Thilo Krause gewinnt den ZKB Schillerpreis 2016

Der mit 10’000 Franken dotierte ZKB (Zürcher Kantonalbank) Schillerpreis geht im Jahr 2016 an Thilo Krause. Der Autor wird für seinen Gedichtband „Um die Dinge ganz zu lassen“ ausgezeichnet: Das Werk verdichtet Gedankensplitter, Alltagssituationen und Stimmungen hintersinnig und bilderreich.

Der ZKB Schillerpreis wird jedes Jahr durch die Zürcher Kantonalbank auf Vorschlag des Stiftungsrates der Schweizerischen Schillerstiftung ausgerichtet. Der Literaturpreis zeichnet im Kanton Zürich lebende Autorinnen und Autoren für Werke von herausragender literarischer Qualität aus.

Der diesjährige Preis geht an Thilo Krause. Der Autor lebt in Zürich und wurde 1977 in Dresden geboren. Für seinen ersten Gedichtband „Und das ist alles genug“ erhielt er im Jahr 2012 einen Eidgenössischen Literaturpreis. Für „Um die Dinge ganz zu lassen“ (poetenladen Verlag, 2015) hat Krause mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. einen Anerkennungsbeitrag des Kantons Zürich, eine Anerkennungsgabe der Stadt Zürich, sowie den Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg. Der Autor ist von Haus studierter Wirtschaftsingenieur (Dresden und London) und hält eine Promotion der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

Die Schweizerische Schillerstiftung begründet ihre Wahl wie folgt:

In „Um die Dinge ganz zu lassen“ sind Alltagsgedichte von einnehmender Schönheit und Tiefe versammelt, die mit Staunen und Reflexion den Blick auf Gegenwart und Erinnerung, Wachen und Träumen, Stadt und Land sowie Licht und Dunkelheit richten und das Dasein in seiner Flüchtigkeit fassen – ohne grosse Worte, Töne und Gesten, aber mit Sprachskepsis, Lakonie und Traditionsbewusstsein. Thilo Krause gehört weder zu den Avantgardisten noch zu den Revoluzzern unter den Dichtern. Die Brisanz seiner Dichtung liegt in der Luzidität und Stille der Gedanken, Beobachtungen und Worte.

Die Preisübergabe erfolgt am Montag, 23. Mai 2016 im Literaturhaus Zürich.

One Comment on “Thilo Krause gewinnt den ZKB Schillerpreis 2016

  1. Alle Abende ballen sich
    in der Höhe Gewitter.
    Wäsche leuchtet aus den Gärten.
    Alle Abende saßen wir draußen
    unsere Gesichter winzig
    in den Rundungen der Gläser.
    Auf der alten Schaukel am Baum berührte ich
    mit den Fersen den Tag, mit den Zehen die Nacht.

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