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Veröffentlicht am 21. Oktober 2026 von lyrikzeitung
116 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Später Tag im Oktober:
Zeit für Geisterseher.
Doch die Schwäne, von Osten nahend
die die Lüfte spalten
sind keine Spukgestalten.
Sie furchen den See
sie kreisen um eine dunkle Mitte.
Es ist einer zuviel
für das weiße Konzil.
Aus dem Kreis gedrängt
breitet er seine Flügel.
schon zu matt
sich emporzuschwingen.
Woher das Verlangen
nach Symmetrie?
Was treibt die Natur
hin zur Zahlenmagie?
Dann öffnet der Kreis sich
nimmt auch den Dreizehnten auf.
Und mit offenem Ende
folgt man nun
einer andern Legende.
Aus: Sinn und Form 5/2026, S. 686
Thomas Böhme, geboren 1955 in Leipzig, wo er auch lebt. Zuletzt erschien der Gedichtband „Orpheussplitter“ (2024) und „Weniger Herbst. Ährenlese & Nebelkerzen“ (2025)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Thomas Böhme, Dreizehn Schwäne, Thomas Böhme Gedichte, Sinn und Form, Sinn und Form 5/2026, Naturgedicht, Naturlyrik, Herbstgedicht, Oktober, Schwäne, Schwan, See, Vogelzug, Kreis, weißes Konzil,
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