Kategorie: Schweiz

55. Meine Anthologie: Korrespondenzen

Einer dieser wunderbaren Verlage, die machen, was es ohne sie nicht gäbe. Lese bei Ivan Blatný. In einem Gedicht begegnet er seinem Namen im Schaufenster einer kleinen Pariser Buchhandlung – oder irgendwo daneben. Darin auch der des Dichters Vítězslav Nezval (S. 107). Ich lese… Continue Reading „55. Meine Anthologie: Korrespondenzen“

42. Poetologie des Schmerzes

Durchdringender noch als bei Heine lassen sich die Gedichte der Nelly Sachs, jene dunklen Lieder, gewoben aus der Sprache des Todes, als Erzeugnisse einer Poetologie des Schmerzes verstehen. In der Tat sind sie wesentlich entstanden aus der Erfahrung jenes grossen Leids, das der Holocaust… Continue Reading „42. Poetologie des Schmerzes“

24. Neue Bildungen der Kommunikationstechnik abgerungen

Twitterlyrik gibts schon ein paar Jahre. Neu: Haikuleaks. Der Tages-Anzeiger informiert: Zwar hält sie sich nicht an die 140-Zeichen Beschränkung von Twitter, dafür hat man sich die Mühe gemacht, einzelne Versatzstücke aus geleakten Diplomatie-Telefongesprächen als Haikus aufzuzeichnen. Das tönt dann etwa so: «Whether such… Continue Reading „24. Neue Bildungen der Kommunikationstechnik abgerungen“

19. NOMADE DEAMON

Lesung/Performance Cabaret Voltaire Zürich mit Ernesto Castillo (Lyriker) und Frédérique Loutz (Künstlerin) Dienstag, 25. Januar 2011, 19.30 Uhr (Türöffnung 19.00 Uhr) im Cabaret Voltaire, Zürich. Gratistickets können bei KATZ CONTEMPORARY bezogen werden. CABARET VOLTAIRE Spiegelgasse 1 CH-8001 Zürich

106. Gesunde!

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …« Wie stand es damit bei den ersten zehn Jahren des neuen Jahrhunderts? Auch da fehlte es an Zauber nicht. Geblieben ist wenig. Worüber wir uns mehr wundern und sorgen als Hermann Hesse. Aus dessen Gedicht »Stufen«… Continue Reading „106. Gesunde!“

98. Junge Lyrik

Jochen Kelter hat zwei Gedichtbände gelesen, und da die Autoren „jung“ sind, sind ihre Gedichte vielleicht nicht zuende gegart oder -goren? Letzteres behauptet die Überschrift des Südkurier: „Junge Lyriker, unausgegorene Gedichte“. Vielleicht liegts auch nicht (nur) am Alter, sondern an der Manier „jüngerer deutscher… Continue Reading „98. Junge Lyrik“

66. Rougher

Gerade reingekommen – ganz frisch, brandheiß und natürlich von roughbooks: 010 Ulf Stolterfoht: Ammengespräche 011 Konstantin Ames: Alsohäute (jeweils € 7,50) – am besten online bestellen unter: www. roughbooks.ch! Urs Engeler schreibt: Genau ein Jahr nach dem Ende von Urs Engeler Editor ist das… Continue Reading „66. Rougher“

41. Luriker

Fehlen mir die Worte, fehl ich mir selber, und komme ich nicht zu Wort, komme ich nicht zu mir selber. Nur wenn ich nur nach meinen Worten beurteilt werde, werde ich überhaupt beurteilt, und ganz beim Wort genommen, werde ich wahrgenommen. Denn ich bin… Continue Reading „41. Luriker“

20. End

Der Berner Dichter und Pfarrer Kurt Marti, einundneunzig, auch ein lebenslanger Tagebuchschreiber, hat nun »Spätsätze« veröffentlicht. Sie handeln vom Lebensraum, der gleichsam aus drei Buchstaben besteht. Jenen drei Buchstaben, die das »Abendleben« vom »Ableben« trennen, und die herausfallen werden wie haltlos gewordene Zähne. / Hans-Dieter… Continue Reading „20. End“

76. Siebengestirn aus Gedichten

„Der Mond und die Siebensterne / sind untergegangen. Mitter- / nacht ist und die Zeit vorüber. / Ich aber, ich liege einsam.“ So übersetzt Emil Staiger den Sappho-Vierzeiler, an dem sich jetzt Roman Graf mit gleich sieben Nachdichtungen versucht. Sappho – Labor ist der… Continue Reading „76. Siebengestirn aus Gedichten“

26. Alle tun es

Oskar Pastior tat es, Georges Perec tat es, und Amerikas bizarrster Privatmythologe unter den Künstlern, Matthew Barney, tut es unter dem malerischen Titel «Drawing Restraint» noch immer äusserst lustbetont … Brunnschweiler, der vor Jahren mit «Herrgott und Teufel», einer 234-zeiligen «Litanei für 17 Buchstaben»,… Continue Reading „26. Alle tun es“

25. Poetische Briefe

Im Frühjahr 1939 musste die 70-jährige Else Lasker-Schüler die Schweiz verlassen, bis zu ihrem Tod 1945 war Jerusalem die letzte Exilstation. Das Leben dort, «unter dem auserwählten Volke», erscheint in ihren Briefen als eine einzige «Hölle». Kaltherzig, engstirnig, brutal seien die Menschen um sie… Continue Reading „25. Poetische Briefe“

24. Georges Haldas gestorben

Als Sohn eines Griechen und einer Schweizerin wurde er in Genf geboren, im Jahr 1917, und in der Rhonestadt hat er als Schriftsteller gelebt und gearbeitet bis zuletzt. Jeden Tag sass Georges Haldas im Café und schrieb in seinen Notizheften oder diskutierte mit Freunden,… Continue Reading „24. Georges Haldas gestorben“

99. Das Mikro ist offen: 15 Minuten beim open mike

Für 20 junge Autoren entscheiden beim open mike 15 Minuten über den Erfolg. Ausgewählt aus 700 Einsendungen, ist für sie beim Finale am 13. und 14. November in der Wabe in Berlin 15 Minuten das Mikro geöffnet, 15 Minuten, um mit ihren Texten die… Continue Reading „99. Das Mikro ist offen: 15 Minuten beim open mike“

98. Bodensee-Literaturpreis für „orale Kunst“

Die Preisverleihung im Überlinger Kursaal war eine glanzvolle Hommage an die gesprochene Literatur. Erstmals bekam in dem Schweizer Christian Uetz ein Vertreter der „Spoken Word Poetry“ die seit 1954 zum 38. Mal verliehene, renommierte Auszeichnung. Ja, müssen wir das denn überhaupt ernst nehmen und… Continue Reading „98. Bodensee-Literaturpreis für „orale Kunst““