Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
René Schickele (1883-1940) Sonnenuntergang Ich stieg vom Keller Bis unters Dach, Immer heller war das Gemach, Die Stadt, sonst verdrossen, Hob Kuppeln aus Gold, Es glühten die Gossen Wie Adern von Gold. Die Felder brandeten, Meer in Meer, Vögel landeten, Von Feuer schwer, Auf… Continue Reading „Ein deutscher Dichter gallisch-alemannischen Geblüts“
Weil das Volk seine Reden alle wieder erfuhr, und jener Mann ihn auf die Probe zu stellen gedachte, beschloß Merlin, nun nicht mehr so offen zu sprechen, sondern alle seine Sprüche und Worte wurden nun dunkler und man verstand sie erst, nachdem sie eingetroffen.… Continue Reading „Merlin“
Dänholm ist eine kleine Insel zwischen Stralsund und der großen Insel Rügen. Vor 15 Jahren beobachtete ich dort in einer trostlosen Bushaltstelle einen Dichterwettstreit zwischen rechten (Nazis) und linken („Zecken“) Jugendlichen in Gestalt zweier als Graffiti an die Wände geschriebenen Vierzeiler. Dieses Stück politischer… Continue Reading „Dänholmer Dichterstreit“
In meiner Anthologie, in der ich ein paar Jahre vor Gründung der Lyrikzeitung Gedichte veröffentlichte, gab es die Rubriken: (Die Namen sind Farben der damaligen Apple-Farbpalette). Heute: Zement. Finde heraus, warum Text Nummer 1 nach Heinrich Heine klingt (Auszug aus dem Gedicht Himmelfahrt), Text… Continue Reading „Finde fünf Unterschiede!“
Heute ein Sommergedicht von Georg Weerth (17. Februar 1822 Detmold – 30. Juli 1856 Havanna, Kuba). Weerth beteiligt sich an revolutionären Umtrieben in Paris und in Deutschland. Nach dem Scheitern der Revolution rächte sich das Establishment und sperrte ihn unter einem Vorwand für fünf… Continue Reading „In lauen Sommernächten“
Von Erich Kästner (23. Februar 1899 Dresden – 29. Juli 1974 München) das siebte seiner dreizehn Monatsgedichte, eindeutig ein Sommergedicht. Der Juli Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur. Die Menschheit geht auf Reisen oder wandert sehr oder wandelt nur. Und die Bauern… Continue Reading „Der Juli“
Eine Goetheparodie von Clemens Brentano, der heute vor 175 Jahren, am 28. Juli 1842, starb. Es saß der Meister vom Stuhle, Gar frech im eignen Kot, Wer wagt sich zu dem Pfuhle, Es tun ihm Prügel not, Wer schmeißt mich über und über, Wer… Continue Reading „Der Meister vom Stuhle“
Karoline von Günderrode nahm sich am 26. Juli 1806 in Winkel im Rheingau das Leben. Liebst du das Dunkel mündliche Improvisation, niedergeschrieben von Bettina Brentano Liebst du das Dunkel Tauigter Nächte? Graut dir der Morgen, Starrst du ins Spätrot, Seufzest beim Mahle, Stößest den… Continue Reading „Improvisation“
Und noch ein Sommer- und Kußgedicht. Max Dauthendey Die Herzensfrau Der Mittag liegt mit mir im Gras, Die Wolken ziehn tiefblaue Straß, Die Welt ist grün und weiß und blau, Zu mir setzt sich die Herzensfrau. „Rot,“ spricht sie, „ist die ganze Welt, Wenn… Continue Reading „Wenn man zum Kuß den Mund hinhält“
Während der Sommerpause finden Sie in der Lyrikzeitung jeden Tag ein Sommergedicht. (Sommergedichte können vom Sommer handeln, müssen aber nicht. Es reicht, sie im Sommer zu lesen.) Frank Wedekind An einen Jüngling Jüngling, laß dich nicht gelüsten Nach des Paradieses Äpfeln; Von den straffsten… Continue Reading „Jüngling, laß dich nicht gelüsten“
Während der Sommerzeit finden Sie in der Lyrikzeitung jeden Tag ein Sommergedicht. (Sommergedichte können vom Sommer handeln, müssen aber nicht. Es reicht, sie im Sommer zu lesen.) Carl Meinhof aus Hinterpommern war der erste deutsche Afrikanist mit Lehrstuhl (Hamburg 1909). Er wurde am 23. Juli… Continue Reading „Übel-, Übel-, Übeltäter“
Während der Sommerzeit finden Sie in der Lyrikzeitung jeden Tag ein Sommergedicht. (Sommergedichte können vom Sommer handeln, müssen aber nicht. Es reicht, sie im Sommer zu lesen.) Detlev von Liliencron Am Strande (Aus »Gedichte«, 1889) Der lange Junitag war heiß gewesen. Ich saß im… Continue Reading „Sommergedichte“
Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound. Mit der heutigen Ausgabe geht L&Poe in die Sommerpause*. Heute… Continue Reading „L&Poe ’17-20“
Am 20. Juli 1916 „fiel“ der junge Dichter Reinhard Sorge auf dem „Schlachtfeld“ in Frankreich. Hier ein Auszug aus dem Minidrama „Zarathustra. Eine Impression“ vom 1911: JUNGER KÜNSTLER: Himmel und Hölle! Ich werde die ganze Sippschaft lehren, dies Buch zu begreifen. Geben Sie nur… Continue Reading „Gefährliches Buch“
Ludwig Harig Im Flirt mit Dame Gott Für Paul Wühr Ach Paul, mein lieber Paul, du dichtest mit Gespür dich außerhalb der Zeit in eine helle Ferne, die uns illuminiert wie Aladins Laterne: Du reibst, und es erscheint dein Vers en miniature. Es schwingt… Continue Reading „Heute 90 Jahr“
Neueste Kommentare