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Veröffentlicht am 26. September 2017 von lyrikzeitung
Ernst Wilhelm Lotz
BEGREIFT
Von Dumpfheit summt das halbe Kaffeehaus,
Das halbe ist getaucht in weißes Glühen
Und flackert in den Lampentag hinaus,
Wo dünne Nebel an die Scheiben sprühen.
Es wollen ernste Freunde mich bedeuten,
Ich sei zu leicht für diese Gründerjahre,
Weil ich, statt kampfgenössisch Sturm zu läuten,
Auf blauer Gondel durch den Äther fahre.
Ich sah bisher nur Zeitungsfahnenwische
Und warte längst auf Barrikadenschrei,
Daß ich mich heiß in eure Reihen mische,
Besonnt vom Wind des ersten Völkermai!
Den Kopf ganz rot, malt ihr Kulissenbrand
Und überträumt die Zeiten mit Besingung.
Begreift: Ich wirke, spielend freier Hand,
Mein helles Ethos silberner Beschwingung.
Aus: Ernst Wilhelm Lotz: Wolkenüberflaggt. Gedichte (Sechsunddreißigster Band der Bücherei Der Jüngste Tag), Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1917 Digitale Ausgabe
Ernst Wilhelm Lotz „fiel“ 24jährig am 26. September 1914 in einem Schützengraben bei Bouconville, Frankreich.
(Die Danteserie wird nach einer kurzen Reise nächste Woche fortgesetzt)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Ernst Wilhelm Lotz, L&Poe-Anthologie
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Zuviel Reimen. Sonst gut. Ohne Reimen hätt ers nicht geschrieben, leider.
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