Kategorie: Deutschland

82. Iranische Lyrik

Heute ist Lyrik generell marginalisiert. 1354 aktive Lyrikleser gebe es in Deutschland, hat Hans Magnus Enzensberger einmal überschlagen. Und angesichts durchschnittlicher Auflagen von 100 – 150 Exemplaren pro Gedichtband scheint das gar nicht so weit hergeholt. Dass die Arbeit iranischer Dichter, die in Deutschland… Continue Reading „82. Iranische Lyrik“

81. 14. Nahbellpreis 2013: THOMAS KUNST

„Eine mutige Entscheidung deshalb, weil ich fast zehn Jahre darauf warten musste, einen neuen Verleger für meine Gedichte zu finden, und weil meine Gedichte den falschen Zauber von Wissenschaftsschmeichelei und Bildungsdemonstration schon immer ignoriert haben. Was nicht alles in heutigen Gedichten so vorzukommen hat,… Continue Reading „81. 14. Nahbellpreis 2013: THOMAS KUNST“

76. meine drei lyrischen ichs

Münchens Lesereihe für neue Lyrik 18.04.13 mit KRAUS, WESTERMANN und STEIGERWALD Münchens Lesereihe für neue Lyrik geht ins zweite Jahr und freut sich, auch 2013 spannende Vertreter_innen der zurzeit sehr agilen Lyrikszene präsentieren zu können. Im Veranstaltungsteam begrüßen wir neu Tillmann Severin, der sich… Continue Reading „76. meine drei lyrischen ichs“

75. Meine Anthologie 85: Cyrus Atabay

Cyrus Atabay, Der Osten sagte zu dir DER OSTEN sagte zu dir erzähl mir deine Herkunft der Westen sagte zu dir erzähl mir deine Wandlung doch der eine ließ dich nicht der andere fiel dir ins Wort Laßt dem Alten sein graues Haar er… Continue Reading „75. Meine Anthologie 85: Cyrus Atabay“

73. Land der toten Dichter

Zur Wahrnehmung deutschsprachiger Lyrik im Ausland Vor genau 200 Jahren veröffentlichte die französische Autorin Madame de Staël ihr Buch De l’Allemagne, in dem sie die Auffassung vertrat, bei den Deutschen handele es sich um ein „Volk der Dichter und Denker“. Mittlerweile ist diese Formel… Continue Reading „73. Land der toten Dichter“

72. „Literatur“

Im vergangenen Jahr gab es gar keinen Preis in der Kategorie Literatur, dieses Jahr ist er hochpolitisch: Adam Johnsons Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ erhält den Pulitzer-Preis. schreibt die Süddeutsche. Keinen Preis in Literatur? War da nicht was? Richtig: in der… Continue Reading „72. „Literatur““

67. Schattenliebe

Zu den Feinheiten  von Novalis‘ Gedicht gehört das Wort Sonnenschein in der Zeile: „Uns barg der Wald vor Sonnenschein“. Das Wiederlesen bringt mich auf einen allerliebsten und denkwürdigen philologischen Fehler. Heinrich Heine, der in Paris lebte und liebte, wollte nach dem Erfolg seines „Buchs der… Continue Reading „67. Schattenliebe“

66. Wie mir geschah

Novalis hat es faustdick ich sag mal hinter den Ohren. Aus: Novalis Schriften, Band 2 Hrsg. Friedrich von Schlegel In der Buchhandlung der Realschule, 1802 Download

64. Benn-Funde

Im Jahrhundertsommer 1904 verliebt sich der jungen Gottfried Benn in die Tochter eines Lederfabrikanten, schreibt ihr einen heißen Brief und ein heißes Gedicht. Beide Funde kommen nun unter den Hammer. In der FAZ sind sie zu lesen. Das Gedicht fängt so an: Meines heißen,… Continue Reading „64. Benn-Funde“

62. Heldengeschichte

Spoken-Word-Heldin Nora Gomringer, Tochter des großen Eugen Gomringer („seine kehl in fyrsten„), geht dahin, wo es wehtut. In ihrem collagenartig gestalteten Gedichtband „Monster Poems“ gibt es ein Wiedersehen mit King Kong, Alfred Hitchcocks „Psycho“ und der „50 Foot Woman“. / Jan Drees, jetzt.de Ist vielleicht jugendgemäß, also… Continue Reading „62. Heldengeschichte“

61. Unbestimmtes Verstehen

„Für Liebhaber einfacher Lösungen” ist ein solcher Text nichts. Glücklicherweise scheint er es nicht aufs Verstandenwerden anzulegen. Merkwürdigerweise versetzt er gerade, weil man gezwungen wird, das Kausalitätsprinzip zu verlassen und die Sprünge von den stummen Vögeln zum Regal zum Kitsch hinzunehmen und sich zwischen… Continue Reading „61. Unbestimmtes Verstehen“

59. Poetopie

Berlin wird immer voller, der Abstand zwischen den Bewohnern immer größer Hansjürgen Bulkowski

58. „Quatsch mit Gedicht“

Unsere Gesellschaft braucht mehr Wir und weniger Ich meint Andrea Nahles und hat vielleicht recht. Aber ihre Vorstellung von Quatsch (lesen die nicht Schwitters? Charms? Tja, merkt man) und von einem Gedicht ist von vorgestern: Eines ist das Wir sicher nicht: Die „Tyrannei des… Continue Reading „58. „Quatsch mit Gedicht““

57. Geht doch!

Aber Kalékos Erfolg dient der Nachkriegsgesellschaft auch als Alibi. Als sie jedoch nicht bereit ist, sich vor den Karren des kollektiven Verdrängens spannen zu lassen, und die Nominierung zum Fontane-Preis ablehnt, weil eines der Jurymitglieder, der Schriftsteller Hans Egon Holthusen, von 1933 bis 1943… Continue Reading „57. Geht doch!“

56. Unmodern

Zwei Seelen wohnten in der Dichterin «zur Miete»: eine lyrische und eine satirische. Mascha Kaléko, deren erster Gedichtband mit dem bezeichnenden Titel «Das lyrische Stenogrammheft» im Unheilsjahr 1933 erschien, gehörte neben Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Franz Mehring* zu den Poeten der Neuen Sachlichkeit.… Continue Reading „56. Unmodern“