Schlagwort: Gottfried Keller

„Reinstes Gold der Lyrik“

Gottfried Keller ist ein sehr vielseitiger Dichter. Natur- und Liebesgedichte finden sich ebenso wie polemische Sonette, politisch Streitlustiges, Pathos und verspielte Gaselen, Ironie und Melancholie und Gelegenheitsgedichte zu öffentlichen Festen. Alles das ist „Lyrik“, aber im engeren Sinne am (Lyrik, Lyriker, -) „lyrischsten“ wohl…

Die Aufgeregten

Noch eins von dem großen Gottfried Keller. Anderer Ton. Die Aufgeregten Welche tief bewegten Lebensläufchen, Welche Leidenschaft, welch wilder Schmerz! Eine Bachwelle und ein Sandhäufchen Brachen gegenseitig sich das Herz! Eine Biene summte hohl und stieß Ihren Stachel in ein Rosendüftchen, Und ein holder…

Zum 200. Geburtstag von Gottfried Keller

Gottfried Keller (* 19. Juli 1819 in Zürich; † 15. Juli 1890 ebenda) Geübtes Herz Weise nicht von dir mein schlichtes Herz, Weil es schon so viel geliebet! Einer Geige gleicht es, die geübet Lang ein Meister unter Lust und Schmerz. Und je länger…

Alte Weise

Gottfried Keller Alte Weisen 6 TRETET EIN, HOHER KRIEGER Tretet ein, hoher Krieger, Der sein Herz mir ergab! Legt den purpurnen Mantel Und die Goldsporen ab. Spannt das Ross in den Pflug, Meinem Vater zum Gruss! Die Schabrack‘ mit dem Wappen Gibt‘ nen Teppich…

Sinngedicht (Ins Moderne, Bequeme, Zierliche)

Am 19. Juli 1819 wurde Gottfried Keller geboren. Heute kein Gedicht, sondern der Anfang des Novellenzyklus „Das Sinngedicht“. Erstes Kapitel Ein Naturforscher entdeckt ein Verfahren und reitet über Land, dasselbe zu prüfen Vor etwa fünfundzwanzig Jahren, als die Naturwissenschaften eben wieder auf einem höchsten Gipfel…

67. Vergangenheit der Dichtung

Eine Stimme von 1905: Romanlektüre ist zur gesellschaftlichen Mode geworden, beinahe eine Pflicht. Man treibt sie um des Reizes der Spannung willen und weil man zuweilen in die Verlegenheit gerät, vom Inhalte Zeugnis ablegen zu müssen. Ich weiß, daß viele unter höheren Gesichtspunkten lesen,…

77. Hebräische Bosheit

Gleichzeitig berief sich die literarische Emigration auf den Dichter, der in der Zeit des Nationalsozialismus beispielhaft ein anderes Deutschland repräsentieren konnte. Auch der jüdische Literaturwissenschafter Jonas Fränkel positionierte sich auf dieser Seite, als er in Emil Oprechts Verlag sein Buch «Gottfried Kellers politische Sendung»…

76. Streit um Keller

Keller liess sein Testament im Januar 1890 notariell beglaubigen. Ein halbes Jahr später starb er. Die Überraschung bei der Testamentseröffnung war perfekt. Der Dichter hatte den Grossteil seines Vermögens und alle «aus dem Verlagsrechte meiner litterarischen Werke herfliessenden Einkünfte» dem Hochschulfonds des Kantons Zürich…

110. Technische Zeit

Der Literaturhistoriker Uwe-K. Ketelsen, der bis vor einigen Jahren noch in Bochum lehrte, hat nun einen schmalen Sammelband vorgelegt, der im Jahr 1929 als Jahresgabe des „Essener Bibliophilen-Abends“ erschienen ist. Die noch im Reprint bewundernswürdige Ausstattung des Bandes von 1929 besorgte Max Buchartz, die…