Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Innokentij Annenskij (* 20. August jul./ 1. September 1855 greg. in Omsk; † 30. November jul./ 13. Dezember 1909 greg. in Sankt Petersburg) Die Poesie In dir sind quälerisch verbunden Des Lebens Zufall und der Schöpfergeist, Die Schönheit ist anspielungsreich, So kann sie sich… Continue Reading „Die Schönheit ist anspielungsreich“
Wolfgang Hilbig >nach dem zweiten/krieg< nach dem zweiten krieg vergaß man beim aufräumen einige vokabeln aus der weit zu schaffen. noch immer nicht sind aus der deutschen sprache verbannt wörter wie unverbrüchlich unzertrennlich uneinnehmbar unbesiegbar. rundfunk und presse. ach arme beine zu allengutendingen –… Continue Reading „nach dem zweiten krieg“
Gretchen, Klärchen, Friederike, Christel, Lili, Lotte, Christiane, wie sie alle heißen. Die einen spielen eine Rolle in der Dramaturgie von Theaterstücken, die den Titel von Männern haben (Faust, Egmont) und denen sie untergeordnet sind. Gretchen, das ist natürlich keine Liebesgeschichte, sondern die Geschichte einer… Continue Reading „Christel“
Weimar im August 2019: das Künstlerkollektiv „Frankfurter Hauptschule“ bewirft Goethes Gartenhaus in Weimar mit Toilettenpapierrollen (sie sagen, sie hätten es „geschändet“), um auf sexistische Tendenzen in seinem Werk (Heidenröslein verharmlose eine „brutale Vergewaltigung“, sein Werk strotze „vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren“). Wers… Continue Reading „Frauengestalten“
Iwan Franko (ukrainisch Іван Франко, wiss. Transliteration Ivan Franko; * 27. August 1856 in Nahujewytschi, Galizien, Kaisertum Österreich; † 28. Mai 1916 in Lemberg, Galizien) Nikolai Nekrassow Nikolai Nekrassow (russisch Николай Алексеевич Некрасов, wiss. Transliteration Nikolaj Alekseevič Nekrasov; * 28. November jul./ 10. Dezember… Continue Reading „Das Übliche: Jugend, Kämpfe, Kerker“
Guillaume Apollinaire (* 26. August 1880 in Rom, Italien; † 9. November 1918 in Paris) Wenn man mich machen ließe Zeit du allein der Weg von einem Punkt zum andern Wenn man mich machen ließe hätt ich bald verändert Das Herz der Menschen und… Continue Reading „Wenn man mich machen ließe“
Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär. Wer achtet noch auf mich. Man hat sich längst gewöhnt An meine sonderbaren Zivilistenaugen. Beim Exerzieren bin ich halb… Continue Reading „Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär“
Jan Kochanowski (* 1530 bei Radom; † 22. August 1584 in Lublin) EPIGRAMME I, 3 ÜBER DAS MENSCHLICHE LEBEN Ein Scherz ist alles nur, was immer wir ersinnen, Ein Scherz ist alles nur, was immer wir beginnen; Kein Ding auf dieser Welt bleibt je… Continue Reading „Ein Scherz ist alles nur“
Nach Rimbaud VIERZEILER Sterne weinten rosen in deine pulsenden Ohren; Unendlichkeiten – weiß vom Hals zu den Lenden – sanken; Das Meer hat rote Perlen an glühe Brüste verloren, Und der Mann verblutete schwarz an deinen gebietenden Flanken. Aus: Alt- und neufranzösische Lyrik in… Continue Reading „Nach und von Rimbaud“
Jiři Wolker (* 29. März 1900 in Prostějov; † 3. Januar 1924 ebenda) Epitaph für Jiři Wolker Hier liegt der Wolker, ein Poet, er liebte sehr die Welt, zutiefst verbunden der Gerechtigkeit. Doch starb er, vierundzwanzigjährig, vor der Zeit, bevor er in der Hand… Continue Reading „Wolker“
Pierre-Jean de Béranger (* 19. August 1780 in Paris; † 16. Juli 1857 ebenda) Mein Freistaat Ich kann nur noch den Freistaat leiden, Seit soviel Kön’ge ich geseh’n. Ich mach‘ mir einen und bin fleißig. Mit gutem Brauch ihn zu verseh’n. Nur Heiterkeit sei… Continue Reading „So soll es sein“
Theodor Däubler (* 17. August 1876 in Triest, Österreich-Ungarn; † 13. Juni 1934 in St. Blasien, Schwarzwald) Hätte ich ein Fünkchen Glück, wäre alles anders! Wollte blauer Tauwind hold meine Segel schweelen, Blitzte gleich durch mich der Geist eines kühnen Landers, Und ich müßte… Continue Reading „Hätte ich ein Fünkchen Glück“
lzik Fefer (auch Feffer, jiddisch איציק פֿעפֿער, russisch Ицик Фефер, Исаак Соломонович Фефер; geboren 10. September 1900 in Schpola, Gouvernement Kiew, Russisches Kaiserreich; gestorben 12. August 1952 in Moskau) Er war ein bedeutender Dichter und ein frommer Kommunist. Stalin ließ ihn in New York… Continue Reading „Ich bin a Jid!“
Auszug aus Benjamin Neukirchs ((* 27. März 1665 in Reisen, heute Rydzyna in Schlesien; † 15. August 1729 in Ansbach) gleichnamigem Gedicht Hast du, Lysander, Witz, so folge meinem Rat: Der ist der klügste Mann, der nichts geschrieben hat. Laß einen Kirchenschwan Bär, Schaf und… Continue Reading „Auf unverständige Poeten“
Alfred Gong (geboren 14. August 1920 in Czernowitz, Rumänien als Alfred Liquornik; gestorben 18. Oktober 1981 in New York City) Ragnarök Für Bodo Scheurig Ach, wäre es Traum nur: Das schlafende Blut an der Mauer und dieses Fenster ohne Gesicht. Am Fadenkreuz auf der… Continue Reading „Ragnarök“
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