Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Kai Pohls „Auweia heißt jetzt Ai Weiwei“ (S. 117 ff.) mag auch als neodadaistische Textperformance mit dem Transformationsschutt aus der Sprache von Werbewirtschaft und Politik begriffen werden. In seinem Kompilierungsverfahren verknüpft er verschiedene Bedeutungs- und Sinnebenen. „Erwartung heißt jetzt Entwaldung“ ist da etwa zu lesen, oder: „beschleunigte… Continue Reading „My Degeneration“
Als „funktionierende Wahnsinnige“ beschreibt sich die in Berlin lebende Ann Cotten, die in ihren Texten ihre „authentisch verstörende Gedanken“ vermittelt. Als ehemalige Poetry Slammerin performt sie Gedichte, unter anderem aus dem Lyrikband „Rein – Ja oder Nein“. Im Gespräch beeindruckt die gebürtige Amerikanerin mit… Continue Reading „Authentisch verstörend“
Von Österreich nach Berlin-Kreuzberg: das avantgardistische Neofolk-Projekt „Allerseelen“ aus Österreich will am 28. März (Sonnabend) ein Konzert in Berlin-Kreuzberg spielen. Dies geht aus einer Ankündigung hervor, die derzeit auf Facebook und Tumblr kursiert. „Allerseelen“ gehören seit Jahrzehnten zum extrem rechten Flügel der Neofolk-Szene. Auf… Continue Reading „SS-Folk in Kreuzberg“
Plötzlich jetzt aber die Liebe mit ihren bebenden Schläfen von hinten im Dreiviertelprofil.
„… und dann der weg entlang der hecke der jeden fuß erkannte und nicht weiter ließ und sich an seine ferse schmiegte sobald der morgen sich auf den balkonen zeigte als ein versprechen…“ Nadja Küchenmeister, Erwin Einzinger und Christoph Wilhelm Aigner haben nicht nur live… Continue Reading „Rauris.Lyrik“
und auf den Straßen weht die Transparenz (Volker Braun) Ein Hauch Transparenz im Preisbetrieb. Während in Klagenfurt alle Lesungen, Jurydiskussionen und auch die Abstimmungen vor den Fernsehkameras ablaufen, was ebensosehr große Durchsichtigkeit erzeugt wie es – wie sie, die Kameras – Medienförmigkeit nach sich ziehen, der… Continue Reading „Transparenz“
Marcus Roloff bei lyrikkritik.de: Leipzig. Wenn es das gibt Diese grauen Wälder im März, das Schlafende, Schiefstehende in der Hängung. Natur, was für ein zerzaustes Ding. Da steht ein Wolkenbrocken vor der Sonne und neben den Gleisen ruht der Fluss, das heißt er ruht… Continue Reading „Nach Leipzig“
Antrittsvorlesung der fünften Thomas-Kling-Poetikdozentin Marion Poschmann (Jg. 1969) ist die fünfte Thomas-Kling-Poetikdozentin. Sie wuchs im Ruhrgebiet auf und studierte in Bonn und Berlin Germanistik, Philosophie und Slawistik. Marion Poschmann, die als freie Schriftstellerin in Berlin lebt, wurde für ihre literarische Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a.… Continue Reading „Marion Poschmann: Kunst der Unterscheidung. Poetische Taxonomie“
„labor für poesie als lebensform“. So lautet – kurz und knapp – das Selbstverständnis des Independent-Verlags kookbooks, der 2003 von Daniela Seel und Andreas Töpfer in Berlin gegründet wurde. „Kook“, so erklärt Seel im Interview mit Michael Braun in der NZZ, „sei nicht nur… Continue Reading „Berge versetzen“
Ganz auf sich allein gestellt, stiess er auf die «Anthologie der Abseitigen» von Carola Giedion-Welcker. Hier entdeckte er Neuland, moderne Lyrik, «die in nichts den Gedichten glich, die ich kannte, Expressionismus, Dadaismus, alles neu». Es war eine Welt, von der seine Lehrer nichts wussten.… Continue Reading „Peter Bichsel 80“
Marie T. Martin hatte schon viel über diesen Hausacher LeseLenz gehört. Sie kannte José F. A. Oliver als Dichter, und sie findet nicht nur sehr interessant, was er schreibt – sondern auch, dass er bewusst nicht in einer Metropole lebt, sondern sich diese durch… Continue Reading „Hausacher Stadtschreiberin“
Man stellt mir Bertram Reinecke vor – ein Lyriker und Essayist und eine wichtige Stimme in den Poetik-Diskussionen jüngerer deutschsprachiger Literatur. Ich lese ihn gern. Wir sahen uns noch nie. Erst jetzt verstehe ich, dass er auch Bücher verlegt – in einem eigenen Verlag, Reinecke & Voß. Er stellt… Continue Reading „Palindromdichter u.a. Sonderlinge“
Odile Kennel zur neuen Lyrikbegeisterung: All die wichtigen Leute, die jetzt sagen, sie freuten sich, dass nun endlich Lyrik zum Zug käme, klingen so, als meinten sie die anderen, als nähmen sie sich selbst davon aus, zukünftig mehr Lyrik zu lesen. Und ich frage… Continue Reading „Neue Lyrikbegeisterung“
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