61. Unbestimmtes Verstehen

„Für Liebhaber einfacher Lösungen” ist ein solcher Text nichts. Glücklicherweise scheint er es nicht aufs Verstandenwerden anzulegen. Merkwürdigerweise versetzt er gerade, weil man gezwungen wird, das Kausalitätsprinzip zu verlassen und die Sprünge von den stummen Vögeln zum Regal zum Kitsch hinzunehmen und sich zwischen Ernst und Ironie zu verlaufen, gerade deswegen also versetzt dieser Text, nennen wir ihn Gedicht, plötzlich eine Saite unbestimmten Verstehens in Schwingung. Die „Honigprotokolle” gleichen dadurch einer Partitur ohne Noten. Wir Lesenden sind die Instrumente. Nach uns die Deutung. Willkommen also in Rincks Oktaeder! Der Eintritt ist frei, der Austritt hat seinen Preis, denn für eine Weile wird man danach auf dem Kopf gehen müssen und mit den nackten Füßen im Himmel zappeln. Andererseits muss zugegeben werden, dass Monika Rinck uns keineswegs „eisige Abstraktionsschauder” über den Rücken schickt. Sie dichtet konkret und nah an Situationen und Reflexionen, die jeder kennen kann. Oder ist es nicht eine „Himmelshärte”, eine Strafe der Götter, dass man sich jeden Morgen aufs Neue dem Schlaf aus den Armen winden muss? / Insa Wilke, aus der Laudatio zum Huchelpreis für Monikas Rinck. Hier

2 Comments on “61. Unbestimmtes Verstehen

  1. In Staufen sind neue Risse an Gebäuden aufgetaucht. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass diese Schäden diesmal nicht von den Bohrungen zur Gewinnung von Geothermie herrühren, sondern daher, dass Peter und Monika Huchel im Grab rotieren – aus Ärger über den dreisten Schwachsinn, den Frau Rinck und ihre Lobrednerinnen absondern. Dass derlei „Honigprotokolle“ im Namen eines großen Lyrikers ausgezeichnet werden, zeigt die Verwahrlosung unseres Literaturbetriebs und den Verlust allen literarischen Urteilsvermögens.

    Dr. Karl Corino

    Nicht Teil des Kommentars. Nur für Moderator: Herr Corino hat mich um Weiterleitung seines Kommentars gebeten. Für Nachfragen bezüglich der Authentizität stehe ich gern zur Verfügung. SB

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    • wie hieß es neulich in einem kommentar zu einem anderen post: ach gottchen. aber wenn die auszeichnung für rinck wirklich ein zeichen für die verwahrlosung des literaturbetriebs ist, begrüße ich diese verwahrlosung sehr – auch wenn ich nicht so recht weiß, was der literaturbetrieb eigentlich ist. dass hier und da mal jemand sein literarisches urteilsvermögen einbüßt, läßt sich offensichtlich ertragen.
      und wo ich schon mal da bin: verspätete gratulation an monika rinck.
      (ich leite diesen kommentar selbst weiter, lasse mich aber natürlich gern zu meiner authentizität befragen, wenns not tut)

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