Tag: 25. November 2009

134. Zeilen

Mein zweiter Freund (sorry, folks!) ist auch ein Dichter, auch ein Sprachspieler, und auch er pflegt den Österreich-Schmäh. Nur ist er kein Prophet mehr, das ist vorbei. Dafür hat man ihn auch nicht in Moskau hingerichtet. Er heißt Ernst Jandl,  sein Vokalspiel (eins seiner… Continue Reading „134. Zeilen“

133. Überraschungsgast

Was ist eine „virtuelle“ Lesung? Die Texte waren ja „wirklich“ zu hören (nehme ich an, ich hab noch keine Berichte). Was ist eine „virtuelle“ Moderation? Ich hab in meinem Arbeitszimmer in Greifswald gesessen, mir die Videos angesehen, in Büchern und Zeitschriften geblättert und dann… Continue Reading „133. Überraschungsgast“

132. Herta Müller schneidet aus

Auf der Suche nach den prägnantesten Wörtern für ihre Bücher schneidet Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (56) Zeitungsartikel klein und setzt die Schnipsel dann zu neuen Sätzen zusammen. Beim Kleben dieser Kollagengedichte gingen ihr die Wörter von der Hand in den Kopf. «Das Wort schaut mich… Continue Reading „132. Herta Müller schneidet aus“

131. Johanna Schwedes

(Fortsetzung der Autorenvorstellung für die „virtuelle“ Lesung in Leipzig gestern abend) Die jüngste heute vortragende Autorin – also abgesehen von Sibylla Schwarz – ist Johanna Schwedes, dafür steht sie auch als einzige lebendig vor Ihnen. Sie wurde 1979 in Frankfurt/Main geboren. Sie veröffentlichte Texte… Continue Reading „131. Johanna Schwedes“

130. Nabokovs Puschkin

Unzufrieden mit den bestehenden «Eugen Onegin»-Übersetzungen, hatte sich Nabokov 1949 selbst ans Werk gemacht, und zwar mit dem Ziel, die Sinnverteilung des Originals möglichst beizubehalten, wodurch etwa der Reim wegfiel. Wie eine Lupe sollte seine Übertragung wirken, wobei der Kommentar nicht nur zum philologischen… Continue Reading „130. Nabokovs Puschkin“

129. Lesung in München

Am Freitag, 27.11., 20.00 Uhr lesen: Karin Fellner (München) Gerald Fiebig (Augsburg) Stefan Schmitzer (Graz) Tom Schulz (Augsburg) aus: alles außer Tiernahrung – Neue Politische Gedichte im CORD CLUB, Sonnenstraße 18, München

128. Ägypten und der Wahhabismus

Zweitens sehe ich die Wurzeln des religiösen Fanatismus eher im saudisch-wahhabitischen Einfluss – der borniertesten, rückständigsten und aggressivsten Interpretation des Islam. In Ägypten hatten wir unsere eigene religiöse Entwicklung, die Ende des 19. Jahrhunderts mit Mohammed Abduh einsetzte: Er hat wirklich alle Türen für… Continue Reading „128. Ägypten und der Wahhabismus“

127. Rap-Renaissance im Ruhrgebiet mit Masta Ace

„Der wahre Untergrund wurde nie ausgegraben“. Zwecks dieser Feststellung kehren SOUNDBWOY BOOGIE UND DER E1NE mit nachgeladenem Lyrikmagazin auf die Landkarte des Raps zurück. Für die erste Single des in Kürze erscheinenden zweiten Albums verpflichteten SOUNDBWOY BOOGIE UND DER E1NE mit MASTA ACE eine… Continue Reading „127. Rap-Renaissance im Ruhrgebiet mit Masta Ace“

126. Mischsprache

Dieser Prozess des Fortschreibens bzw. Umschreibens lässt sich in einer schönen zweisprachigen Ausgabe des Urs-Engeler-Verlags nachvollziehen, die überdies den späten Zyklus «Dunckler Enthusiasmo» enthält. Sie gewährt faszinierenden Einblick in die Werkstatt des Dialektdichters Pasolini – und in die des Nachdichters Christian Filips. Um es… Continue Reading „126. Mischsprache“

125. Unterlassungsorte

Dies sind Gedichte einer unbewaffneten Nachbarschaft. Der Dichter ist nicht unberührt vom Grau bürgerlicher Mittellagen, aber zwischen Alltagszwang und Befreiungswunsch, zwischen Traumzeit und Leistungszeit herrscht, währenddessen uns die Jahre unbemerkt vergehen, der rege Verkehr der nützlichen Illusionen: »Immer noch bin ich versucht,/ zu denken:… Continue Reading „125. Unterlassungsorte“