Philip Larkin 100

Philip Larkin 

(* 9. August 1922 in Coventry; † 2. Dezember 1985 in Hull) 

Love, we must part now

Love, we must part now: do not let it be
Calamitous and bitter. In the past
There has been too much moonlight and self-pity:
Let us have done with it: for now at last
Never has sun more boldly paced the sky,
Never were hearts more eager to be free,
To kick down worlds, lash forests; you and I
No longer hold them; we are husks, that see
The grain going forward to a different use.

There is regret. Always, there is regret.
But it is better that our lives unloose,
As two tall ships, wind-mastered, wet with light,
Break from an estuary with their courses set,
And waving part, and waving drop from sight.

Nimms nicht so bitter

Nimms nicht so bitter, daß wir scheiden müssen,
Mein Lieb. Es gab in der Vergangenheit
Zu viel an Selbstmitleid und Mondscheinküssen.
Drum Schluß damit gemacht. Gewiß, bis heut
Stieg keine Sonne höher am Azur,
Begehrte nie ein Paar mehr, frei zu sein
Und Welt zu stürzen, Wald zu peitschen. Nur
Wir schaffen es nicht mehr. Wir sind wie Spreu,
Das Korn geht anderer Verwendung zu.

Bedauern, ja. Das wird es immer geben.
Doch besser, daß wir scheiden, ich und du,
Zwei Seglern gleich, vorm Wind, und feucht vom Licht,
Die festen Kurses aus der Mündung streben
Und winkend bald geraten außer Sicht.

Deutsch von Helmut Heinrich und Klaus-Dieter Sommer, aus: Horst Meller und Klaus Reichert (Hrsg.): Englische und amerikanische Dichtung 3. Von R. Browning bis Heaney. München: Beck, 2000, S. 342f

One Comment on “Philip Larkin 100

  1. Liebe, jetzt trennen unsre Wege sich

    Liebe, jetzt trennen unsre Wege sich:
    Nicht bitter laß das sein. Zu lange gab
    Es zu viel Selbstmitleid und Mondeslicht:
    Genug davon: denn niemals schließlich war
    Der Lauf der Sonne kühner am Zenit,
    Und niemals mißten Herzen Freiheit mehr,
    Zu stürzen Welten, schlagen Wälder; wir
    Beide halten sie nicht länger; wie Spreu
    Sind wir, das Korn geht andern Zwecken zu.

    Bedauern gibt’s. Bedauern gibt es stets.
    Doch besser, unsre Leben lösen ab
    Sich, wie im Wind zwei Schiffe, naß von Licht,
    Mit neuem Kurs die Mündung meereswärts
    Verlassen, winkend schwinden aus der Sicht.

    (übertragen von Anne Bennet)

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