Von ferne winken die Galgenbrüder

Schon mit einem geringfügigen Faible für DIY*, also Poesie, bietet dieses Buch vorwiegend großes Vergnügen. Eine so explizite und temperamentvolle, auch temporeiche Lobpreisung des Transitorischen hat es in dieser kompromisslosen Form schon eine Weile nicht mehr gegeben, vielleicht seit RD Brinkmanns Westwärts nicht mehr. Es ist nicht nur das Magenta des Covers und die Affinität zur Fotografie, die Ulrike Feibig mit dem Erzsubjektivisten aus Vechta verbinden; die Debütantin schafft auch etwas, was auf eine immense poetische Begabung hindeutet: Sie kann von ihrer Faszination fürs Material lassen, um sich dem Kontext ihres Tuns zuzuwenden und qua Text Poetologie zu betreiben. Und abseits dieses Changierens von ausgestellter Naivität und poetologischer Reflexion schafft sie sich und der Leserschaft Inseln, und auf diesen Inseln geht es entweder ausgesprochen intim zu oder verspielt, von ferne „WINKEN“ (dazu findet sich eine kaltschnäuzige Anweisung im Buch) die Galgenbrüder.
(…) Ulrike Feibigs perlicke, perlacke, mein Herz schlägt ist ein vitales Gedankenbuch. (…)

(…) der unverlierbare Humor dieses meisterlichen Debüts. / Konstantin Ames, Signaturen

Ulrike Feibig: perlicke, perlacke, mein Herz schlägt. Herausgegeben von Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner (= Reihe Neue Lyrik, Band 11). Leipzig (poetenladen) 2016. 91 Seiten. 16,80 Euro.

*) „Do it yourself, also Poesie“: werd ich mir merken. (Als Definition, nicht als Drohung!)

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