Kategorie: Schweiz

Man klagt

„Man klagt, daß unsere Poeten nicht ernst genommen werden, vor allem die lyrischen“, stellte Max Frisch 1947 fest. Er fand das ganz in Ordnung – bei „Poeten, die Poesie machen, die hinter ihrem und unserem Bewusstsein zurückbleibt“. Das will sich heute kein Lyriker und… Continue Reading „Man klagt“

Ossip Mandelstam. A Performance

Am ADC in Genf würdigt „Ossip Mandelstam. A Performance“ den großen russischen Dichter. Vier Menschen sitzen auf behelfsmäßigen Stühlen um einen Holztisch. Drei Tänzer, die gleich der Stimme von Ossip Mandelstam (1891-1938) Körper verleihen werden. Es spricht der Schauspieler Bruce Myers, dessen Karriere untrennbar… Continue Reading „Ossip Mandelstam. A Performance“

So ein blassgrünes Buch

Endlich eine Rezension, die ihre – starken – Wertungen nicht aus den gängigen Klischee- und Ressentimentkisten holt. Über die man also streiten könnte, ohne sich auf die festen Standpunkte irgendwelcher binär aufgestellter Lager zu begeben. Beiträge zur Vermessung der Anthologien-, der Lyrikszene. Hier ein paar der… Continue Reading „So ein blassgrünes Buch“

Arthur Lourié Newsletter

Arthur Lourié Newsletter #4 März / March 2016 Liebe Freunde von Arthur Lourié Wir gedenken heute der russischen Dichterin Anna Achmatowa, die vor 50 Jahren, am 5. März 1966, gestorben ist. Achmatowa, die „Königin der russischen Literatur“, war eine enge Freundin (und auch lebenslang die… Continue Reading „Arthur Lourié Newsletter“

Mütze

Es geht also um Mütze #11, die aktuelle Ausgabe jener Literaturzeitschrift, auf die ich nicht mehr verzichten kann, weil sie mein Bewusstsein jedes Mal derart ablenkt, dass ich meine Gedanken neu zusammenfügen muss. Ähnlich geht es mir bei der Lektüre des Schreibheftes. Und merkwürdigerweise… Continue Reading „Mütze“

Schweizer Literaturpreise 2016

U.a. für Massimo Gezzi (hat u.a. die Poesiebände Il mare a destra und L’attimo dopo veröffentlicht sowie den dreisprachigen Gedichtband In altre forme/En d’autres formes/In andere Formen) Leta Semadeni (schreibt vorwiegende Lyrik, romanisch oder deutsch) Mehr Der Spezialpreis Übersetzung 2016 geht an Hartmut Fähndrich für… Continue Reading „Schweizer Literaturpreise 2016“

Eine der vielen

… Geschichten um Dada hat 1921 Hans Arp aufgezeichnet: «Ich erkläre, dass Tristan Tzara das Wort DADA am 8. Februar 1916 um 6 Uhr abends eingefallen ist; ich war mit meinen 12 Kindern dabei, als Tzara zum ersten Mal dieses Wort aussprach, das in uns… Continue Reading „Eine der vielen“

100 Jahre Dada (4)

DADA ist ein Schatz, der immer neu und nicht so leicht zu heben ist. Eines seiner Freude- und Sinn-Potentiale wurzelt in der Kindlichkeit, die für den DADA-Erfinder Hugo Ball Quelle und Versprechen ist: „Alle Träume der Kindheit sind selbstlos und gelten der Wohlfahrt und… Continue Reading „100 Jahre Dada (4)“

100 Jahre Dada (3)

An jenem Wintertag in der kriegsneutralen Schweiz traf man sich in einer zuvor ungenutzten Bierkneipe in der Züricher Innenstadt, im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1. Es war dunkel, das Licht schummrig, die Wände obendrein schwarz gestrichen: womöglich auch eine leicht verspätete Spur der Fin-de-Siècle-Stimmung in… Continue Reading „100 Jahre Dada (3)“

100 Jahre DADA (1)

Kappel feiert 100 Jahre Dadaismus, also jene Kunst- und Literaturrichtung, die für die Freiheit der Kunst eintrat und in der Kunst das Irrationale betonte. Am 5. Februar 1916 standen im Cabaret Voltaire in Zürich Männer auf der Bühne und sprachen eigenartige Gedichte. Hugo Ball… Continue Reading „100 Jahre DADA (1)“

Sensers Lyrik

Armin Sensers Lyrik ist komplexer geworden, vertrackter, gedankenreicher. «Der Gedanke ist ein Liebhaber der Poesie», heisst es in dem nämlichen Aufsatzband. Wohl in keinem Band zuvor hat Senser, der immer schon zu einer diskursiven, argumentativen und bildarmen Gedankenlyrik neigte, die Schönheit des Denkens und… Continue Reading „Sensers Lyrik“

Zwei Ansichten

Über die Anthologie Lyrik von jetzt 3 – Babelsprech Formale Grenzen des Gedichts scheinen endgültig aufgehoben. Was auf knapp dreihundert Seiten zu lesen ist, zeigt eine Vielfalt, wie man sie so noch nicht bestaunen konnte. Waren bisher deutliche oder indirekte Anknüpfungen an tradierte Formen, an… Continue Reading „Zwei Ansichten“

Ilma Rakusa wird 70

Es war in Nagoya, in Zentraljapan, dass ich Ilma Rakusa endgültig ins Herz schloss. Ich hätte fast geschrieben: mich in sie verliebte, aber das geschah erst später, als ich schon eine literarische Figur aus ihr gemacht hatte. Als solche nenne ich sie Ima, was… Continue Reading „Ilma Rakusa wird 70“

… und Lyrik

Lyrik als Reflexionsraum auf engstem Raum, das gefällt mir. Die Gefahr bei falsch verstandener Lyrik ist halt oft, dass sie ins „Versli-Brünzler-Hafte“ abrutscht, das wirkt dann ziemlich antiquiert – aber davon sind auch junge Rapper und Slamerinnen nicht gefeit, wie ich oft mit Schrecken… Continue Reading „… und Lyrik“

Klaus Merz über Politik…

Ich habe mich eigentlich nie nur auf meinen Kanton fokussiert. Sicher ist er eher reaktionärer geworden. Von den 70er bis zu den späten 90er Jahren herrschte, meine ich, politisch und kulturell ein etwas offeneres Klima, die Auseinandersetzungen jedenfalls waren „lüpfiger“ und weniger gehässig als… Continue Reading „Klaus Merz über Politik…“