Das Übliche: Jugend, Kämpfe, Kerker

Iwan Franko

(ukrainisch Іван Франко, wiss. Transliteration Ivan Franko; * 27. August 1856 in Nahujewytschi, Galizien, Kaisertum Österreich; † 28. Mai 1916 in Lemberg, Galizien)

Nikolai Nekrassow

Nikolai Nekrassow (russisch Николай Алексеевич Некрасов, wiss. Transliteration Nikolaj Alekseevič Nekrasov; * 28. November jul./ 10. Dezember 1821 greg. in Nemirowo; † 27. Dezember 1877 jul./ 8. Januar 1878 greg. in Sankt Petersburg)

Auf den Tod des Taras Schewtschenko’s

Ins Deutsche übersetzt von Iwan Franko

Trauert nicht! Der Fall ist typisch, –
Seht als wünschenswert ihn an!
Also stirbt durch Gottes Fügung
Russlands hochmerkwürd’ ger Mann
Seit jeher. Mühsame Jugend,
Reich an Hoffnung, Träumen, Plage,
Kühne Reden, tolle Kämpfe –
Und – des Kerkers lange Tage.

Alles dies hat er erprobt
Petersburgs Gefängnismauern,
Untersuchungs-Protokolle
Und gendarmisches Bedauern…
Dann die Orenburger Steppe,
Ihre Festung elend’ Sumpf.
Lebt’ er lange dort, beleidigt
Und gekränkt von jedem Lump.

Lebt’ als Söldner unter Söldnern,
Theilt’ ihr Los – und, ach, wie oft,
Konnt’ er unter Knuten sterben,
Hat er selbst vielleicht gehofft.
Doch sein Leid nicht Kürzen wollend
Auch um einen Augenblick,
Spart’ ihn auf in Sträflingsjahren
Russlands spasshaftes Geschick.

Da – zu Ende geht sein Unglück,
Alles, was nur lieb und schön
Und erquickend, was er seit der
Frühen Jugend nicht geseh’n,
Alles lächelt ihm auf einmal,
Wie ein off’nes Paradies, –
Da – ein Gott hat ihn geneidet,
Und sein Lebensfaden riss.

In: Франко І. Твори. Т. 11., S. 46f
Entstehungsdatum: 1861, Übersetzung 1903

НА СМЕРТЬ ШЕВЧЕНКО

Не предавайтесь особой унылости:
Случай предвиденный, чуть не желательный.
Так погибает по божией милости
Русской земли человек замечательный
С давнего времени: молодость трудная,
Полная страсти, надежд, увлечения,
Смелые речи, борьба безрассудная,
Вслед затем долгие дни заточения.

Всё он изведал: тюрьму петербургскую,
Справки, доносы, жандармов любезности,
Всё – и раздольную степь Оренбургскую,
И ее крепость. В нужде, в неизвестности
Там, оскорбляемый каждым невеждою,
Жил он солдатом с солдатами жалкими,
Мог умереть он, конечно, под палками,
Может, и жил-то он этой надеждою.

Но, сократить не желая страдания,
Поберегло его в годы изгнания
русских людей провиденье игривое.
Кончилось время его несчастливое,
Всё, чего с юности ранней не видывал,
Милое сердцу, ему улыбалося.
Тут ему бог позавидовал:
Жизнь оборвалася.

(27 февраля 1861)

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