Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Erst kommt das Experiment, dann folgt der Realismus: Weshalb das Zwei-Phasen-Modell im Werk des saarländischen Dichters Ludwig Harig, der an diesem Mittwoch fünfundachtzig Jahre alt wird, zugleich wahr und falsch ist. Von JOCHEN HIEBER, FAZ: „Kinderspiel, Gesellschaftsspiel, Sprachspiel: Von Anfang an lief mein Leben aufs… Continue Reading „88. Ludwig Harig wird 85“
Rund ums Label Kook – übrigens ein englischer Slangausdruck für Spinner – entstanden Literaturzeitschriften, ein Plattenverlag, man fuhr zu Festivals und Lesungen. Dann tauchte dieses Haus in der Schönhauser Allee 167c auf, das ehemalige Institut für Agrarökonomie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Man… Continue Reading „87. Auf eigene Faust“
Sartorius fragt, Leser antworten: Die Lyrik befindet sich im Sinkflug, so ist sie zumindest in Bewegung. Wenn 1354 Menschen Gedichte lesen, kann man doch von einer Erfolgsstory sprechen? Gottfried Benn hat einmal behauptet, dass Literatur etwas für zehn Interessierte sei, von denen acht mindestens… Continue Reading „85. Frage & Antwort“
„An Schulen kann man noch was erreichen“, sagt Nevfel Cumart im Vorgespräch. Deshalb machen die Autorenlesungen für Schüler den größten Teil seiner Lesereisen aus. Am liebsten sitzt der 48-Jährige vor kleinen Gruppen. „Ich will mit den Schülern ins Gespräch kommen, sie locker abholen und… Continue Reading „84. Dichter zum Anfassen“
BONN. Der Lyrik-Kenner Joachim Sartorius hat geklagt, dass die Poesie im Sinkflug sei. Auf dem audiovisuellen Basar finde sie kein Gehör mehr. Das stimmt nur mit Einschränkungen, denn die Popmusik ist ein großer Multiplikator lyrischer Einfälle. Die Berliner Band Culcha Candela, die am Freitag den… Continue Reading „83. Reim-Kultur“
Walter Delaber skiziert die Situation von Gegenwartslyrik: „Der Gedanke, dass Lyrik eine lernbare Schreibform ist, ist seit der Frühen Neuzeit weitgehend verloren gegangen. Was an Technik sonst geblieben ist, reicht aus, die seelischen Hygienefunktionen zu erfüllen, die wenigen Ausnahmen ausgenommen, die dann allerdings die… Continue Reading „80. „Geisterfahrer““
Die argumentativen und ästhetischen Schwächen von Was gesagt werden muß waren nicht zu übersehen. Eine Lektüre des neuen Gedichts verlangt mehr. Die meisten Kritiker haben sich mit dem Hinweis begnügt, das Gedicht bestehe aus „zwölf je zweizeiligen Strophen“. Dass Grass auf die antike Form… Continue Reading „79. „Ein nicht immer gelungenes, gleichwohl durchkomponiertes poetisches Gebilde““
Kathrin Passig interviewte Gesine von Prittwitz über den Buchmarkt. Darin auch: daß das Feuilleton immer dünner wird, also auch weniger Platz für Rezensionen und daß eh alle das gleiche rezensieren. (Wann kommt der neue Harry Potter?)
Kristoffer Patrick Cornils über Michael Fiedler, junge Welt 18.7. (hier auf seiner Seite): Infinitive und Substantive werden aneinandergereiht, wiederholt und zu neuen Bedeutungskontexten zusammengebastelt. Dabei tun sich überraschende, schöne Bilder auf: »Wildfarben, / Blenden, / Abdampfschlag, / Grundrisse in Blütenstaub«. Doch im abgesteckten Rahmen… Continue Reading „75. »Grundrisse in Blütenstaub«“
Samstag 21.7. 15:00 bis 22:00 Literarisches Colloquium Berlin Die Verlage A1 (München), Berenberg (Berlin), Bilger (Zürich), Dörlemann (Zürich), Edition Ebersbach (Berlin), Edition Korrespondenzen (Wien), kookbooks (Idstein/Berlin), Lilienfeld (Düsseldorf), Luxbooks (Wiesbaden), Mairisch (Hamburg), Matthes & Seitz (Berlin), Milena (Wien), Mitteldeutscher Verlag (Halle), Nimbus (Wädenswil), Poetenladen… Continue Reading „72. Kleine Verlage am Großen Wannsee“
Bei Fixpoetry ein schönes Gedicht von André Schinkel: Den Minotaurus erlegen Wir sind, um den Minotaurus zu erlegen: der Unsere Jungfern frißt, der in den Labyrinthen Die Knochen verstreut, eine Spur zu legen Für uns. Jäger sind wir, von Jägern Gejagte, Mit flatternden Lanzen,… Continue Reading „68. Feiern oder weitererzählen“
Sebastian Berns hat eine Maschine entworfen, die dem Menschen die Kreativität abnimmt: Sie druckt Gedichte. In einer langen Schlange rollt sich das Papier bis auf den Boden, ähnlich einem überlangen Kassenzettel. Die Gedichte werden automatisch von «Google Recaptcha» erzeugt und auf der Arbeitsvermittlungsplattform «Amazon… Continue Reading „64. Gedichtomat“
Martynova hat schreibend einen Sprachwechsel vollzogen. Für ihre Gedichte bevorzugt sie aber nach wie vor das Russische. Zusammen mit der Lyrikerin Elke Erb übersetzt sie ihre Verse anschließend wieder ins Deutsche, so auch die in dem Band „Von Tschwirik und Tschwirka“, der aus drei… Continue Reading „63. Sprachwechsel“
Die „Honigprotokolle“ kultivieren das Nebeneinander kleiner Phantasmagorien, sinnlicher Momentaufnahmen, politischer Szenen – und sie forcieren Abschweifungen in disparate Wortfelder. So entsteht mittels einer kühnen Bild-Artistik eine „wilde Vielfalt, in die Tausenderlei eingefaltet ist“. Wie im programmatischen Gedicht „Honighohn“: „Was der Honig an sich bindet:… Continue Reading „61. Honighohn“
Oberflächlich betrachtet geht es der Poesie gar nicht so schlecht. Die kleinen Lyrikverlage – kookbooks in Berlin, der Wiesbadener Lux Verlag, der Poetenladen in Leipzig – vermehren sich wie Hasenkolonien. mehr in der Art in einem offenbar unter die Oberfläche blickenden Text von Joachim… Continue Reading „59. Hasenkolonien“
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