Kategorie: Europa

16. Ein Aufbruch

Wohl kaum ein lyrischer Aufbruch wurde so stiefmütterlich behandelt wie der von Arno Holz und seinen Mitstreitern. Einzig er selbst fristet, verkürzt als Naturalist etikettiert, im germanistischen Kanon eine Randexistenz. Der Stil der Dichtergruppe wurde damals sofort von konservativen Geistern als Verirrung abgelehnt. Der… Continue Reading „16. Ein Aufbruch“

13. Veilchenschoß

Sappho, Frg. 30 Voigt Mädchen … die ganze Nacht … deine Liebe besingen und die der jungen Frau mit dem Veilchenschoß. Doch aufgestanden … geh zu deinen Freunden … Soviel wie die hellstimmige … Schlaf wollen wir sehen. ________ Da waren die jungen Frauen,… Continue Reading „13. Veilchenschoß“

12. „bruder morpheus“

Wenn nun ein Sterblicher den Traumgott Morpheus zu seinem „Bruder“ er­klärt, dann bewegt er sich selbst in den fluiden Zonen des Traums und des ewigen Schlafs. Der Lyriker und Übersetzer Wolf­gang Schlen­ker, der sich im August 2011 im Alter von 47 Jahren das Leben… Continue Reading „12. „bruder morpheus““

10. Wahres Wort

Jede Lyrikbibliothek ohne Kookbooks ist eine traurige Sache. (literaturwerkstatt berlin)

9. Übersetzt

Ein Band mit Liebesgedichten von Erich Fried, übersetzt von Ali Abdollahi, ist in Iran erschienen, meldet die Agentur IBNA (eine Einrichtung des iranischen Kulturministeriums). Der Artikel informiert über Frieds Übersetzungen aus dem Englischen (Shakespeare, Eliot, Dylan Thomas). Daß er zum Übersetzen kam, weil er… Continue Reading „9. Übersetzt“

8. Poetopie

warum sich nach den Nachrichten richten? Es ist doch alles bekannt Hansjürgen Bulkowski

7. Unzuverlässiges Ich

Gerhard Falkners Gedicht beginnt mit dem Vorsatz, über das Nicht-Erinnern zu sprechen: „Es gibt hier nichts/was an dich erinnert“. Das ist ganz offensichtlich ein Widerspruch in sich selbst. Denn schon mit dieser Aussage zeigt das in einem sommerlichen Straßencafé sitzende Ich, wie intensiv es… Continue Reading „7. Unzuverlässiges Ich“

6. Dringlichkeit

Der 1980 im nordrhein-westfälischen Meerbusch geborene und heute in der Schweiz lebende Westermann ist eine Ausnahmegestalt unter den jüngeren Lyrikern, die meist eine sprachexperimentelle Neuausrichtung ihrer Gattung anstreben. Westermann dagegen bekennt sich zu einer Poesie der „Dringlichkeit“, die primär die unsichere Kontur und Selbstwahrnehmung… Continue Reading „6. Dringlichkeit“

4. Wir sind Raja Ben Slama

Abdelwahab Meddeb bei Facebook: Damit sich jeder von uns in die Situation Raja Ben Slamas versetzen kann, schlage ich euch vor, daß ihn jeder in seinem eigenen Namen und in der ersten Person ausspricht Habs getan: Ich verlange von dem islamistischen Berichterstatter der Verfassungskommission… Continue Reading „4. Wir sind Raja Ben Slama“

3. Erasures

Die neu entstandenen Gedichte selbst hingegen öffnen vielmehr Räume, bergen Schichten, in denen einerseits der nicht negierbare Bezug zu den Ausgangsgedichten mitschwingt, andererseits gerade durch die optische Darstellung des angewandten poetischen Verfahrens die Texte in Bewegung gesetzt und andere Lesarten ermöglicht werden. Dennoch ist… Continue Reading „3. Erasures“

2. Barça und Espriu

Der Fußballklub FC Barcelona beteiligt sich offiziell am »Any Espriu« (siehe Meldung Nr. 78 vom 22. Februar). Am 20. oder 21. April 2013 wird es vor dem Liga-Spiel gegen Llevant U.E. im eigenen Stadion einen feierlichen Gedenkakt zu Ehren Salvador Esprius geben, dazu eine… Continue Reading „2. Barça und Espriu“

103. Andre Rudolph Stadtschreiber

Der Lyriker Andre Rudolph erhält das Stadtschreiberstipendium 2013 der Universitätsstadt Tübingen. Wie seine Vorgängerinnen und Vorgänger wird Andre Rudolph für drei Monate im ehemaligen Aufseherhäuschen am Stadtfriedhof leben. Von April bis Juni 2013 bekommt er ein Stipendium, um in Ruhe an aktuellen Projekten zu… Continue Reading „103. Andre Rudolph Stadtschreiber“

102. Fürs / Gesinde

Das gefällt mir: Lyrik im Gesindehaus! (Aber nein; leider trifft sich auch da nur der Kunstverein. Eintritt 8 Euro, 1 Getränk im Preis enthalten.)

101. Bilder hören

Er pokert hoch im Einsatz von Wahrnehmungen und handwerklichen Mitteln, und meist gewinnt er – und manchmal wunderbar. (…) «Wer sehen kann, kann sehen», kommentiert die Zeile und sagt, dass das Gedicht im guten Fall Dinge zeigt, die eben noch nicht gesehen worden sind.… Continue Reading „101. Bilder hören“

100. Mit meiner Angst allein

Ich bin mit meiner Angst allein Der Brecht-Schüler Martin Pohl in den Zeiten des Kalten Krieges Von Stephan Suschke Am 22. Februar 1953 wurde ein 22-jähriger Mann in seiner Wohnung, Breite Straße 4 B in Berlin-Pankow, von der Staatssicherheit verhaftet. Er hieß Martin Pohl,… Continue Reading „100. Mit meiner Angst allein“