Kategorie: Frankreich

Der Einarmige

Gisèle Prassinos (Geboren am 16. Februar 1920 in Istanbul, gestorben am 15. November 2015 in Paris) Eine französische Autorin mit griechischen Wurzeln, geboren in Istanbul. Ein „Wunderkind“ der Surrealisten. André Breton schrieb über die Gedichte der 14jährigen: „Das ist die permanente Revolution in hübschen… Continue Reading „Der Einarmige“

Wenngleich man verliebten Dichtern nicht aufs Wort trauen soll

Michael Gorlin (Geboren 1909, Verließ Rußland 1919; ab 1922 in Berlin, 1933 zweite Emigration nach Paris, dort 1942 von den Deutschen deportiert) WENNGLEICH MAN VERLIEBTEN DICHTERN NICHT AUFS WORT TRAUEN SOLL… Wenngleich man verliebten Dichtern nicht aufs Wort trauen soll, Ich weiß: es ist… Continue Reading „Wenngleich man verliebten Dichtern nicht aufs Wort trauen soll“

„Hier bin ich frei, nicht ich zu sein“

Yvan Goll (* 29. März 1891 in Saint-Dié, Frankreich; † 27. Februar 1950 bei Paris) Die Nacht ist mein! Die Nacht ist mein! Hier bin ich frei, nicht ich zu sein Kein Auge äugt Was da mein wilder Traum erzeugt. Mein ist der Regen,… Continue Reading „„Hier bin ich frei, nicht ich zu sein““

160-Zeichen-Gedicht

Perlentaucher vorgestern über das in Vorbereitung befindliche neue Urheberrecht: Es ist ein Kompromiss, jetzt kann man ihn nur ausprobieren, meint Andrian Kreye in der SZ zum jüngsten Entwurf für ein neues Urheberrecht: „Im letzten Entwurf sollten 20 Sekunden Audio oder Video, 1000 Zeichen Text und… Continue Reading „160-Zeichen-Gedicht“

harbst-lid

Paul Verlaine (* 30. März 1844 in Metz; † 8. Januar 1896 in Paris) Chanson d’automne Les sanglots longs Des violons     De l’automne Blessent mon cœur D’une langueur   Monotone. Tout suffocant Et blême, quand   Sonne l’heure, Je me souviens Des… Continue Reading „harbst-lid“

Psalm

Heute vor 60 Jahren schrieb Paul Celan dieses Gedicht, vermutlich in Paris. Psalm Niemand* knetet uns wieder aus Erde und Lehm, niemand bespricht unsern Staub. Niemand. Gelobt seist du, Niemand. Dir zulieb wollen wir blühn. Dir entgegen. Ein Nichts waren wir, sind wir, werden… Continue Reading „Psalm“

Die Beschränkten und Bösen

Paul Éluard (* 14. Dezember 1895 in Saint-Denis bei Paris; † 18. November 1952 in Charenton-le-Pont bei Paris) Paul Éluards Gedichte gegen die deutschen Besatzer erschienen während des Krieges unter Pseudonym und gesammelt nach der Befreiung im April 1945 in dem Band „Au rendez-vous… Continue Reading „Die Beschränkten und Bösen“

Schinderhannes

Heute ein böses Märchen von Guillaume Apollinaire, keine freundliche Räuberromantik. Es entstand kurz vor dem ersten Weltkrieg, in dem Apollinaire gegen die Deutschen kämpfte. Er starb einen Tag nach dem Waffenstillstand an der Spanischen Grippe (oder den Folgen der Kopfverletzung?). Guillaume Apollinaire (* 26.… Continue Reading „Schinderhannes“

Beiwort, Beilwort

Gedichte, das sind auch Geschenke — Geschenke an die Aufmerksamen. (Paul Celan, Brief an Hans Bender) Zum 100. Geburtstag Paul Celans ein Geschenk aus dem Band „Die Niemandsrose“. HUHEDIBLU Schwer-, Schwer-, Schwer- fälliges auf Wortwegen und -schneisen. Und – ja – die Bälge der… Continue Reading „Beiwort, Beilwort“

O Jugend

Anna de Noailles (* 15. November 1876 in Paris; † 30. April 1933 ebenda) (COMTESSE MATHIEU DE NOAILLES) JUGEND O Jugend, eines Tages wirst du gehn, — wirst gehn und hältst die Liebe in den Armen, ich werde leiden, weinen, — du wirst gehn… Continue Reading „O Jugend“

Nichts

Francis Picabia (* 22. Januar 1879 in Paris; † 30. November 1953 ebenda) Dada riecht nicht, es bedeutet ja nichts, gar nichts. es ist wie Euere Hoffnumgen: nichts wie Euer Paradies: nichts wie Euere politischen Führer: nichts wie Euere Helden: nichts wie Euere Künstler:… Continue Reading „Nichts“

Dich plagt das Gewissen …

René Crevel (* 10. August 1900 in Paris; † 18. Juni 1935 ebenda) Dich plagt das Gewissen … Dich plagt das Gewissen, den Vater umgebracht, ohne          hundert Jahre Erinnerung erworben zu haben. Immer diese Schwäche der Nerven wie die Blumen… Continue Reading „Dich plagt das Gewissen …“

Fontis

René Char (* 14. Juni 1907 in L’Isle-sur-la-Sorgue, Département Vaucluse; † 19. Februar 1988 in Paris) EINGESUNKENES ERDREICH Zum Vaterland hat die Beere Die Finger der Winzerin. Sie aber, wen hat sie, Am Ende des schmalen Pfades den grausamen Weinberg entlang? Den Rosenkranz der… Continue Reading „Fontis“

Claire an Ivan

Claire Goll (* 29. Oktober 1890 in Nürnberg; † 30. Mai 1977 in Paris) Ich erwarte unsren Tod Wie ein Kind seine Ferien: Wir werden ein Zwillingsgrab haben Dein Regen wird der meine sein Ein gleiches Klima wird unsre Herzen Erblühen machen Im vergoldeten… Continue Reading „Claire an Ivan“

Zrtsch

Der bitteren – wohl mehr existenziellen als poetologischen – Bestandsaufnahme von 1962 sei heute ein etwas anderes Gedicht hinzugefügt. Mehr folgt im Lauf des Celanjahrs. ZRTSCH Zahniger Zorn, ich zätsche, zundere, zaibe. Es ännt hinterm Hirn, es gegittert. E-e-g! E-e-g! Ich haare, ich harsche.… Continue Reading „Zrtsch“