Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Gerrit Engelke (* 21. Oktober 1890 in Hannover; † 13. Oktober 1918 in Etaples bei Cambrai, Frankreich) Auf der Straßenbahn Wie der Wagen durch die Kurve biegt, Wie die blanke Schienenstrecke vor ihm liegt: Walzt er stärker, schneller. Die Motore unterm Boden rattern, Von… Continue Reading „Straßenbahn“
Gibt es Expressionismus in den spanischsprachigen Literaturen? Wohl nicht. Bestimmt aber Gedichte mit Anklängen, Anmutungen. Dieses vielleicht. (Mit Dank an Àxel Sanjosé und den Verlag). Xavier Villaurrutia (* 27. März 1903 in Mexiko-Stadt; † 25. Dezember 1950 ebda.) Nocturno grito Tengo miedo de mi… Continue Reading „Nokturne Schrei“
Zum 100. Geburtstag des schizophrenen Dichters Ernst Herbeck (* 9. Oktober 1920 in Stockerau; † 11. September 1991 in Maria Gugging) ein kurzes Gedicht und eine lange Interpretation seines Arztes Leo Navratil. Der MorgenIm Herbst da reiht der Feenwindda sich im Schneedie Mähnen treffen,Amseln… Continue Reading „Der Morgen“
Philipp von Zesen (* 8. Oktober 1619 in Priorau bei Dessau; † 13. November 1689 in Hamburg) Aus: Salomons Des Hebräischen Königs Geistliche Wollust. Die Vierte Abtheilung. Aus: Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart in 10 Bänden. Hrsg. Walther Killy. Band 4:… Continue Reading „Dein Liljen-hals pranget“
Edgar Allan Poe (* 19. Januar 1809 in Boston, Massachusetts; † 7. Oktober 1849 in Baltimore, Maryland) Edgar Allen Poes letztes Gedicht. Es erschien kurz nach seinem Tod in einer Zeitschrift – die Redaktion teilte mit, dass es in der ersten Fassung, die ihr… Continue Reading „Die Glocken“
Peter Gosse (* 6. Oktober 1938 in Leipzig) Das Dampfbad Wir kommen, wie wir gehn: in weißen Laken.Des Greises wie des Säuglings Haut: Gerunzel.Das Leben kurz, und kurzgeschorn Rapunzel. –Warum nur laß ich die Metaphern staken statt hinzusehn: Der Dampf ist waschecht Dampf!Wie treibt… Continue Reading „Das Dampfbad“
Gary Snyder (* 8. Mai 1930 in San Francisco) Anmerkung des Autors: Eine konfuzianische, dem Lun Yü entlehnte Forderung, die bei K’ung zu der Forderung nach dem cheng ming, der »Richtigstellung der Begriffe« führt, ein Terminus, der dem flaubert’schen mot juste recht verwandt ist. Aus: Gary Snyder,… Continue Reading „Was man als Dichter wissen muss“
Jürgen Fuchs (* 19. Dezember 1950 in Reichenbach im Vogtland; † 9. Mai 1999 in Berlin) WENN DU MICH SUCHST und gar nicht findest verloren bin ich lange nicht Kann sein, ich sitz vor hohen Herren und kleinen Häschern vor Gericht Ein Wort, ein… Continue Reading „Verloren bin ich lange nicht“
Rolf Haufs (* 31. Dezember 1935 Düsseldorf-Bilk, † 26. Juli 2013 Berlin) NEUNZEHN ZEILEN ZUR POETIK In Versen ja doch nicht gezählt die Finger An der Hand. Auch nicht geschmiedet obwohl Das Feuer brennt. Endlich den Reim der uns Von alters her ein schön… Continue Reading „Wir habens so gewollt“
Auf vielfachen Wunsch Friederike Mayröcker: Aus: Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete. Berlin: Suhrkamp, 2020 (Bibliothek Suhrkamp)
Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Die Zeichen Die Stunde rückt vor. Der Maulwurf zieht um. Der Mond tritt wütend hervor. Das Meer stürzt um. Das Kind wird Greis. Die Tiere beten und… Continue Reading „Die Zeichen“
Ernst Jandl dieses gedicht es ist noch nicht gut und du mußt daran noch arbeiten aber es stürzt nicht die welt ein wenn du es dabei beläßt es stürzt nicht einmal das haus ein Aus: Ernst Jandl, idyllen. gedichte. Hamburg, Zürich: Luchterhand 1992, S.… Continue Reading „Jandl geht immer“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) august stramm er august stramm sehr verkürzt hat das deutsche gedicht ihn august stramm verkürzt hat der erste weltkrieg wir haben da etwas länger gehabt um geschwätzig zu sein Aus: Ernst… Continue Reading „er august stramm“
Kurt Heynicke (* 20. September 1891 in Liegnitz; † 18. März 1985 in Merzhausen) August Stramm Du bist von den Bergen aus den Steinen und dem Feuer. Blinde werfen Dämme sonnengegen. Bald wühlt die Glut auf flache Schollen. Dann brennen Menschen: Du! Aus: Kurt… Continue Reading „Du August Stramm“
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