Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der chinesische Dissident Zhu Yufu wurde verhaftet, weil er ein Gedicht schrieb, das die Behörden zu subversiv finden, teilte am Dienstag sein Anwalt mit. In dem Werk ruft er die Chinesen auf, ihre Freiheit zu verteidigen. „Es ist Zeit, chinesisches Volk! Der Platz gehört… Continue Reading „68. Gefängnis für ein Gedicht“
Als bloßes Rauschmittel sollte Alkohol bei Li Bai dennoch nicht verstanden werden, stattdessen als eine jener Zauberdrogen der Äußeren Alchemie, die zur Erkenntnis des Dao und der Unsterblichkeit führen können. Erst dank der Kraft des Fusels konnte er seine göttliche Begabung entfalten und mithilfe… Continue Reading „96. Li Bais Meditation“
Huang Nubo ist ein Unternehmer eigener Art. In seinem Büro hängen Fotos von den Achttausendern, die er schon bestiegen hat, um dort Gedichte zu schreiben. Im Kern seines Wesens sieht er sich nämlich als Dichter, freilich einen, der weder melancholisch noch selbstmitleidig ist. „Poesie… Continue Reading „50. „Poesie ist die Lösung“ oder „Muss man Angst haben?““
(Originaleintrag von 2001. Nachträge 2011 vielleicht später) Selbstvergessenheit Der Strom – floss, Der Mond vergoss, Der Mond vergaß sein Licht – und ich vergaß Mich selbst, als ich so saß Beim Weine. Die Vögel waren weit, das Leid war weit, und Menschen gab… Continue Reading „109. Meine Anthologie 78: Li Bai, Selbstvergessen“
Der Band «Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass» versammelt Texte zu ganz unterschiedlichen Themen, die aber alle das moralische Totalversagen der chinesischen KP illustrieren. Auch wenn Lius Thesen nichts bahnbrechend Neues bringen, so überzeugen sie doch durch ihr reflexives Niveau. In ihnen… Continue Reading „75. Keine Feinde“
„Die Sterne beugen sich nieder, und der Mond fließt den Fluss hoch“, ist Teil eines Gedichtes von Du Fu (712-770 n. Chr.). „Der Mond, voll ausgewachsen über dem Meer, Den ganzen Himmel richtigstellend“, von Zhang Jiuling, ein Premierminister während der Tang-Dynastie. In der Tang-Dynastie… Continue Reading „56. Mondgedichte“
Das Qinghai-See-Festival wird seit 2009 alle zwei Jahre in der Stadt Xining oder am See ausgerichtet (die Stadt liegt 100 km östlich vom See, die Berichte scheinen nicht sehr genau). Eine Tourismus-Seite wirbt, Qinghai sei „one of the olddest birthplace for poem“. Wikipedia weiß, daß… Continue Reading „136. Nachtrag zu Qinghai“
„Chinesische und ausländische Gedichte sollen zum klassischen Stil zurückkehren“. So überschreibt china.org den Bericht über ein viertägiges Gedichte-Festival in einer Stadt in der nordwestchinesischen Provinz Qinghai, an dem rund 200 Poeten aus 55 Ländern teilnahmen. Mehr noch: diese 200 Dichter hätten „den Wunsch geäußert,… Continue Reading „134. Für die „Reinheit der Poetik““
Der 62jährige Dichter Bei Dao trat überraschend beim Qinghai Lake Poetry Festival auf, das am 9.8. eröffnet wurde. Mehr als 20 Jahre war er nicht in China, abgesehen von einem kurzen Aufenthalt beim Begräbnis seines Vaters 2001. Der Pionier eines neuen Genres der chinesischen… Continue Reading „77. Uninspiriert“
Dass er nach dem Gefängnis dieses Buch geschrieben hat, zeigt, dass es die Sprache war, die ihn wieder hat zum Menschen werden lassen. Ganz verlassen hatte sie ihn auch vorher nicht: Im Anhang des Buchs sind 30 „Liebeslieder aus dem Gulag“ abgedruckt, 30 Gedichte,… Continue Reading „85. Erschienen“
In seinem neuen Buch „Für ein Lied und hundert Lieder“ sind endlich auch einige seiner Gedichte abgedruckt. Wir beginnen zu ahnen, dass der Autor einen langen, schmerzhaften Weg gegangen ist von der Sprache zu den Sachen. / Arno Widmann, FR
Er war vier Jahre inhaftiert, wurde schikaniert – jetzt hat sich der chinesische Autor Liao Yiwu nach Deutschland abgesetzt. Kurz nach seiner Ankunft in Berlin sprach SPIEGEL ONLINE mit dem Dissidenten über seine furchtbaren Erfahrungen im Gefängnis und die China-Politik Angela Merkels. Liao: Ich habe vor meiner… Continue Reading „24. Liao Yiwu in Deutschland“
Wie ticken chinesische Gedichte? Der Spiegel berichtete vor einiger Zeit über ein Gedicht von Mao Tse-tung, in dem der große vorsitzende Dichter über den „Revisionisten“ Nikita Chrustschow spottete (Chrustschow war der Parteichef, der in einigen vorsichtigen Riesenschritten begann, das Erbe Stalins abzutragen und dafür… Continue Reading „24. Meine Anthologie: Dialog zwischen zwei Vögeln“
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