Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Philip Larkin (* 9. August 1922 in Coventry; † 2. Dezember 1985 in Hull) Love, we must part now Love, we must part now: do not let it be Calamitous and bitter. In the past There has been too much moonlight and self-pity: Let us… Continue Reading „Philip Larkin 100“
Karoline von Günderrode (* 11. Februar 1780 in Karlsruhe; † 26. Juli 1806 in Winkel) Novalis deinem heilgen Seherblikken Novalis deinem heilgen Seherblikken Sind aufgeschlossen aller Welten Räume Dir offenbahrt sich weihend das Geheime Du schaust es in Prophetischem Entzükken. Du siehst der Dinge Zukunftsvolle Keime Und zu des Weltalls ewigen Geschikken… Continue Reading „Novalis“
Manuel Altolaguirre (* 29. Juni 1905 in Málaga; † 26. Juli 1959 in Burgos) Abenddämmerung Komm, ich will mich ausziehen! Schon ist das Licht weg, und ich habe diese Kleider satt. Nimm mir das Gewand! Damit sie glauben, ich sei gestorben, denn nackt ruhe ich… Continue Reading „Abenddämmerung. Crepúsculo“
Àxel Sanjosé Endivien Wenn all die schönen Frauen in Straßencafés sitzen und mit den Augen schauen, als würfen sie mit Blitzen, wenn sie Salat bestellen, ein Glas Prosecco trinken, derweil die Hündlein bellen und Freunde herzlich winken (und Rom nur mäßig finden und schwärmen… Continue Reading „Auch ich war in Endivien“
Christian Wagner (* 5. August 1835 in Warmbronn; † 15. Februar 1918 ebenda) AM ABEND DES LEBENS Ja, laßt mich klagen meine eigne Klag Die eigne Klag des ausgebrannten Lichts, Die eigne Klag, daß ich nicht mehr vermag Lichtwellen neu zu werfen in den Tag,… Continue Reading „Meine eigne Klag“
Jesse Thoor (* 23. Januar 1905 in Berlin; † 15. August 1952 in Lienz/Osttirol) Rufe am Nachmittag Liebe Frau im Stein. Liebe Frau im Sonnenschein. Liebe Jungfrau mein — ich schmücke dein Kleid. Ich schmücke den Mantel dir, wenn ich übergossen bin von Reif und Tau — wenn ich ganz in mir… Continue Reading „Liebe Frau im Stein“
Hugo Ball (* 22. Februar 1886 in Pirmasens; † 14. September 1927 in Sant’Abbondio-Gentilino, Schweiz) Memento [Pfingsten 1924] Wo sind sie jetzt mit ihren Epauletten Die Feldmarschälle und von den Korvetten Die Kapitäne mit den goldenen Tressen? Wo sind sie jetzt, die prunkenden Maitressen? Wo… Continue Reading „Wo sind sie jetzt“
Abi Anwari HINTER MIR Ich bin hinter mir gelaufen. Hörte nicht schaute nicht. Ich bin hinter mir gelaufen. Aus: Abi Anwari: Sonnenvogel. Gedichte. Edition fundamental, 2008, S. 10. Abi Anwari, geboren 1946 in Teheran, lebt seit 1972 in Köln.
Ágnes Nemes Nagy (* 3. Januar 1922 in Budapest; † 23. August 1991 ebenda) Alkohol In klirrend sich häufenden Knoten stirbt der Wald, sagt Lebewohl. Die Grünsommerflamme verflogen. Was bleibt, ist der Rest-Alkohol. Trink, trink. Was Trester geblieben, press aus und schluck ihn runter. Schnaps-Seele, dunkel, durchtrieben, mach uns die Kehlen… Continue Reading „Alkohol“
Hansgeorg Stengel (* 30. Juli 1922 in Greiz; † 30. Juli 2003 in Berlin) Antwort eines befragten Affen „Als Affe bin ich gegen Fragebogen, doch sage ich, wenn ich mich äußern soll, daß mich die These eines Biologen sehr schlüssig dünkt und sehr gedankenvoll. Der Mister Darwin, habe ich erfahren,… Continue Reading „Hansgeorg Stengel 100“
Ingolf Brökel Gedichtinterpretation zu „Der Rauch“ von Bertolt Brecht Für Käthe Reichel Das kleine Haus unter Bäumen am See. (Hier wohnt das Käthchen.) Vom Dach steigt Rauch. (Zeichen, daß sie da ist, da ist für ihn: er (kurz) kommen kann.) Fehlte er (Schlüsselzeile: schwerwiegende… Continue Reading „Der Rauch“
Karoline von Günderrode (* 11. Februar 1780 in Karlsruhe; † 26. Juli 1806 in Winkel) Überall Liebe Kann ich im Herzen heiße Wünsche tragen? Dabei des Lebens Blüthenkränze sehn, Und unbegränzt daran vorüber gehn. Und muss ich traurend nicht in mir verzagen? Soll frevelnd ich dem liebsten Wunsch entsagen? Soll muthig ich… Continue Reading „Überall Liebe“
Heute spiele ich Orakel. Ich nehme eine dicke Anthologie – die 19. Auflage des Echtermeyer (Cornelsen 2005) war am schnellsten zur Hand – und suche ohne hinzusehen eine Seite irgendwo im Innern. Und siehe, es ist schon wieder Wedekind. Auf der Seite stehn noch… Continue Reading „Tantenmörder“
Frank Wedekind (* 24. Juli 1864 als in Hannover; † 9. März 1918 in München) Mahnung Greife wacker nach der Sünde! Nur die Sünde bringt Genuss. Ach, Du gleichest einem Kinde, Dem man alles zeigen muss; Einem unschuldsvollen Kinde, Das den Satan noch nicht kennt, Nein, wahrhaftig, nur die Sünde Ist der Freuden… Continue Reading „Mahnung“
Marceline Desbordes-Valmore (* 20. Juni 1786 in Douai; † 23. Juli 1859 in Paris) Erinnerung. Als eines Abends plötzlich er erblaßte, Als seine Stimme unverhofft verstummte Im halbgesproch’nen Wort, als seine Augen So brennend heiß, mich schwer verwundeten Mit Leiden, die ihm eigen, wie ich wähnte – Als seine Züge von… Continue Reading „Erinnerung“
Neueste Kommentare