Kategorie: Europa

Poetopie

diesseits von Rio – warum nicht Langsamer, tiefer, näher? Hansjürgen Bulkowski

Der Mastixbaum

Tuğçe Tekhanlı (*1990, Nordzypern) Der Mastixbaum Dein Hals weil er schwer verletzt wurde, dreht sich auf diese Seite der Mastixbaum zeigt beständig seine Wunden ich gebe Cézanne Recht die Bäume sollten mit ihren Gerüchen abgebildet werden auf der Haut Übersetzung: Achim Wagner Sakız Ağacı… Continue Reading „Der Mastixbaum“

Bachmann und Weigel

Am 5. September 1947 wurde [Hans] Weigel von der einundzwanzigjährigen Kärntner Studentin der Philosophie, Psychologie und Germanistik Ingeborg Bachmann interviewt. Sie verstanden sich auf Anhieb. Als er 1948 seine nach New York emigrierten Eltern besuchte, übernahm Bachmann für ihn notwendige Alltagstätigkeiten: Sie führte fällige… Continue Reading „Bachmann und Weigel“

Anderes Verstehen oder Anderes als Verstehen

Sollte zutreffen, dass das Wesen des Literarischen gerade darin besteht, emphatisch über keines zu verfügen, sich in hakenschlagenden Fluchtbewegungen (preschen: ein Anagramm von sprechen) von allem Essentiellen, die Sprache zur Sprache, d.h., siehe oben, zur berstenden Streuung, kommenlassend, frei- und auszuschreiben? Die frühromantische Kunstkritik… Continue Reading „Anderes Verstehen oder Anderes als Verstehen“

Dmitrij Venevitinov

Ein Gedicht von 1821 „Fröhlich treibt die laute Menge immer mit dem Partyschwarm, alle huldigen und drängen auf die Bühne – ein Altar! Ich komm ohne ihresgleichen, ohne Drama, Lärm und Rausch mit dem Schicksal sehr gut aus: Songs und gute Freunde reichen.“ Wem… Continue Reading „Dmitrij Venevitinov“

Imperiale Kultur

Ulrich Schmid blickt auf die russische Kulturszene, die mit ungeniert propagandistischen Machwerken das Land auf einen neoimperialen Kurs trimmt: „Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit, wurde der syrische Präsident Bashar al-Asad im Januar 2012 für seinen „Widerstand gegen die westliche Expansion“ mit dem Preis „Imperiale… Continue Reading „Imperiale Kultur“

Gestorben

«Ich brauche dieses Leben», so heisst der Gedichtband, mit dem Werner Lutz 1979 im Suhrkamp-Verlag debütierte. Da war er, mit Jahrgang 1930, bereits 49 Jahre alt und längst ein bekannter Lyriker – und immer noch zu entdecken. Jahrelang hatte er schon geschrieben, erste Gedichte… Continue Reading „Gestorben“

Literatur unter Einfluss – Schreiben unter Druck

Unter dem Motto Literatur unter Einfluss – Schreiben unter Druck startet der Berliner Parlandopark eine neue Reihe von vier Gesprächslesungen, die um ausgewählte gesellschaftliche Veränderungskomplexe kreisen, von denen wir alle betroffen sind. 1. Stadt als Einflusssphäre (Gentrifizierung in Berlin | Menschen in der Großstadt… Continue Reading „Literatur unter Einfluss – Schreiben unter Druck“

Verhaftet

Der Dichter Hilmi Yavuz (80) wurde gestern abend verhaftet. Seine Gedichte erscheinen auf Deutsch bei Elif, übersetzt von Özlem Özgül Dündar.

Puschkins Brüste

Umso erfreulicher ist es, dass mit „Ein guter Traum mit Tieren“ bereits der zweite Band von István Kemény (Jg. 1961) vorliegt und mit „Puschkins Brüste“ eine erste Auswahl von Arbeiten des Budapester Dichters Márió Z. Nemes (Jg. 1982) erschienen ist. Beide Dichter sind in… Continue Reading „Puschkins Brüste“

16. internationales literaturfestival berlin

Aus dem bisher feststehenden Programm des 16. internationalen literaturfestivals berlin vom 7.-17.9.2016 (Das vollständige Programm wird am 24. August 2016 auf seiner Website veröffentlicht). Roberto Bolaño war süchtig nach ihm, Patti Smith und Carlos Fuentes rühmten ihn über alles – das Festival wird mit… Continue Reading „16. internationales literaturfestival berlin“

Mandelstam in Heidelberg

Ralph Dutli zeichnet nun minuziös Mandelstams Aufenthalt in Heidelberg von November 1909 bis März 1910 nach. In dieser Zeit sind mit Sicherheit fünfzehn, vielleicht aber auch bis zu dreissig Gedichte entstanden. Wer allerdings eine romantische Auseinandersetzung mit der Stadt am Neckar erwartet, muss mit… Continue Reading „Mandelstam in Heidelberg“

Da steht der Niemand

Der 1961 in Budapest geborene István Kemény ist ein höchst vielseitiger und einfallsreicher Dichter. Nun ist er in einer deutschsprachigen Ausgabe als Lyriker zu entdecken. Einige seiner Gedichte nennt István Kemény schon im Titel Lieder, daneben taucht «John Andersons Song» auf, und darin singt… Continue Reading „Da steht der Niemand“

Paul Wühr

Von Thomas Kunst 2003 sagte eine Freundin in Rom zu mir, Thomas, ich fahre eine Bekannte in Umbrien besuchen, am Trasimeno See, sie ist mit einem Dichter zusammen, mit Paul Wühr, ob ich mitkommen möchte. Ja, ich wollte mitkommen. Einer der ersten Sätze, die… Continue Reading „Paul Wühr“

Keine schwierige Lyrik

Ein Band mit den Versen des Briten [Andrew Duncan] soll im Herbst im dritten Programm von Brüterich Press erscheinen – so heißt Stolterfohts 2015 gegründeter Verlag. Der eigenwillige Name stammt aus einem seiner ersten Gedichtbände. Zur Poetologie des Lyrikers gehört es, sich von anderen… Continue Reading „Keine schwierige Lyrik“