Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Erika Burkart (* 8. Februar 1922 in Aarau; † 14. April 2010 in Muri AG ) Arcanum Die Spinne verpackt ihre Beute, Der Mensch erklärt dem Menschen den Krieg. Alte Mächte üben Gewalt, die Sintflut zischt ins prometheische Feuer, von Dämonen tost die geschändete Luft.… Continue Reading „Erika Burkart 100“
(L&Poe Journal #02 Dossier Angelika Janz) Angelika Janz … als sei ihre Unsichtbarkeit nichts weiter Beachtenswertes… Delta 1978 Getrennt voneinander stellte sie sich zur gleichen Zeit zwei Fragen: Was ging außerhalb des Hauses, im stumpfen Blickwinkel zweier Straßen, vor sich? (Sie… Continue Reading „Delta“
Jan Skácel (* 7. Februar 1922 in Vnorovy; † 7. November 1989 in Brno) NICHTGEDICHT In gegenwart dieses nichtgedächtnisses wenn das gedicht nein und nicht anders sagt und das nichtsagen herrscht und das nichtabsehen der worte und der vers ist das nichterlangbare wird uns das nichtachten zum nichtgedicht führen Und die nichtscham… Continue Reading „Jan Skácel 100“
Dirk Skiba über seine Dichterporträts Es ist eine gängige medienwissenschaftliche Lehrmeinung, Autorenporträts (w/*/m) als Teil des Epitextes von Publikationen zu werten. SKIBA Es gefällt mir, dass Du Porträts als Texte betrachtest. Das ist auch meine Meinung. Ich gehe aber noch etwas weiter: Es kommt… Continue Reading „„Authentisch lehne ich ab!““
(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Silke Peters Frauentag Schreiben verändert die Wahrnehmung, ist eine heftige Trance. Bilder verschmelzen bei über eintausend Grad im Lagerfeuer. Meine Gedanken brennen, meine Gefäße sind aus Lehm. Ich klaube ihn unter der Wurzel eines im Winter umgestürzten Baumes am… Continue Reading „Frauentag“
Jayne-Ann Igel diese busfahrt mit mutter nach w., nächtliche fahrt mit lichtern, trügt mich die erinnerung oder hat sie im kurhaus übernachtet und mich tags darauf in einem bett hinterlassen, an dessen fußende die abbildung eines tiers befestigt, und das kind nun antilope, hase… Continue Reading „Kerben“
Hans Aßmann von Abschatz (* 4. Februar 1646 in Breslau; † 22. April 1699 in Liegnitz) Taback: überſezt aus dem Barclayo. Pflantze/ deren Rauch das Gifft Bunter Schlangen übertrifft/ Welche die Natur verbannt In ein weit-entlegnes Land. Wo der Wilden tummer Geiſt Seine Larven… Continue Reading „Taback“
Heute vor 300 Jahren wurde Matthias Ettenhuber (oder Mathias Etenhueber) in München geboren, er starb ebendort 1782. Er war (130 Jahre zu spät) ein geschickter lateinischer Dichter, unter dem Einfluß von Dichtern wie Klopstock und Gellert ging er zum Deutschen über. Er machte sich… Continue Reading „Ein bayrischer Tyrtaios?“
Heute vor zehn Jahren starb die polnische Dichterin Wisława Szymborska (Literaturnobelpreis 1996). Wisława Szymborska (* 2. Juli1923 in Prowent; † 1. Februar 2012 in Krakau) Jemand, den ich seit einiger Zeit beobachte Er kommt nicht haufenweise. Versammelt sich nicht in Scharen. Nimmt nicht massenhaft teil. Feiert nicht rauschend. Er bringt… Continue Reading „Jemand“
Friedrich Rückert (* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses) Beschwichtigter Zweifel Über meinen eignen Kopf Bin ich nicht im reinen, Hab‘ ich, wie ein andrer Tropf, Einen oder keinen? In der Schenke, wann der Wein Mir zu Kopfe steiget, Fühl‘ ich erst der Kopf ist mein, Und… Continue Reading „Beschwichtigter Zweifel“
Tuvia Rübner wurde 1924 in Bratislava geboren. Seine Muttersprache war Deutsch, Slowakisch lernte er privat, 1938 Ausschluss vom Schulunterricht wegen seiner jüdischen Herkunft. 1941 gelangte er als einziger seiner Familie mit dem letzten Flüchtlingstransport aus der Tschechoslowakei nach Palästina. (Aus: Stein will fließen, 1999)… Continue Reading „Taglied“
William Butler Yeats (* 13. Juni 1865 in Sandymount, County Dublin; † 28. Januar 1939 in Menton, Frankreich) THE LAMENTATION OF THE OLD PENSIONER I had a chair at every hearth, When no one turned to see, With „Look at that old fellow there, „And… Continue Reading „Die mich verbog, die Zeit“
Bernd Jentzsch (* 27. Januar 1940 in Plauen) Die grünen Bäume starben in uns ab Die grünen Bäume mit den schwarzen Stämmen Wuchsen in uns ein und starben in uns ab. Die Elemente der Erde, Phosphor und Schwefel, Fielen aus den Wolken am Tag und… Continue Reading „Die grünen Bäume starben in uns ab“
Über den Minnesänger Ulrich von Lichtenstein schrieb Herders Conversations Lexicon 1855: „Lichtenstein , Ulrich von, ein steiermärk. Ritter, geb. um 1200, dichtete etwa um 1255 den »Frauendienst«, eine gereimte Erzählung 33jähr. Minnelebens jener ungereimten Art, die dem Verfasser des Don Quixote vorschwebte. Uebrigens machen die… Continue Reading „Frauendienst, genießbar“
Aus dem Haiku-Band „Guuder Moond“ von Fitzgerald Kusz (ars vivendi verlag, 6 € ) Auf die Frage, warum nicht „reddung“, antwortet Kusz: „Das Substantiv „Rettung“ existiert im Dialekt nicht. Da muss man wie so oft auf die Hochsprache zugreifen. In der Linguistik nennt man… Continue Reading „hinderm moond lehm?“
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