Geschieden muß es sein

Eine interessante Frau, eine Frau mit vielen Namen und Talenten, sie lebte in Deutschland, Rußland und den Vereinigten Staaten. Am 26. Januar 1797 wurde Therese von Jacob,
Therese Albertine Luise von Jacob, Therese Albertine Luise von Jakob Robinson, Talvj, Ernst Berthold in Halle (Saale) geboren. Ich zitiere aus der Biografie bei Wikipedia:

Therese Albertine Luise von Jacob, verheiratete Robinson (* 26. Januar 1797 in Halle (Saale); † 13. April 1870 in Hamburg) war eine deutsche Schriftstellerin, Volksliedforscherin und Slawistin. Unter den Pseudonymen Talvj und Ernst Berthold veröffentlichte sie belletristische und wissenschaftliche Werke in englischer und deutscher Sprache. Bekannt wurde sie als Herausgeberin und Übersetzerin der Volkslieder der Serben in zwei Bänden (1825–1826).

Therese von Jacob war die Tochter des Staatswissenschaftlers Ludwig Heinrich von Jakob. Die Familie verließ 1806 Deutschland und ließ sich in Russland nieder, wo der Vater an der Universität Charkow und der Universität Sankt Petersburg lehrte. 1816 kehrten die Jacobs nach Halle zurück. Durch den serbischen Philologen Vuk Stefanović Karadžić mit der Volkspoesie der Serben bekannt geworden, veröffentlichte Therese nach Sprach- und Geschichtsstudien eine vielbeachtete Sammlung serbischer Volkslieder. Das erstmals benutzte Autorenpseudonym Talvj (nach den Anfangsbuchstaben ihres Geburtsnamens) behielt sie auch später überwiegend bei. Sie heiratete 1828 den amerikanischen Gelehrten und Palästinaforscher Edward Robinson und lebte mit ihm später in den Vereinigten Staaten. Von 1837 bis 1839 hielt sie sich in Deutschland auf. Nach dem Tod ihres Mannes kehrte sie 1864 mit ihren beiden Söhnen ganz nach Deutschland zurück. Sie lebte unter anderem in Baden-Baden und blieb ab 1869 in Hamburg, wo ihr Sohn Eduard US-amerikanischer Konsul war.

Ergänzende Informationen liefert die englischsprachige Version.

Goethe begeisterte sich für ihre Übersetzungen serbischer Volkslieder. In New York war sie mit Washington Irving befreundet, dem Erfinder der Kurzgeschichte (Rip van Winkle).

Hier ein Lied aus Siebenbürgen aus ihrem „Versuch einer geschichtlichen Charakteristik der Volkslieder germanischer Nationen: mit einer Uebersicht der Lieder aussereuropäischer Völkerschaften“ (in der man auch viel Interessantes über asiatische afrikanische und native amerikanische Dichtung lesen kann).

Abschied

Wie viel sind wir mit einander gegangen,
Ach einziges Herzchen mein!
Und sind uns um den Hals gehangen,
Geschieden muß es sein,
Ach einziges Herzchen mein!

Wie viel sind wir mit einander gelegen,
Ach einziges Herzchen mein!
In Treu und Ehrenwegen,
Geschieden muß es sein,
Ach einziges Herzchen mein!

Wie viel sind wir mit einander gesessen,
Ach einziges Herzchen mein!
Gar manchen Schlaf haben wir vergessen,
Geschieden muß es sein,
Ach einziges Herzchen mein!

Was giebst Du mir nun für meinen Dienst allein?
Ach einziges Herzchen mein!
„Den Mühlstein gestoßen klein.“
Geschieden muß es sein,
Ach einziges Herzchen mein!

Ach lebe nun, lebe nun wohl vergnügt,
Ach einziges Herzchen mein!
Gleichviel ob barfuß oder beschühcht,
Geschieden muß es sein,
Ach einziges Herzchen mein!

Aus Talvj: Versuch einer geschichtlichen Charakteristik der Volkslieder germanischer Nationen: mit einer Uebersicht der Lieder aussereuropäischer Völkerschaften. F. A. Brockhaus, 1840, S. 613f

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