Kategorie: Deutsch

110. Wunderblock

Mit Uljana Wolf erobert der ästhetische Humor die von Frauen geschriebene deutschsprachige Lyrik. Der vierte Zyklus des Bandes, „Spitzen“, bildet die Wunderblock-Struktur des unwillkürlichen Gedächtnisses nach, Schrift und ihre Überschreibung. Zu sehen ist ein spätbürgerliches Tableau mit Frauen, die plaudernd mit ihrer Schiffchenarbeit unter… Continue Reading „110. Wunderblock“

109. Diwan als Debüt

„Rose & Nachtigall“ – das ist ein gewagter, mutiger und äußerst selbstbewusster Titel für ein Debüt.  Denn er ziert auch die Diwane, also Gesamtwerke, diverser klassischer orientalischer Lyriker. Zuletzt erschien in Teheran 1999 die gut zwölf Lyrik-Jahrhunderte umfassende zweisprachige Anthologie „Gol o Bolbol –… Continue Reading „109. Diwan als Debüt“

108. Das Schweigen

Das Schweigen nach dem Erwachen Das Schweigen nach dem Gesprochenen nach der Stimme Das Schweigen des Zimmers, der Bücher Das Schweigen nachdem ein Tropfen fällt nach dem Läuten an der Tür Das Schweigen eines Niemands des in Fetzen herunterhängenden Himmels Das Schweigen nach dem… Continue Reading „108. Das Schweigen“

107. Tuvia Rübner 90

Seit mir vor gut einem Jahrzehnt beim Bremer Festival »Poetry on the Road« Tuvia Rübners tiefe, ruhig-warme und auf merkwürdige Weise fremd-vertraute Stimme erstmals in die Ohren geriet, ist mir ihr Echo im Kopf geblieben. Auch jetzt, da ich den soeben im Aachener Rimbaud-Verlag… Continue Reading „107. Tuvia Rübner 90“

102. Titanic

Noch einmal Satire: Hochbetagter Günter Grass! Im Fernsehgespräch mit Denis Scheck sprachen Sie u.a. über Ihr schriftstellerisches Selbstverständnis: »Ich habe erlebt, wie Gleichaltrige in diesen letzten Wochen des Krieges dahingemäht wurden, zerfetzt wurden, die alle keine Chance hatten, ihr Leben zu leben. Und das… Continue Reading „102. Titanic“

100. In Eile

Lyrik hat es schwer in unserer schnelllebigen, hektischen Zeit. Ach wirklich, wie schade… Aber ich muß weiter, keine Zeit.

99. Nach Rom

„Der Lyriker von der Raketenstation Hombroich“ – schreibt die Zeitung und meint Oswald Egger,  „wird als Stipendiat der Villa Massimo in Rom arbeiten.“: Einen wesentlichen Teil seiner Rom-Zeit wird Egger in Ovids „Fasti“ investieren. Der römische Dichter (um 43 v. Chr. bis 17 n.… Continue Reading „99. Nach Rom“

98. Labor

Donnerstag, 30. Januar 2014, 20 Uhr, Eintritt frei der Andere bin ich Rezitation: Denis Abrahams, Moderation: Tom Bresemann literaturlabor in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat Mehringdamm 61, 1091 Berlin, U6/U7 Mehringdamm Der Februar kommt … das literaturlabor in der Lettrétage geht. Und zwar… Continue Reading „98. Labor“

97. Reich und schillernd

Wie jeder ernstzunehmende Gaukler versteht sich auch der Himmelsschraubendreher Günther Kaip aufs Understatement, um im Nu aus wenigen, vergleichsweise schäbigen Requisiten kleine Welten aufs Papier zu zaubern – allesamt im Modellformat, in Spielzeuggröße und -form, bei näherer Betrachtung jedoch kaum weniger reich und schillernd… Continue Reading „97. Reich und schillernd“

96. Dichtung in dürftiger Zeit

Was wäre, wenn Politiker ihre Sitzungen mit einem Gedicht eröffnen würden? Das schlug kürzlich Michael Krüger im Schloss Bellevue vor. Marie Luise Knott nimmt den Faden auf und spinnt ihn weiter: Über den Einfluss William Carlos Williams‘ auf Bankdirektoren, Oskar Pastiors auf eine Redaktionssitzung… Continue Reading „96. Dichtung in dürftiger Zeit“

95. Rilke in Prag

Vergangene Woche hat das Prager Literaturhaus zwei neue Bände mit Werken des berühmten Lyrikers Rainer Maria Rilke vorgestellt. In der tschechischen Ausgabe des Prager Labyrint-Verlags finden sich Gedichte und Prosatexte. Viera Glosiková ist Herausgeberin der zwei neuen Rilke-Bände: „Rilke ist einer der zwei großen… Continue Reading „95. Rilke in Prag“

94. Lyrik aus dem Ausland

Die Reihe „Lyrik im ausland“ feiert ihr 25. Jubiläum – aus diesem Anlass haben wir Berliner Autorinnen und Autoren, die bisher bereits bei uns gelesen hatten, eingeladen, heute Abend jeweils einige Gedichte zu lesen, die im Ausland entstanden sind oder auf eine Reise zurückgehen.… Continue Reading „94. Lyrik aus dem Ausland“

91. Poetopie

leicht und flüchtig gleiten die Hände übers Keyboard – fest greifen sie zu, wenn sie einen vertrauten Menschen umarmen Hansjürgen Bulkowski

90. Epoche der Anthologien

Eine entwickelte Wissenskultur kommt spätzeitlich zu Überfluss und verliert die Illusion, das gesamte Erbe verwalten zu können, Anthologien und Sammlungen werden prägende Medien. China anthologisierte enorme Mengen herausragender Gedichte, Alexandria und die spätrömische Antike pflegten die Cento-Literatur: Texte, die aus Fragmenten anderer, klassischer Texte… Continue Reading „90. Epoche der Anthologien“

89. Ultraschall Berlin

Philipp Maintz fasst insgesamt zehn Aphorismen aus Ron Winklers Gedichtsammlung vereinzelt Passanten zu größeren Komplexen zusammen, ohne das Aphoristische, das “Raunen in der Wahrnehmung” der literarischen Vorlage zu verleugnen. Hans-Jürgen von Bose hat sich nach In hora mortis zum zweiten Mal mit der Dichtung des vorwiegend als Dramatiker… Continue Reading „89. Ultraschall Berlin“