Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
August von Platen (* 24. Oktober 1796 in Ansbach; † 5. Dezember 1835 in Syrakus, damals Königreich beider Sizilien) Ghaselen 15 Wer Gelder eingetrieben, Durchbebt die Nacht vor Dieben; Mir, der ich nichts besitze, Vergeht sie nach Belieben. Es dunkeln zwar die Lüfte, Doch sind sie rein geblieben; Da senkt des Himmels Wagen… Continue Reading „Ghasel 15“
Kenah Cusanit (geboren 1979 in Blankenburg (Harz)) Weißkohl Man braucht ein Messer, will man was über seinen Charakter erfahren. Einmal senkrecht durchtrennen bitte. Was sehen Sie: einen Engel, dessen Flügel in Flammen aufgehen oder eine Zypresse, die zu lang in einer Blumenpresse gelegen hat? Kohlschau ist I… Continue Reading „Aus der Weißkohlmatrix“
Konstantin Ames Reim (Engl) GOd today is too lazy so an I choose to climb a Schutthügel all the way like an I planned to do such a thing like other people perhaps plan to murder s.o. of their own kind on a Tier… Continue Reading „Reim (Engl)„
(* 27. Oktober 1922 in Putilla, Bukowina, Rumänien; † 12. Juli 2014 in Jerusalem) Manfred Winkler wurde in der früher österreichischen Region geboren, als die zu Rumänien gehörte. Er ging zur Schule in der Kulturmetropole Czernowitz. 1940 wurde die Nordbukowina in der Folge des Hitler-Stalin-Pakts von der Sowjetunion besetzt. Eltern und Bruder wurden verhaftet… Continue Reading „Manfred Winkler 1922-2014“
Günter Kunert (geboren am 6. März 1929 in Berlin; gestorben am 21. September 2019 in Kaisborstel) Tücke des Feindes Nichts erfuhr auf der Insel Ioa eine japanische Kompanie vom Ende des Krieges, vom Stillstehn der Waffen, von der Verwundeten Austausch, Befreiung der Gefangenen, dem beginnenden Aufbau zerstörter Häuser und Städte,… Continue Reading „Tücke des Feindes“
August von Platen (* 24. Oktober 1796 in Ansbach; † 5. Dezember 1835 in Syrakus, damals Königreich beider Sizilien) Sonette 35. Wer möchte sich um einen Kranz bemühen, Den unsre Zeit, die feile Modedirne, Geschäftig flicht für jede flache Stirne, Aus Blumen flicht, die zwo Sekunden blühen? Wer wollte noch für das… Continue Reading „Sonett 35“
Heinrich Leuthold (* 9. August 1827 in Wetzikon; † 1. Juli 1879 in Zürich) Im sichern Hafen land ich nie; Mich selber überwand ich nie; Des Lebens Wechsel sucht ich auf, Doch seinen Reiz empfand ich nie; Mein Herzblut rieselt hin im Lied, Dies wunde Herz verband ich nie. Wohl hab ich… Continue Reading „Ghasel“
Günther Deicke (* 21. Oktober 1922 in Hildburghausen; † 14. Juni 2006 in Mariánské Lázně, Tschechien) Nacht Da ist nur Stille. Eine Frau, ein Mann. Kein Spiel der Finger und kein Spiel der Zehen. Die nichts als ihre eigne Nacht ansehen, vergehn und gehn einander nichts mehr an. Da ist der Wind gleichgültig… Continue Reading „Günther Deicke 1922-2022“
Theodor Storm (* 14. September 1817 in Husum; † 4. Juli 1888 in Hanerau-Hademarschen) Hyazinthen Fern hallt Musik; doch hier ist stille Nacht, Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen; Ich habe immer, immer dein gedacht; Ich möchte schlafen, aber du mußt tanzen. Es hört nicht… Continue Reading „Aber du musst tanzen“
Tom de Toys, 1.10.2022 ©POEMiE™ @poetryclip.de SELBSTANALDÜSE (FURZEN FÜR DEN FRIEDEN) das geht jetzt zu weit – is schon klar denn: es geht hier um literatur und nicht um selbstanalyse. ich hätte schauspieler werden können und pianist auch professor wäre eine option gewesen dann… Continue Reading „das geht jetzt zu weit“
Paul Zech (* 19. Februar 1881 in Briesen, Westpreußen; † 7. September 1946 in Buenos Aires) Café Auch hier ist alles nur Betrug und Schein: Die Geige lügt, die Kellner gehn gemein. Das Wort noch, in Gesprächen ausgetauscht, macht uns nicht heiß. Wir sind belauscht.… Continue Reading „Die Geige lügt“
Ich bleibe noch einen Tag bei Handrij Zejler. Ein Gedicht des deutschen und sorbischen Dichters Kito Lorenc, der als Christoph Lorenz aufwuchs, bis er seine sorbische Herkunft entdeckte. Kito Lorenc war einer aus dem mächtigen Haufen der „sächsischen Dichterschule“. Hier huldigt er dem Vorfahren… Continue Reading „Der Dichter deichselt die Wahrheit“
Stefan Döring das gedicht das gedicht das notizbuch bleibe das notizbuch das telefon bleibe das telefon die zigarette die zigarette und das gedicht das gedicht das wetter sei nicht wetterbericht die strasse nicht strassenverkehr das leben sei nicht lebenslauf und der weg nicht strecke… Continue Reading „Und das Gedicht das Gedicht“
Was heißt schon Verstehen? Mal vorausgesetzt, das Lesen geschieht freiwillig. Man kann entzückt verharren, achselzuckend weitergehn, wieder lesen, Indizien sammeln, sätze / Stelzen auf kauernden stirnen? Was haben wir da, eine Beziehungskiste, du so, ich so? du in der Sonne deines badezimmers du in… Continue Reading „Sätze auf kauernden Stirnen oder Hinschauen statt Verstehen“
Horst Lange (* 6. Oktober 1904 in Liegnitz; † 6. Juli 1971 in München) Die Katzen Der Wind drängt die zerbrochnen Türen Ins leere Haus hinein, Der Wind will meine Schritte führen, Ich trete zögernd ein, Die kalten Wirbel schweifen Um Tisch und Stuhl und Spind Und rühren Band und Schleifen, Der… Continue Reading „Hier ist nichts mehr zu zähmen“
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