Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ich habe Leonard Cohen nicht kennengelernt, bin aber neben ihm hergeschwommen, eine Stunde lang im Breach Candy Club in Bombay, jeder für sich, Bahn um Bahn in einem Becken, dessen Konturen den Außengrenzen Indiens nachgebildet sind. Wir blickten uns einmal an, er nickte mir… Continue Reading „Noch eine“
Auf seiner Flucht vor der Polizei begegnet Toller Rilke, der in dieser Zeit in München lebt: „Ich bin sehr betrübt, bei mir sind Sie nicht sicher, zweimal schon wurde mein Haus durchsucht. Sie hatten meine Wohnung unter den Schutz der Räterepublik gestellt, ich vergaß… Continue Reading „Anekdote“
Witzige Unterhaltung bot vor allem der jüngste der drei Teilnehmer, der Lyriker Tristan Marquardt, mit seinen knappen und geistreichen, meist hintersinnig-philosophischenWortspielen und Aphorismen. Oft standen dabei technische Aspekte im Mittelpunkt. Kostprobe gefällig? „Ist ein voll aufgeladener Akku eigentlich schwerer als ein leerer“; „Wann hört… Continue Reading „Auswärtsspiel“
Die Dichterin Friederike Kempner wird als „schlesischer Schwan“ und „Genie der unfreiwilligen Komik“ verlacht. Nicht zu unrecht. Allzu groß ihr Vertrauen in die göttliche Poesie Die Poesie, die Poesie, die Poesie hat immer recht. Sie ist von höherer Natur, von übermenschlichem Geschlecht. Und kränkt… Continue Reading „Friederike Kempner, Genie der unfreiwilligen Komik?“
Zu seinem 85. Geburtstag erschien im Rowohlt Verlag Das Grundbuch mit „365 Sieben- bis Zwölfzeilern“ – sozusagen für jeden Tag des Jahres ein Gedicht. Oder wenn man so will: Ein lyrisches Tagebuch für den Zeitraum eines Jahres. Wollte Hochhuth, wie der Buchtitel zunächst vermuten… Continue Reading „Hochhuths Reime“
Schon mit einem geringfügigen Faible für DIY*, also Poesie, bietet dieses Buch vorwiegend großes Vergnügen. Eine so explizite und temperamentvolle, auch temporeiche Lobpreisung des Transitorischen hat es in dieser kompromisslosen Form schon eine Weile nicht mehr gegeben, vielleicht seit RD Brinkmanns Westwärts nicht mehr.… Continue Reading „Von ferne winken die Galgenbrüder“
Der zum fünften Mal verliehene Hölty-Preis „für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“ geht in diesem Jahr an den Dichter und Grafiker Christoph Meckel. Der Preis wird am 15. September um 20 Uhr öffentlich in der Orangerie Herrenhausen in Hannover verliehen. Der Lyriker… Continue Reading „Hölty-Preis für Christoph Meckel“
Macfarlane und seine über die Erde verstreuten Wanderfreunde sind alle wie dieser Raja Shehadeh. Sie wissen: Man braucht nicht an exotische Orte zu reisen, um berückende Geschehnisse zu entdecken, man findet die Welt vor der Haustür. Eine ähnliche Auffassung greift auch hierzulande allmählich um… Continue Reading „Hammerhai vor der Haustür“
9. Juni 2016 – 19:30 Podiumsgespräch mit Helmut Böttiger und Jayne-Ann Igel Sind Utopien noch aktuell? Wie ›politisch‹ dürfen Utopien sein? Wie haben Schriftsteller des 20. Jahrhunderts utopische Ideen in ihren Werken verarbeitet? Die Veranstaltungsreihe »Utopien in der modernen Literatur« stellt den Dichter und… Continue Reading „Die elfte These … Utopisches Nachdenken bei Wolfgang Hilbig“
Der Tisch musste für andere Blätter geräumt, die Dissertation verschoben werden. Dann hieß es in der Familie: „Er trägt den Expressionismus wieder in den Keller“. (…) Eine Strömung mit ihren literarischen Ablegern, das heißt in diesem Fall mit Qualität beanspruchenden Siebenbürger, Bukowiner, Bukarester und Banater… Continue Reading „Rumäniendeutscher Expressionismus“
Paul Celan im Briefwechsel mit René Char Beitrag von Felix Philipp Ingold für die Neue Zürcher Zeitung vom 14.5. Schon lang war sie angekündigt, mehrfach wurde ihr Erscheinen aufgeschoben, jetzt liegt sie endlich vor – die Buchausgabe von Paul Celans Korrespondenz mit René Char.… Continue Reading „Eine schwierige Dichterfreundschaft“
Mit zweiundzwanzig Jahren veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband «Indigo» (1988), dem mehrere weitere folgen sollten. Meist schrieb er seine lyrischen Texte auf Deutsch, doch die Muttersprache Slowenisch, Idiom der Kindheit und der Gefühle, blieb stets präsent. Die genuine Zweisprachigkeit war es denn auch, die… Continue Reading „Ilma Rakusa zum Tode von Fabjan Hafner“
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