Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Paul Éluard (* 14. Dezember 1895 in Saint-Denis bei Paris; † 18. November 1952 in Charenton-le-Pont bei Paris) Kritik der Dichtung Das Feuer erweckt den Wald Die Stämme die Herzen die Hände die Blätter Das Glück in einen Strauß gebunden Verwirrt sehr leicht schmelzend gesüßt Ein ganzer Wald von Freunden Der sich versammelt bei den… Continue Reading „Kritik der Dichtung“
Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 in Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Mittelalterliche Rohheit Weicht dem Aufschwung schöner Künste: Instrument moderner Bildung Ist vorzüglich das Klavier. Auch die Eisenbahnen wirken Heilsam aufs Familienleben Sintemal sie uns erleichtern Die Entfernung von der Sippschaft. Wie… Continue Reading „Fortschrittswelt“
Lautréamont (Eigentlich Isidore Lucien Ducasse, * 4. April 1846 in Montevideo, Uruguay; † 24. November 1870 in Paris) Erster Gesang, fünfte Strophe Mein ganzes Leben lang sah ich die Menschen mit engen Schultern, ohne eine einzige Ausnahme, stupide und zahlreiche Taten vollbringen, sah sie ihresgleichen verdummen und die Seelen mit allen Mitteln… Continue Reading „Die Gesänge des Maldoror“
Zum 150. Geburtstag von Paul Valéry Paul Valéry (* 30. Oktober 1871 in Sète, Département Hérault; † 20. Juli 1945 in Paris) Les pas Tes pas, enfants de mon silence, Saintement, lentement placés, Vers le lit de ma vigilance Procèdent muets et glacés. Personne pure, ombre divine, Qu’ils sont doux, tes pas retenus… Continue Reading „Die Schritte“
Arthur Rimbaud (* 20. Oktober 1854 in Charleville; † 10. November1891 in Marseille) Jeunesse II Sonnet Homme de constitution ordinaire, la chair n’était-elle pas un fruit pendu dans le verger, — ô journées enfantes ! — le corps un trésor à prodiguer ; — ô aimer, le péril ou la… Continue Reading „Jugend. Sonett“
Kasimir Edschmid (* 5. Oktober 1890 in Darmstadt; † 31. August 1966 in Vulpera, Engadin) Aus: Zwei Gedichte des Mönchs von Montaudon Aus dem Altprovenzalischen I ENUEG Ein Mann, der sein Weib liebt, fuchst mich, Und sei sie die liebe Frau von Toulouse. Das verachte ich: Kaplane, einen Mund, der In Lügen sich… Continue Reading „Was ich hasse“
Antonin Artaud (* 4. September 1896 in Marseille – heute vor 125 Jahren; † 4. März 1948 in Ivry-sur-Seine) Ein Gedicht aus dem „surrealistischen Ziegelstein“. Schwarzer Dichter Schwarzer Dichter, ein Jungfernschoß plagt dich, bittrer Dichter, das Leben kocht und die Stadt steht in Flammen,… Continue Reading „Antonin Artaud 125“
Paul Claudel (* 6. August 1868 in Villeneuve-sur-Fère; † 23. Februar 1955 in Paris) Aus: Die Musen. Eine Ode So, wenn du redest, o Dichter, und in köstlicher Aufzählung Von jedem Ding den Namen aussprichst, Wie ein Vater es geheimnisvoll in seinem Urwesen nennst,… Continue Reading „O Dichter“
Paul Verlaine (* 30. März 1844 in Metz; † 8. Januar 1896 in Paris) Dichtkunst Musik, vor allen andern Dingen! Und nur die Ungeraden zählen in der Kunst, Die unbegreiflicher vergehn im Dunst Und nicht mit Schwere, nicht mit Pose ringen. Verachtungswürdig muß es… Continue Reading „Musik, vor allen andern Dingen!“
Tristan Corbière Sonett an Sir Bob Hund, einer leichtfertigen Dame, englische Bracke reinen Bluts. Wenn ich dich, Hündchen, deiner Herrin schmeicheln sehe, Murr ich – warum? – Das ward dir niemals kund … Deshalb – siehst du -–weil ich zu schmeicheln nicht verstehe. Hab… Continue Reading „Sonett an Sir Bob“
Aimé Césaire (* 26. Juni 1913 in Basse-Pointe, Martinique; † 17. April 2008 in Fort-de-France, Martinique) Der Tornado Eben als der Senator bemerkte daß der Tornado auf seinem Teller saß mit großem … Continue Reading „Der Tornado“
Yves Bonnefoy (* 24. Juni 1923 in Tours; † 1. Juli 2016 in Paris) Ein Stein Der Tag im tiefsten Tag, wird er erretten Die wenigen Worte, die wir einst zusammen waren? Ich liebte so die Tage, ihr Vertrauen, und bewache Die wenigen Worte,… Continue Reading „Ein Stein“
René Char (geboren 14. Juni 1907 in L’Isle-sur-la-Sorgue, Département Vaucluse; gestorben 19. Februar 1988 in Paris) ES LEBE! Dies Land ist nur ein Wunsch im Geist, ein Gegen-Grab. In meinem Land zieht man die zarten Beweise des Frühlings und die dürftig gekleideten Vögel den… Continue Reading „Qu’il vive. Es lebe!“
Robert Desnos (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) AUF HALBEM WEG Es gibt einen bestimmten Moment im Ablauf der Zeit, Da der Mensch genau die Mitte seines Lebens erreicht. Den Bruchteil einer Sekunde, Ein flüchtiges Bißchen Zeit, schneller… Continue Reading „Auf halbem Weg“
Johann von Besser (* 8. Mai 1654 in Frauenburg, Kurland, heute Saldus in Lettland; † 10. Februar 1729 in Leipzig) Wider diejenigen, die so gerne die Worte versetzen, oder Anagrammata machen; aus dem Frantzösischen des Mr. Colletet. Was hat doch auf dem Helicon, Ein… Continue Reading „Wider die Anagrammatisten“
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