Kategorie: Europa

Anarchie

Ohne besonderen Anlaß unterbreche ich die kleine Danteserie (die ab morgen weiter geht) für ein paar Zeilen von Goethe: Warum mir aber in neuster Welt Anarchie gar so wohl gefällt? — Ein jeder lebt nach seinem Sinn, Das ist nun also auch mein Gewinn.… Continue Reading „Anarchie“

An Dante

MICHELANGELO BUONARROTI AN DANTE VOM Himmel stieg er, sterblich noch, und hatte Gerichtes Hölle wie des Heils durchfahren, Dann lebend Gott erblickt, damit den wahren Bericht er über alles uns erstatte. Leuchtender Stern, der unverdienterweise Dem Nest aus dem ich stamme, half zum Glanze!… Continue Reading „An Dante“

Das zwölfte Sonett

Bertolt Brecht Das zwölfte Sonett (Über die Gedichte des Dante auf die Beatrice) Noch immer über der verstaubten Gruft In der sie liegt, die er nicht vögeln durfte Sooft er auch um ihre Wege schlurfte Erschüttert doch ihr Name uns die Luft. Denn er… Continue Reading „Das zwölfte Sonett“

Divina Commedia

DIVINA COMMEDIA, ein harter Film, zentral gelegen, aber ganz Western, genügend selbstzufrieden und in der Abwesenheit des Mitleidens wirklich divin. Günter Eich, aus: Die Gedichte. Die Maulwürfe. Hrsg. Axel Vieregg (Gesammelte Werke in vier Bänden. Revidierte Ausgabe, Bd. 1). Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1981, S. 287

Dante

Heute vor 696 Jahren, am 14. September 1321, starb der Schöpfer der Comedia, die Boccaccio die Göttliche nannte. Zum Anlaß ein Danteporträt aus dem Jahr 1972. Karl Mickel schrieb ein reimloses Sonett im Maß Dantes und widmete es seinem Kollegen Wulf Kirsten. Inferno XXXIV… Continue Reading „Dante“

Wir aber grüßen den Frühling

Der tschechische Dichter Otokar Březina wurde am 13. September 1868 in Počátky, Böhmen geboren, er starb am 25. März 1929 in Jaroměřice nad Rokytnou, Südmähren). Zum Geburtstag zwei deutsche Fassungen eines Gedichts Otokar Březina Wir aber grüßen den Frühling Wir aber grüßen den Frühling!… Continue Reading „Wir aber grüßen den Frühling“

Krieg

Am 12. September 1985 starb Lajzer Ajchenrand, jiddischer Dichter (Polen, Frankreich, Schweiz, Israel). „Die Schweiz verweigerte ihm aus formalen Gründen die Staatsbürgerschaft.“ KRIEG Wolkens grine speien mit Gall. Toitlich Geher roischt durch Welder. Varlosener Acker demert in Varfall — Broine Durscht gießt iber Felder… Continue Reading „Krieg“

Friedrich Schröder-Sonnenstern

Kalenderarbeit ist Arbeit am (Gegen-)Kanon. Nicht immer einfach, zwischen all den Brecht Goethe Quevedo Schlegel Brentano Mallarmé usw., die alle schätzenswert sind, Namen von Frauen aufzufinden. Oder Namen aus den sogenannt kleinen oder exotischen Sprachen, für die es außerhalb ihres Sprachraums nicht so viele… Continue Reading „Friedrich Schröder-Sonnenstern“

Das Fleisch ist traurig, ach!

Ein Gedicht von Stéphane Mallarmé in neun Varianten mit Bildanhang (* 18. März 1842 in Paris; † 9. September 1898 in Valvins, Vulaines-sur-Seine bei Fontainebleau) Seewind. Nach Mallarmé Ach, kläglich das Fleisch! Alle Bücher gelesen! Fliehen! Fliehen hinaus! Trunkene Wesen Sind Vögel, ich weiß, zwischen… Continue Reading „Das Fleisch ist traurig, ach!“

Septembermorgen

Eduard Mörike (8. September 1804 Ludwigsburg – 4. Juni 1875 Stuttgart) Septembermorgen Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen.

Ein Lied von der Erbsünde

Text von Lazarus Spengler (1524), vertont u.a. durch Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude. Lazarus Spengler (* 13. März 1479 in Nürnberg; † 7. September 1534 ebenda) war ein früher Förderer der Reformation in Nürnberg und wurde 1520 zusammen mit Luther mit päpstlichem Bann… Continue Reading „Ein Lied von der Erbsünde“

Krampf im Geisterkampf

Ende der Geschichte. Im 21. Jahrhundert diskutiert man über Gedichte, als könnte oder dürfte man nicht zwischen objektiver und subjektiver, manieristischer oder Kasuallyrik, galanter und empfindsamer, klassischer Erlebnis- oder Gedankenlyrik, artistischer, symbolistischer, engagierter oder Nonsenselyrik, rhetorischer oder Ausdruckslyrik unterscheiden und Dinggedicht, Aleatorik, Konstellation, konkrete,… Continue Reading „Krampf im Geisterkampf“

Ein Briefgedicht von Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich (5. September 1774 Greifswald – 7. Mai 1840 Dresden) Aus Caspar David Friedrichs Nachlaß. Mitgeteilt von Friedrich Aubert. (…) Einfachheit, Einheitlichkeit — so ist Friedrichs Kunst, so ist Friedrichs Persönlichkeit, so ist auch sein Leben. Es ist mit ihm so wie… Continue Reading „Ein Briefgedicht von Caspar David Friedrich“

Von Hamann über Bobrowski zu Meister und zurück

Johann Georg Hamann (27. August 1730 Königsberg – 21. Juni 1788 Münster) Ernst Meister (3. September 1911 Haspe – 15. Juni 1979 Hagen) Johannes Bobrowski (9. April 1917 Tilsit – 2. September 1965 Berlin) Ernst Meister, Zwei Gedichte aus „Wandloser Raum“ Über dem ersten… Continue Reading „Von Hamann über Bobrowski zu Meister und zurück“

Die Gedichte dieses Mannes

Ernst Jandl urteil die gedichte dieses mannes sind unbrauchbar. zunächst rieb ich eines in meine glatze. vergeblich. es förderte nicht meinen haarwuchs. daraufhin betupfte ich mit einem meine pickel. diese erreichten binnen zwei tagen die größe mittlerer kartoffeln. die ärzte staunten. daraufhin schlug ich… Continue Reading „Die Gedichte dieses Mannes“