Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Li Bifeng war einmal Steuerbeamter in Mianyang, einer Stadt in der Provinz Sichuan, aber seit ihm das Gefängnis zur Heimat wurde, ist er nur mehr Dichter. Kein bekannter, nein. Li Bifeng ist eine jener armen Seelen, nach denen kein Hahn kräht, eigentlich. Es ist 1989,… Continue Reading „20. Li Bifeng“
Rede auf der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 von Liao Yiwu Wegen seines Protestes gegen das Massaker auf dem Tiananmen Platz wurde der namenlose Lyriker Li Bifeng verhaftet und war mein Leidensgenosse im Gefängnis. Mehrmals musste er danach wieder… Continue Reading „94. Solidarität mit Li Bifeng“
Am Flughafen Tegel habe er schon dort die Nase in den Wind gehalten: „Die Luft schmeckt so süß“ sagt er noch heute, wenn er sich an diesen Moment erinnert. Liao ist auf Einladung des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) in die Stadt gezogen und werde… Continue Reading „33. Liao Yiwu in Berlin“
Die „Zeit“ hat den chinesischen Friedenspreisträger Liao Yiwu der Lüge bezichtigt. Das steht in der Tradition ihres Herausgebers: Altkanzler und Welterklärer Helmut Schmidt. Ein offener Brief. Von Wolf Biermann, Die Welt Lieber Liao Yiwu, die vornehme „Zeit“ kolportierte dieser Tage allerhand stinkende Neuigkeiten: Deine erschütternden Sittenbilder… Continue Reading „113. Offener Brief“
„Wieviele Divisionen hat der Papst?“ Spöttische Frage des großen Stalin. Was ihn nicht hinderte, auch tausende Schriftsteller zu verfolgen, darunter den großen Dichter Mandelstam, der einen kleinen Spottvers über Stalin schrieb. Das große China geht noch weiter. Man hat ja genug Leute für jegliche… Continue Reading „93. Peking – Berlin“
Der berühmte Dichter Du Fu wird seit langem als Chinas Shakespeare bezeichnet, aber wenn die Literaturgeschichte Respekt vor dem Alter hat, wird sie einräumen müssen, daß der chinesische Worteschmied dem Barden von Avon 800 Jahre voraushat. / China Daily
Streit gibts immer wieder um den Literatur-Nobelpreisträger Mo Yan, der als stellvertretender Vorsitzender der Allchinesischen Schriftstellervereinigung ein Stück weit das offizielle China repräsentiert. Dazu paßt, daß er die Zensurpraxis in China verteidigt, indem er sagt, die Behörden müßten eben prüfen, ob etwas der Wahrheit… Continue Reading „46. Nobel-Zoff“
An unterschiedlichen Orten Leipzigs werden Lesungen, Diskussionen, Verlagsvorstellungen und andere Literaturveranstaltungen zu erleben sein. Gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. wird das Festival mit dem Träger des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, dem chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu eröffnet, welcher laut Begründung des… Continue Reading „83. 16. Leipziger literarischer Herbst“
Eine fast schicksalhafte Dramaturgie will es, dass zeitgleich ein zweiter chinesischer Autor in unser Blickfeld gerückt ist: Liao Yiwu wird am Sonntag in der Paulskirche mit dem hohen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt und ist so ziemlich das genaue Gegenteil vom diesjährigen Nobelpreisträger. Berühmt… Continue Reading „53. Zwei Preisträger“
Dies entnahm ich dem Perlentaucher: Im Schloss Neuhardenberg fand, mitorganisiert vom Goethe-Institut, eine europäisch-chinesische Tagung statt, von der selbst der an sich doch recht regimefreundliche Tilman Spengler wegen allzu kritischer Position ausgeschlossen worden war. Arno Widmann berichtet in der FR: „Als Zhao Tingyang, geboren 1961, Mitarbeiter des Instituts… Continue Reading „100. Nichts genützt“
SZ: Sie haben einmal geschrieben, Sie hätten vier Lehrmeister im Leben gehabt, den Hunger, die Obdachlosigkeit, die Schande und das Gefängnis. Was haben die vier Sie gelehrt? Liao Yiwu: Nummer eins ist der Hunger, in den wurde ich 1958 hineingeboren. Mao hatte kurz vor… Continue Reading „24. Gedichte auf dem Schrank“
Jan Kellendonk beendet seine zehnteilige Serie zur Tang-Lyrik mit Schnee in der Nacht, Gedicht von Bai Juyi [8/10] Frühlingsgedanken, Gedicht von Jia Zhi [9/10] Allein bei der Zither, Bai Juyi [10/10]
In der FAZ erklärt Liao Yiwu, wie er im Gefängnis schreiben konnte (mit einem Faksimile): Durch den Küchendienst war mir täglich eine gewisse Auszeit vergönnt. Ich lernte, Flöte zu spielen, und hockte ansonsten für gewöhnlich mit Papier auf dem Schoß auf dem Bettrand und… Continue Reading „88. Getarnt“
Tausend Berge, die Vögel außer Sicht Pfade zahllos, von Menschen Spuren nicht Flaches Bötchen, mit Mantel, Schirm ein Greis Eine Angel, am Fluss wo Schnee fällt dicht Trotz einfacher Struktur birgt die Übertragung dieses Gedicht aus der Tangzeit von Liu Zongyuan (773-819) Schwierigkeiten. Überhaupt… Continue Reading „85. Gute Übung“
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