Hochhuths Reime

Zu seinem 85. Geburtstag erschien im Rowohlt Verlag Das Grundbuch mit „365 Sieben- bis Zwölfzeilern“ – sozusagen für jeden Tag des Jahres ein Gedicht. Oder wenn man so will: Ein lyrisches Tagebuch für den Zeitraum eines Jahres. Wollte Hochhuth, wie der Buchtitel zunächst vermuten lässt, etwas Grundsätzliches schaffen, etwas Bleibendes, ein persönliches Register? Bereits im Vorwort weist der Autor diesen Verdacht von sich: „Auf Erden gibt es überhaupt nichts Ewiges, einfach deshalb nicht, weil jede Generation mit anderen Augen urteilt; meist aburteilt, was die vorhergehende geleistet hat.“ / Manfred Orlick, literaturkritik.de

Besonders angetan haben es mir Hochhuths Reime:

„Annes Tagebuch wird den deutschen Staat, eine vergleichbare Untat / nicht bekannt –, wird sogar unser Volk überleben! / Unsühnbar: Der Weltgeist kann uns Auschwitzern nie vergeben.“

„Nicht wenigem, was man schreibt mit Schwung, / gibt erst der Reim Daseinsberechtigung.“

(Erstaunlicherweise enthält sich der Rezensent so gut wie jeglichen Urteils. Zum Geburtstag nur Gutes?)

Rolf Hochhuth: Das Grundbuch. 365 Sieben- bis Zwölfzeiler.
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016.
240 Seiten, 22,00 EUR.
ISBN-13: 9783498030278

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