 1979 Hagen) Johannes Bobrowski (9. April 1917 Tilsit – 2. September 1965 Berlin) Ernst Meister, Zwei Gedichte aus „Wandloser Raum“ Über dem ersten… Continue Reading „Von Hamann über Bobrowski zu Meister und zurück“

Die Gedichte dieses Mannes

Ernst Jandl urteil die gedichte dieses mannes sind unbrauchbar. zunächst rieb ich eines in meine glatze. vergeblich. es förderte nicht meinen haarwuchs. daraufhin betupfte ich mit einem meine pickel. diese erreichten binnen zwei tagen die größe mittlerer kartoffeln. die ärzte staunten. daraufhin schlug ich… Continue Reading „Die Gedichte dieses Mannes“

Gelernt

Eigentlich wollte ich heute Bobrowski posten, Todestag 1965. Aber mir ist grad nach Inge Müller. Ein kurzes Stück, den kurzen Titel laß ich mal weg. Ach was, heute nur die erste Strophe. Inge Müller (13. März 1925 Berlin – 1. Juni 1966 Berlin) Gelernt… Continue Reading „Gelernt“

Der Ritt

August Stramm (29. Juli 1874 Münster – 1. September 1915 gefallen bei Horodec östlich Kobryn, heute Weißrussland) Der Ritt Die Äste greifen nach meinen Augen Im Einglas wirbelt weiß und lila schwarz und gelb Blutroter Dunst betastet zach die Sehnen Kriecht schleimend hoch und… Continue Reading „Der Ritt“

Übungen in Bescheidung

Vor Gericht

Johann Wolfgang Goethe Kein Opfer, keine elende, bemitleidenswerte Existenz, sondern eine selbstbewußte junge Frau, das ist selten auch in der Literatur des Sturm und Drang. Dieses Gedicht wagte Goethe erst 1815 zu veröffentlichen, versteckt in einer Werkausgabe zwischen zwei scherzhaften erotischen Gedichten. VOR GERICHT… Continue Reading „Vor Gericht“

L&Poe 21 | September 2017

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tageszeitung, jetzt als Magazin mit Nachrichten aus der Welt der Poesie und der Poesie der Welt. Poetry is news that stays news, sagt Pound. Heute zwei Schwerpunkte. Vor 150 Jahren starb… Continue Reading „L&Poe 21 | September 2017“

Slave to the rhythm

Hansens Flaschenpost Kolumne von Dirk Uwe Hansen. Er unterrichtet an der Universität Greifswald. Zuletzt erschien: wolkenformate. Frankfurt/Main: gutleut, 2016 „It’s all in the rhythm” — oder so ähnlich, ich zitiere aus dem Gedächtnis: Dieser Satz von Edith Sitwell gehört zu meinem großen Fundamentalwahrheiten. Es ist immer zuerst… Continue Reading „Slave to the rhythm“