Kategorie: Deutschland

Es hat mal einen Ernst gegeben

Elsa Baroness von Freytag-Loringhoven Elsa von Freytag-Loringhoven, geb. Elsa Hildegard Plötz, (* 12. Juli 1874 in Swinemünde; † 15. Dezember 1927 in Paris) [Ernst Hardt] I. Es hat mal einen Ernst gegeben Der war für mich das Salz zum Leben. Doch eines Tages krass… Continue Reading „Es hat mal einen Ernst gegeben“

An die von 1914

Alfred Wolfenstein (28. Dezember 1883 Halle / Saale – 22. Januar 1945 Paris) AN DIE VON 1914 Wie sind zu Tänzern Bürger rings geworden! Die langen Herzen kommen wild geflogen, Die kühlen, von einander angezogen! Es ist so heiß und rot wie nie im… Continue Reading „An die von 1914“

Nun komm der Heiden Heiland

Luthers Übersetzung des Ambrosianischen Hymnus ist für uns sprachlich und wohl auch theologisch nicht leicht zugänglich. Dabei galt sie beim Erstdruck 1524 als „eynem ytzlichen Christen fast nutzlich bey sich zuhaben / zur stetter vbung vnd trachtung geystlicher gesenge vnd Psalmen / Rechtschaffen vnd… Continue Reading „Nun komm der Heiden Heiland“

Angelus Silesius

201. Warumb wird GOtt gebohrn? O Unbegreifflichkeit! GOtt hat sich selbst verlohrn / Drumb wil er widerumb in mir seyn Neugebohrn. 202. Die hohe Würdigkeit. O hohe Würdigung! GOtt springt von seinem Thron / Und setzet mich darauf in seinem lieben Sohn. 203. Jmmer… Continue Reading „Angelus Silesius“

Etwa an einen blassen Neuklassiker

Alfred Lichtenstein (23. August 1889 Wilmersdorf – 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Aus: Die Gedichte des Kuno Kohn Etwa an einen blassen Neuklassiker Du, früher August, fühlst dich jetzt Hellene. Dahin sind Hurenhuld und Schiebetänze, Die Poesie berliner Äppelkähne Entschwand dir in… Continue Reading „Etwa an einen blassen Neuklassiker“

Finde du mich

Oda Schaefer (21. Dezember 1900 Wilmersdorf b. Berlin – 4. September 1988 München) Die Verzauberte Den grünen Leib der Libelle, Das Auge der Unke dazu, So treibe ich auf der Welle, Dem murmelnden Mund der Quelle, Die strömt aus dem dunklen Du. Hörst du mich? Siehst du… Continue Reading „Finde du mich“

Mein Beitrag zum Staat

Günter Eich (1. Februar 1907 Lebus – 20. Dezember 1972 Salzburg) BEETHOVEN, WOLF UND SCHUBERT Ach und O sind zwei Gedichte, die jeder versteht. Und verhältnismäßig kurz, sie erfordern keine langjährige Übung im Lesen. Ob sie jedem gefallen, ist eine andere Frage, sie passen… Continue Reading „Mein Beitrag zum Staat“

Horrid Laughter

B.K. Tragelehn Horrid Laughter                                 für K. D. Wolff Karthago ist zerstört und Cato spottet Was ist Rom ohne seine Feinde  Nichts Untergegangen die Armada Spanien  Träumt und Britannia… Continue Reading „Horrid Laughter“

Zurufe

Paul Klee Zurufe Krummfahrer! Bösharrer! Schmutzstarrer! Pelzläuser! Wissbesser! Schmerling! Duckmäuserlehrling!! * Alle alle hatt ich gern und jetzt bin ich kühler Stern. * Grosswendig. Schwerhendig anhaltig-glattfaltig vieleinig. * ferne Seele bitt um Gnade mach mich tief. * weil ich ging ward Abend Wolkenschleier hüllten… Continue Reading „Zurufe“

Chronik – Dezember 2017

(wird laufend ergänzt) Was im Dezember geschah: Preise, Ausstellungen, #metoo geht weiter, Skandal um einen israelischen Geldschein, „Not in my name“ in Indien, Ovid wird postum begnadigt und darf zurück nach Rom, Stefan Zweig kriegt postum einen Orden … 2. Dezember: Der Kurt-Wolff-Preis 2018 (26.000… Continue Reading „Chronik – Dezember 2017“

Chanukkah 5692

An Chanukkah 1932, kurz vor der „Machtergreifung“ Hitlers, fotografierte Rahel, die Frau des Rabbiners Dr. Akiba Posner in Kiel, den Chanukkah-Leuchter der Familie vor dem Hintergrund des gegenüberliegenden Gebäudes, das mit Nazifahnen geschmückt war. Auf die Rückseite des Fotos schrieb Rahel Posner einen deutschen… Continue Reading „Chanukkah 5692“

Die alten bösen Lieder

Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 in Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Lyrisches Intermezzo LXV Die alten bösen Lieder Die Träume schlimm und arg, Die laßt uns jetzt begraben, Holt einen großen Sarg. Hinein leg ich gar Manches, Doch sag ich noch… Continue Reading „Die alten bösen Lieder“

Dichterinnen-Netzwerk

Am 11. Dezember 1728 wurde Polyxena Christiane Auguste Dilthey (Christiana Büsching) in Köthen, Anhalt geboren. Sie war gebildet, spielte Klavier und dichtete. Hier die Titel von zweien ihrer Bücher: Proben poetischer Uebungen eines Frauenzimmers. Altona: Korte, 1751 Der Jungfer Polyxenen Christianen Augusten Dilthey, Kaiserl. gekrönten Poetin,… Continue Reading „Dichterinnen-Netzwerk“

Poetopie

wir – was für Leute waren das nochmal? Hansjürgen Bulkowski

Neunter Dezember

Ulrich Koch NEUNTER DEZEMBER Das vollkommene Gedicht ist eine Landkarte in einer menschenleeren Gegend. Ich halte sie in Händen und blicke von oben aus der Vogelperspektive herab. Dort, sehe ich, stehe ich lesend. Es ist ganz einfach. Dann gehst auch du hinein und wirst… Continue Reading „Neunter Dezember“