Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) Farbiger Herbst (1. Fassung von ‘Musik im Mirabell’ Sammlung 1909) Der Brunnen singt, die Wolken stehn Im klaren Blau, die weißen, zarten; Bedächtig, stille Menschen gehn Da drunten im… Continue Reading „Farbiger Herbst“
Georg Philipp Harsdörffer (* 1. November 1607 in Fischbach / Nürnberg; † 17. September 1658 in Nürnberg) Friedenshoffnung bey noch schwebender Handlung zu Münster und Oßnabruck Der Kriegsmann wil ein Schäfer werden 1 Trommel und Pfeiffen / Herpaucken / Trompeten / Donnerkartaunen und Hagelmusqueten… Continue Reading „Friedenshoffnung“
Gustav Sack (* 28. Oktober 1885 in Schermbeck; † 5. Dezember 1916 bei Finta Mare, Rumänien) Bekenntnis Das sind mir Worte nur und Klänge, künstliches Reflexionsgedränge, das hat nicht Herz, nicht Poesie, das läßt mich kalt, ich weiß nicht, wie. Gewiß: denn dem Poet,… Continue Reading „Nicht Poesie“
Herbert Behrens-Hangeler (* 3. August 1898 in Berlin; † 20. November 1981 in Fredersdorf) (Mit verstecktem Gruß an Kito Lorenc und Patricia S.) HEIMATDICHTER Heimatkrone Heimatsonne Heimatsterne Heimatruhm Süddeutsche Kost Schwäbische Kost Böse Sieben Heimatlohn Privatstudium Improvisator Vereinsmeier Edelkrone Residenzväter Reklameöl Sicher sauber sparsam… Continue Reading „Man kann die Heimat gar nicht genug dichten“
Heinz Czechowski (* 7. Februar 1935 in Dresden; † 21. Oktober 2009 in Frankfurt am Main) HERKUNFT Die Schützenhofstraße. Die steile Treppe. Die Polizeikaserne. Die Häuser Auf der Neuländerstraße. Der Birkenweg, Der zur Baumwiese führt. Dort Ging ich an der Hand meines Vaters. Der… Continue Reading „Herkunft“
Oskar Pastior (* 20. Oktober 1927 in Hermannstadt, Siebenbürgen; † 4. Oktober 2006 in Frankfurt am Main) Heute aus einem alten Greifswalder Vortrag von mir: Der folgende Text stammt von dem aus Siebenbürgen stammenden, seit den 60er Jahren in der Bundesrepublik lebenden Oskar Pastior.… Continue Reading „Pastior Petrarca“
Roland Erb DIE OKTOBERFRÜHE Irrsinniger Herbst, du gehst Straßen voll Laub und Blut: Dunstiges Weichbild, du siehst Dämmerung ringsum in Glut. Einsame Taube, die hüpft über Fliesen, knirschender Schrei. Henkersmahlzeit, das Korn bricht wie Dornen entzwei. Nahender Winter, Tauben hocken versteckt im Haus. Irrsinniger… Continue Reading „Irrsinniger Herbst“
Am 2. Januar 2018 beschloss ich, in der hauptsächlich dem Kalender verpflichteten L&Poe-Anthologie im ganzen Jahr vorwiegend Gedichte von Frauen zu veröffentlichen. Das ist nicht leicht, wenn man den Lyrikkalender (s. hier und hier) verfolgt, der fast jeden Tag bedeutende Männer verzeichnet, aber meist… Continue Reading „100 Jahre Menschheitsdämmerung“
Miquel Costa i Llobera (* 10. März 1854; † 16. Oktober 1922) DINS UN JARDÍ SENYORIAL Plau-me avançar per un jardí desert quan creix l’ombra dels arbres gegantina, vegent sota el ramatge que s’inclina com lluny blaveja l’horitzó entrobert, vegent muntanyes de contorn incert,… Continue Reading „Des Herzens dunkle Stille“
Garcilaso de la Vega (* 6. Februar 1503; † 14. Oktober 1536) Soneto XXIII En tanto que de rosa y de azucena se muestra la color en vuestro gesto y que vuestro mirar ardiente, honesto, con clara luz la tempestad serena, y en tanto… Continue Reading „Solang“
Paul Celan ICH TRINK WEIN aus zwei Gläsern und zackere an der Königszäsur wie Jener am Pindar, Gott gibt die Stimmgabel ab als einer der kleinen Gerechten, aus der Lostrommel fällt unser Deut. »Das Verb zackern des Gedichts, vom mittelhochdeutschen ›zacker (zi achere/ze acker)… Continue Reading „Gott gibt die Stimmgabel ab“
Anna Louisa Karsch (* 1. Dezember 1722 in Hammer bei Schwiebus; † 12. Oktober 1791 in Berlin) An eine Freundin Dies Tantalussische Verlangen, Der heiße Fieberdurst in mir Ist nun, dem Himmel Dank! vergangen. Nun, meine Freundin! kann ichs Dir Wohl sagen froh und… Continue Reading „Tantalussisch“
Konrad Bayer (* 17. Dezember 1932 in Wien; † 10. Oktober 1964 ebenda) dann bin ich gestorben ich wurde geboren am 17. august bald wurde ich grösser doch war’s mir nicht bewusst ich lernte auch sprechen und bausteine brechen dann bin ich gestorben am… Continue Reading „ein reiches“
Johannes Theodor Baargeld (Zentrodada, * 9. Oktober 1892 als Alfred Ferdinand Gruenwald in Stettin; † 18. August 1927 am Mont Blanc) Ahehe: Cezanne ist chewing-gum. Der Grunewald verdaut van Goghs gelbes Gebiss. Van Gogh roch aus dem Mund und ist tot. Eljen dada! Behehe:… Continue Reading „Aus: Bulletin D“
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