Schlagwort: Angelika Overath

101. Der Rest ist Resonanz

Immer wieder überrascht der Verlag mit ungewöhnlichen Debüts. «Der Rest ist Resonanz» ist der erste Gedichtband der 1985 geborenen Lyrikerin und Musikerin Rike Scheffler. (…) Aber das impressionistische Hintupfen, diese Flirts mit der Sprache zwischen Anrufung und Auslassen beim Basteln «am grossen abmalen», hat… Continue Reading „101. Der Rest ist Resonanz“

25. Winkler zündelt am Schock

Die Neue Zürcher mit einer ganzen Seite Lyrik (aber nur für Käufer). Angelika Overath schreibt über Ron Winkler, 3 Zitate: 1 Nun ist Ron Winkler weniger ein behutsamer Gärtner als ein risikobereiter Pyrotechniker, der schnell einmal Feuer legt und dann selbst zu staunen scheint,… Continue Reading „25. Winkler zündelt am Schock“

3. Blauwärts

Das Wort «blauwärts» ist ein Neologismus von Hans Magnus Enzensberger; früher sagte man «himmelan». So schwingt sich der Titel des neuen Gedichtbands auf ins Offene einer religiösen Sphäre, die, leichter als Luft, aber sauerstoffsicher, nicht nur das Spätwerk des Lyrikers durchzieht. Wer den gläubigen… Continue Reading „3. Blauwärts“

101. Bilder hören

Er pokert hoch im Einsatz von Wahrnehmungen und handwerklichen Mitteln, und meist gewinnt er – und manchmal wunderbar. (…) «Wer sehen kann, kann sehen», kommentiert die Zeile und sagt, dass das Gedicht im guten Fall Dinge zeigt, die eben noch nicht gesehen worden sind.… Continue Reading „101. Bilder hören“

74. Tools

«Tools», nach «Loops» und «Pools» der dritte Gedichtband des 1969 in Hamburg geborenen Matthias Göritz, versammelt, sehr modern und ganz altmodisch, Verse, die noch einmal nach der Conditio humana fragen. Und die schöne Antworten geben können, Momente von irisierender Intensität: «Es ist das /… Continue Reading „74. Tools“

106. Auch leise Sensationen

Wer sicher ist in der Welt, schreibt keine Lyrik. Doch für die Wünschelrutengänger nach Wirklichkeit kann der Vers Intensität, also Sinn, also Erdung, bedeuten. Auf einmal schiesst eine banale Aussenwahrnehmung zusammen mit einer Empfindung: Irritation, Staunen, Erschrecken oder Einbruch von Schönheit, Glück. Solche Vorgänge… Continue Reading „106. Auch leise Sensationen“

73. Orpheus des Dorfs

Norbert Scheuer ist ein Ethnologe und Orpheus des Dorfs. Bereits 1997 erschien in kleiner Auflage der Lyrikband «Ein Echo von allem». Und diese (mittlerweile vergriffenen) Gedichte sind sämtlich in die «Neuen Heimatgedichte» eingegangen, und mit ihnen die stillgelegten Bergwerke, die Fossiliensammler, die Kiesgrube, die… Continue Reading „73. Orpheus des Dorfs“

18. Wagners Australien

Wagners Australien wurde noch nie betreten, es ereignet sich nur hier, wo ein Häuptling spricht: «ich bin der letzte eines volkes, / allein mit der geschichte, einer sprache, / die mit ihm untergeht». Das Gedicht heisst «hononanz», und die Tante im Gedicht, die «das… Continue Reading „18. Wagners Australien“

43. Kulturmensch

Bißchen Poesie braucht Kulturmensch schon – muß ja nicht gleich ein Gedicht sein. (Die sind eh meist so abstrakt, hermetisch oder superreal…). Das produziert man doch selbst für den Eigenbedarf. Der taz-Autor macht aus dem Prosasatz von Angelika Overath glatt einen fünfhebigen Jambus, als… Continue Reading „43. Kulturmensch“

72. Erfüllung der Welt mit Poesie

Ilma Rakusa hat am Sonntag für ihr im Grazer Droschl Verlag erschienenes Buch „Mehr Meer“ den zum zweiten Mal verliehenen Schweizer Buchpreis erhalten. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Franken (umgerechnet 33.117 Euro) der höchstdotierte Literaturpreis der Schweiz. Die Preisverleihung fand im Rahmen der BuCH.09… Continue Reading „72. Erfüllung der Welt mit Poesie“

9. Ende des Stadtplans

Angelika Overath feiert Prosagedichte des in Prag geborenen, in Hamburg lebenden, aus dem Persischen übersetzenden und deutsch dichtenden Farhad Showghi: Die semantische Struktur ist geschlossen wie das Druckbild, kleine Blöcke rechts, während die linke Seite leer bleibt. Das Buch besteht zu gut zwei Dritteln… Continue Reading „9. Ende des Stadtplans“

Museum, neu

Jetzt ist das «Museum», über vierzig Jahre nach Ersterscheinen, in seiner wohl klassischsten Weise zu haben. Im Schuber, Dünndruck, mit kardinalrotem Leineneinband und rotem Lesebändchen. Der Anhang ist mittlerweile zu einer kleinen Literaturgeschichte der modernen Lyrik angewachsen. Dass das Buch in der Hand liegt… Continue Reading „Museum, neu“

Krier

Immer wieder klaubt Krier zerbrochene Redensarten auf, auch Bruchstücke von Zitaten, aus der Bibel, von Beckett, Hölderlin oder Enzensberger, Goethe, Novalis oder Verlaine. Französische Sprachfetzen werden neu eingebunden. Die Perspektive der Texte ist die erhaschte Spur aus dem Augenwinkel, ihre akustische Aufmerksamkeit bleibt auf… Continue Reading „Krier“

Mein ABC

Angelika Overath bespricht in der NZZ vom 8.6.02: Czeslaw Milosz : Mein ABC. Von Adam und Eva bis Zentrum und Peripherie. Aus dem Polnischen von Doreen Daume. Verlag Carl Hanser, München 2002. 180 S., Fr. 27.90.

Reizstrom in Aspik

«Reizstrom in Aspik» ist ein existenzieller Text, wer ihn gelesen hat, wird Gedichten mehr Antworten zutrauen. / Angelika Overath, NZZ 27.4.02 Brigitte Oleschinski: Reizstrom in Aspik. Wie Gedichte denken . Ein Poetik-Projekt mit Urs Engeler. Dumont-Verlag, Köln 2002. 131 S., Fr. 31.80