Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Die Dichterin Sibylla Schwarz hat viel über den Krieg geschrieben, Gedichte, Lieder und ein Trauerspiel. Heute Auszüge aus einem Gedicht, das vielleicht am drastischsten erlebte Kriegsgreuel beschreibt. Sie kannte es. Krieg, das ist Flucht und Vertreibung, Töten, Brandschatzen, Plündern, Vergewaltigen. Kein Heldentum, keine Schonung… Continue Reading „Kriegsgreuel“
Großmeister Kyunyŏ (Koreanisch: 균여; Hanja: 均如), 20. September 917 – 19. Juli 973, koreanischer buddhistischer Mönch und Dichter) Wasser und Eis sind vom gleichen Stoff: Erleuchtung und Täuschung sind eins. Nicht achtet unser Meister Du und Ich. In ihm sind alle, die wir leben,… Continue Reading „Großmeister Kyunyŏ“
Kurt Tucholsky PARK MONCEAU Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch — und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehen. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist. Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen. Ein… Continue Reading „Park Monceau“
Ic dir nach sihe, ic dir nach sendimit minen funf fingirin funvi undi funfzic engili.Got mit gisundi heim dich gisendi,offin si dir diz sigidor, sami si dir diz selgidor,bislozin si dir diz wagidor, sami si dir diz wafindor. Ich dir nach sehe,ich dir nach… Continue Reading „Weingartner Reisesegen“
Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) DIE SCHÖNE STADT Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen. Aus den braun erhellten Kirchen Schaun des Todes… Continue Reading „Alte Plätze sonnig schweigen“
Hermann Finsterlin (* 18. August 1887 in München; † 16. September 1973 in Stuttgart) Reinhard Doehl schreibt über ihn: Der utopische Architekt und Gesamtkünstler hat … sich Zeit seines Lebens als Berchtesgadener Künstler gefühlt, sich immer wieder, als seine Familie 1926 längst nach Stuttgart… Continue Reading „Hermann Finsterlin, „utopischer Architekt“ und Gesamtkünstler“
Martina Kieninger XI Beschluss (aus: Leitfaden der Pharmaziegeschichte. 1951) Oh drecksapothekne Assoziationen der Dichtkunst, Signaturmittel Hechtmittel der Belletristik wie gegen spitze Schmerzen der Wortwahl! Ach! Sprache wie geklemmt und ins Gestell übersee verwandter Sprachen Sprach und Brauchgesell schaft einer Wirk Grammatik wie von Viehverlöbnis… Continue Reading „Sängerin an der Lampe“
Am 7. September 1914 endet die Schlacht bei Gródek in Ostgalizien zwischen österreichischen und russischen Truppen mit einer Niederlage für Österreich. Georg Trakl nimmt als Sanitäter an der Schlacht teil und überlebt sie nur um wenige Wochen. Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in… Continue Reading „Grodek“
Cyrus Atabay (* 6. September 1929 in Teheran; † 26. Januar 1996 in München) Aus: Notizen 1 Was für ein Geschäft ich treibe? Ich handle mit zerrissenen Büchern. Und lebe vom Gutglück. 2 Ich habe es weit gebracht: ich brauche weniger Schlaf als ein… Continue Reading „Notizen“
Konstantin Ames Vom Bett, wo junge Seehunde lauten als hätte sie’s, in einer Gurgel (meiner), in einen Fluss verschlagen, zum Park (Volkspark) für verschlissene Chefsessel – und es gibt Beweisfotos, wertes Zentralorgan – hinaus auf die Gesellschaftsinseln inmitten dieser Façonschnitt-Epiphanien. Zwo lehnen schon an… Continue Reading „Inmitten dieser Façonschnitt-Epiphanien“
Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz; † 2. Juni 2007 in Berlin) Natureingang (frei nach Geoffrey Chaucer) Ach wenn April mit milden Schauern des Lebens dürre Adern bis zur Wurzel badet und Zephyrs süßer Atemhauch die Triebe all in Wald und Feld… Continue Reading „Natureingang“
Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz, Landkreis Altenburg; † 2. Juni 2007 in Berlin) Aus: prosa meiner heimatstraße 3 Aus: Wolfgang Hilbig: Gedichte. Mit einem Nachwort von Uwe Kolbe. Frankfurt/Main: S. Fischer, 2008
Adelbert von Chamisso (* 30. Januar 1781 auf Schloss Boncourt bei Ante, Châlons-en-Champagne, Frankreich; † 21. August 1838 in Berlin) Adelbert an seine Braut Ich schlich so blöd für mich allein, Ich wälzte so mich in den Staub, Ich war so schwach, ich war… Continue Reading „Ich schlich so blöd für mich allein“
Vom 7. Juli bis 11. September 1828 hält sich Goethe, aus Weimar geflüchtet, in Dornburg auf. Er trinkt Wein, isst Zervelatwurst und Artischocken, treibt meteorologische, botanische und geologische Studien und betrachtet das liebliche Saaletal. Am 25. August um 19 Uhr ging der fast noch… Continue Reading „Dem aufgehenden Vollmonde“
Neueste Kommentare