Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Hertha Kräftner (* 26. April 1928 in Wien; † 13. November 1951 ebenda) Betrunkene Nacht Der Gin schmeckt gleich um elf und drei, das Soda nur wird schaler. Wer will, der kann mich haben für einen alten Taler. Mein Bräutigam, mein Bräutigam war einer… Continue Reading „Betrunkene Nacht“
Ida von Reinsberg-Düringsfeld (* 12. November 1815 Milicz, Schlesien, † 25. Oktober 1876 Stuttgart) Warnung Dichter sind Schmeichler, Ich bin es auch; Glühende Worte Zärtlich zu singen, Ist unser Brauch. Meiner Gedichte Bewegten Hauch, Athm‘ ihn, doch denke: Dichter sind Schmeichler, Ich bin es… Continue Reading „Ich bin es auch“
Rajzel Zychlinski Aus: R. Z.: di lider. Die Gedichte. 1928-1991. Jiddisch und Deutsch. Hrsg./Übers. Hubert Witt. Frankfurt/Main: Zweitausendeina, 2003, S. 460f
Josepha von Hoffinger (auch Josefine, Josefa; * 8. November 1820 in Wien; † 25. September 1868 auf Schloss Altmannsdorf, heute Wien) An Schiller. O laß den Lorbeer dem olympschen Gotte, Dir aber ziemt der Männer Eichenkranz; Verhöhnen mag man dich mit seichtem Spotte, Du… Continue Reading „An Schiller.“
Louise von Plönnies (geb. Leisler; * 7. November 1803 in Hanau; † 22. Januar 1872 in Darmstadt) Auf der Eisenbahn Rascher Blitz, der mich trägt Pfeilschnell, von der Gluth bewegt, Sausend durch des Tages Pracht, Brausend durch die dunkle Nacht, Donnernd über Stromesschäumen, Blitzend… Continue Reading „Auf der Eisenbahn“
Bettina Wegner (* 4. November 1947 in Berlin) Ene mene mopel Spottlied für Kinder auf Erwachsene Aus dem DEFA-Film „Ikarus“ Ene mene mopel wer frisst Popel? Brave Kinder tun das nicht wenn man ihnen was verspricht. Meine Tante Hedwich sagt mir täglich: Fürchte dich… Continue Reading „Ene mene mopel“
Margaretha Adelmann (3. November 1811, Würzburg – 12. Dezember 1887 ebenda) Betrachtung Was hab ich Alles schon besessen, Was hab‘ ich Alles schon vergessen! Was hab‘ ich Alles schon getrieben, Was ist mir Alles nicht geblieben ! Was hab‘ ich Alles schon gelesen –… Continue Reading „Betrachtung“
wien, zärtlich Von Heidi Pataki (* 2. November 1940 in Wien; † 25. April 2006) das schlagstockerl das lenkwafferl das bomberl das kaffeetscherl das stacheldrahterl das betonbunkerl das hakenkreuzerl das knöderl das stahlhelmerl das kameraterl das wolfshunterl das achterl das massengraberl das lagerl das… Continue Reading „knöderl & hakenkreuzerl“
Ilse Aichinger (* 1. November 1921 in Wien; † 11. November 2016 ebenda) Briefwechsel Wenn die Post nachts käme und der Mond schöbe die Kränkungen unter die Tür: Sie erschienen wie Engel in ihren weißen Gewändern und stünden still im Flur. Aus: Ilse Aichinger:… Continue Reading „Briefwechsel“
Egon Schiele (* 12. Juni 1890 Tulln, Niederösterreich, † 31. Oktober 1918 Wien) Musik beim Ertrinken In Momenten jochte der schwarze Fluß meine ganzen Kräfte, ich sah die kleinen Wasser groß und die sanften Ufer steil und hoch. Drehend rang ich und hörte die… Continue Reading „Musik beim Ertrinken“
Claire Goll (* 29. Oktober 1890 in Nürnberg; † 30. Mai 1977 in Paris) Du bist zart Wie die Fingerabdrücke Der Vögel im Schnee. Du bist traurig Wie die Pinie am Berg Mit dem zerzausten Haar. Du bist süss Wie die Datteln Biblischer Palmbäume.… Continue Reading „Du bist zart“
Elisabeth Grube (geb. Diez, * 22. Oktober 1803 in Netphen; † 21. April 1871 in Düsseldorf) Dichternetze Sei still mein Herz, die Morgennebel schwinden, Mit leisen Tritten kommt der milde Tag, Trau deinem Stern! du wirst die Liebste finden; Gib nur dem sanften Zug… Continue Reading „Dichternetze“
Oskar Pastior (* 20. Oktober 1927 in Hermannstadt, Siebenbürgen; † 4. Oktober 2006 in Frankfurt am Main) Konsum, Komfort und Zeitvertreib – darauf beschränkt sich nun alles; sogenannte Bedürfnisse; zeitweilig, scheint es, geht die Physis fremd – sie ist nicht so; aber wer blickt… Continue Reading „Konsum, Komfort und Zeitvertreib“
(Friedrich Hebbel) (* 18. März 1813, Wesselburen; †: 13. Dezember 1863, Wien) Andre schaffen, damit sie das Leben sich sichern; dem Dichter Muß es gesichert sein, eh‘ er zu schaffen vermag.
1953 oder 1954 bekam Brecht den ersten Gedichtband der jungen Dichterin Ingeborg Bachmann geschenkt. Er las mit Bleistift und machte daraus durch radikale Kürzung „eigene“, der lakonischen Art seines Spätwerks entsprechende Gedichte. Aus: Gerhard Wolf, Wortlaut Wortbruch Wortlust. Dialog mit Dichtung. Leipzig: Reclam, 1988, S.… Continue Reading „Brecht bearbeitet Bachmann“
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