Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
mit Katharina Schultens im Lettretagebuch F: Was beschreibst du in deinem letzten Gedicht? A:
Die Wochen-ZEIT, deren Literaturredakteurin gern mitteilt, daß sie nichts von Lyrik verstünde, scheint dieselbe (die Lyrik, nicht die Redakteurin) retten zu wollen. Vor Jahren das politische Gedicht, bei dem sie achtbare und auch einige mir sehr liebe DichterInnen einlud, politische Gedichte zu schreiben (nur… Continue Reading „Einsam auf der Säule“
Man möchte überhaupt einmal vielen Kritikern zurufen, daß die kritische Bedeutung ihrer Texte durch permanente Verweise auf in der Lyrik häufig verwendete Kleinschreibung aller Wörter nicht größer wird. Zur Berichtigung der Urteile des kritisierenden und lesenden Publikums hier einige Fakten. I. Bevor die Kleinschreibung… Continue Reading „zur kleinschreibung“
Es gibt immer eine Welt von gestern, auf die der Glanz des Verlustes fällt. Für den Serben Stevan Tontić, den Kroaten Mile Stojić, den bosnischen Muslim Abdulah Sidran und die anderen Dichter aus Sarajevo ist es die Zeit, bevor ihre Stadt eingekesselt, belagert, bombardiert… Continue Reading „Zerschossenes Experiment Sarajevo“
In their collection, volume four of the Poems for the Millennium series, Pierre Joris and Habib Tengour present an ‘anthology of the oral and written literatures of North Africa’ that offers fresh selections, well-known canonical works, and unusual texts. The book is attractive both for the quality of the canonical… Continue Reading „Diwan Ifrikiya“
Anja Golob ist 38, sie hat in Slowenien zwei Gedichtbände veröffentlicht, das vorliegende Bändchen (ein Heft nur, aber schön gestaltet, edle, klare Linie, überwiegend schwarz, mit einer Art stufiger Vorderseite) bringt eine sehr knappe Auswahl ihres zweiten Gedichtbands von 2013. Dafür bekam sie den… Continue Reading „Anja Golob“
Was so unerhört ins Gewicht fällt und nie ganz verglüht, sind – dort drüben! – Berge von Gefühlen. Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr
Sie entwickeln einen eigentümlichen Sog, diese langen Gedichte von Thomas Kunst. Es ist dieser besondere Ton. Da spricht einer, erzählt, bekennt, man lauscht gebannt. Lässig fließt es ein Stück in vertrauten Redewendungen, doch, zack, stößt man auf solch sperriges Sprachtreibgut: „unter der steifen Ausschöpfung… Continue Reading „Sperriges Sprachtreibgut und rauschhafte Feste“
Bei Textkette startete eine Serie mit einem Gedicht des niederländischen Dichters Daniel Heinsius (1580-1655), welches in fast jeder Zeile das Versmaß wechselt. Lust auf ein Spiel mit einem großen europäischen Dichter (und einen kleinen Crashkurs in klassischer Metrik)? Dann schauen Sie heute und mindestens in… Continue Reading „Bienenspäßchen“
der Debatte um Bertram Reineckes Essay „Die Mitte und kein Ende“ (in den Signaturen): zu den Wortmeldungen in der Lyrikzeitung und auf Facebookseiten kommt jetzt ein Mailwechsel zwischen Frank Milautzcki und Bertram Reinecke bei Fixpoetry.
Mehrmals ging Gerhard Zwerenz von der Fahne: Als Soldat der Wehrmacht desertierte er in Polen, als linker Anti-Stalinist floh er aus der DDR. Heute ist er mit 90 Jahren gestorben – kurz nach seinem runden Geburtstag, zu dem ihm Franziska Augstein gratulierte. / Süddeutsche Zeitung
Gedichte verträgt ein Feuilleton-Autor? Die Zeit verrät es uns definitiv (und löst damit definitiv das Problem der Lyrik, an dem nicht nur Doktor Benn rumdokterte*): immer 1 Roman 1 Gedicht. Die interessantere Frage stellt Alexandru Bulucz: Wie viele Stimmen verträgt ein Gedichtband? In Oberländers… Continue Reading „Wie viele…“
Der Waadtländer Lyriker Jean-Pierre Schlunegger, der sich 1964 mit knapp vierzig Jahren das Leben nahm, wird im deutschsprachigen Raum erst jetzt durch die von Christoph Ferber übersetzte und edierte zweisprachige Auswahl «Bewegtes Leuchten – Lueur mobile» (mit einem Nachwort von Barbara Traber) bekannt. Es… Continue Reading „Jean-Pierre Schlunegger“
Auszüge aus einem Artikel von Felix Philipp Ingold über den 2009 verstorbenen französischen Gelehrten und Dichter Henri Meschonnic: Selbst seine einstmals berüchtigten, bisweilen aphoristisch zugespitzten Pauschalurteile sind in Vergessenheit geraten: «Der schlimmste Feind der Poesie ist die Liebe zur Poesie.» – «Die Ästhetik ist der… Continue Reading „Henri Meschonnic und sein Werk“
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