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Die russische Dichterin Novella Matwejewa (russ. Нове́лла Никола́евна Матве́ева, engl. Novella Matveyeva; auch Matveeva) starb am Sonntag im Alter von 82 Jahren. Sie wurde 1934 im Leningrader Gebiet geboren. 1968 erschien auf Deutsch eine Auswahl in einem der ersten Hefte des legendären Poesiealbum, ausgewählt von Fritz… Continue Reading „Gestorben“
Felix Philipp Ingold zu seiner Neuübersetzung von Fjodor Dostojewskijs „Aufzeichnungen aus dem Abseits“ (Dörlemann Verlag, Zürich 2016). Im Unterschied zu früheren Eindeutschungen wurde vorrangig auf die sprachliche beziehungsweise stilistische Eigenart der „Aufzeichnungen“ geachtet, um der ungewöhnlichen Rhetorik des Erzählers optimal gerecht zu werden. Dazu… Continue Reading „Aufzeichnungen aus dem Abseits“
Eine Petition an den Gouverneur von Sankt Petersburg fordert, das Andenken an den Dichter Nikolai Gumiljow in seiner Geburtsstadt Kronstadt zu bewahren. Im April 2016 waren 130 Jahre seit der Geburt des Dichters des Silbernen Zeitalters vergangen, im August vor 95 Jahren wurde er… Continue Reading „Gerechtigkeit für Nikolai Gumiljow“
Die russische Dichterin Anzhelina Polonskaya, die seit September 2015 in Frankfurt am Main als Gastautorin im Rahmen des Programms Frankfurt – Stadt der Zuflucht lebt, wird Anfang September im norwegischen Frederikstad den Literaturpreis Ord i Grenseland – Words on Borders Freedom Prize – erhalten.… Continue Reading „Norwegische Auszeichnung für Anzhelina Pololonskaya“
Ein Gedicht von 1821 „Fröhlich treibt die laute Menge immer mit dem Partyschwarm, alle huldigen und drängen auf die Bühne – ein Altar! Ich komm ohne ihresgleichen, ohne Drama, Lärm und Rausch mit dem Schicksal sehr gut aus: Songs und gute Freunde reichen.“ Wem… Continue Reading „Dmitrij Venevitinov“
Ulrich Schmid blickt auf die russische Kulturszene, die mit ungeniert propagandistischen Machwerken das Land auf einen neoimperialen Kurs trimmt: „Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit, wurde der syrische Präsident Bashar al-Asad im Januar 2012 für seinen „Widerstand gegen die westliche Expansion“ mit dem Preis „Imperiale… Continue Reading „Imperiale Kultur“
Ralph Dutli zeichnet nun minuziös Mandelstams Aufenthalt in Heidelberg von November 1909 bis März 1910 nach. In dieser Zeit sind mit Sicherheit fünfzehn, vielleicht aber auch bis zu dreissig Gedichte entstanden. Wer allerdings eine romantische Auseinandersetzung mit der Stadt am Neckar erwartet, muss mit… Continue Reading „Mandelstam in Heidelberg“
«Ich bin nach Warschau gekommen», sagte der Schielende, «und will, dass du für mich einen Empfang organisierst. Du bist doch Melech Ravitch.» Das war im Januar des Jahres 1929. In Warschau lebten dreihunderttausend Juden, die elf jiddische Tageszeitungen lasen. Jüdische Schriftsteller gab es hier… Continue Reading „1929 in Warschau“
Die Dichter anderer Nationen brechen auf der Bühne zusammen (Molière), erliegen der Cholera (Adam Mickiewicz), werden zu stark zur Ader gelassen (George Byron), ersticken an Gegenständen, die sie verschluckt haben (Tennessee Williams), oder werden von herabfallenden Ästen erschlagen (Ödön von Horváth). In Russland kommen… Continue Reading „Kulturgeschichte des russischen Duells“
Was ist ein gutes Gedicht? In den 50er Jahren schrieb Brecht: „Weder politische noch geschmackliche Urteile können gebildet werden nur an Gutem. (…) Wo bleibt der ‚Trompeter an der Katzbach‘ als Beispiel von Chauvinismus?“ Julius Mosen Der Trompeter an der Katzbach Von Wunden ganz… Continue Reading „Kempner in die Lesebücher (Aber es gibt die Tscherkessen)“
An der Moskauer Metrostation „Lubjanka“ verhaftete die Miliz den Dichter Sergej Gandlewskij, nachdem er ein Stalinbild von der Wand abgerissen hatte. Das geschah am 23. Mai. Ein Mann kam dazu und fragte ihn, was er da tue. Er erklärte es ihm, und der Mann… Continue Reading „Dichter gegen Stalin“
Als Kuriere und Berichterstatter zwischen Dada Ost und Dada West waren damals Roman Jakobson, Sprachforscher und Dichtungstheoretiker, sowie der georgisch-russische Schriftkünstler Ilja Sdanewitsch unterwegs: Beide standen mit den interessierten Autoren in direktem Kontakt – Sdanewitsch vermittelte zwischen Tbilissi und Paris, Jakobson zwischen Moskau und… Continue Reading „Russische Avantgarde“
Moskau. Die Patriarchalische (also zunächst einmal: beim Patriarchen eingerichtete, L&Poe) Kommission für Familie, Schutz der Mutterschaft und Kindheit kümmert sich mit dem Segen des Präsidenten um den Schullehrplan in der Literatur. Da würden die Schüler Werke wie „Über die Liebe“ von Anton Tschechow, „Fliederbusch“ von… Continue Reading „Auf gehts“
Was von weitem wie eine Versammlung kirchlicher Oberhirten aussieht, ist die Gründung einer „Gesellschaft der russischen Literatur“. Am 9. März 2016 fand unter dem Vorsitz Seiner Heiligkeit Patriarch von Moskau und ganz Russland, Kirill, eine erweiterte Sitzung des patriarchalischen Rates für Kultur statt, auf der die… Continue Reading „Formierter Geist (1)“
Am ADC in Genf würdigt „Ossip Mandelstam. A Performance“ den großen russischen Dichter. Vier Menschen sitzen auf behelfsmäßigen Stühlen um einen Holztisch. Drei Tänzer, die gleich der Stimme von Ossip Mandelstam (1891-1938) Körper verleihen werden. Es spricht der Schauspieler Bruce Myers, dessen Karriere untrennbar… Continue Reading „Ossip Mandelstam. A Performance“
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