Schlagwort: Gustav Seibt

120. Kreuz und Phallus

Blasphemische Anwandlungen befallen den in Religionsfragen* sonst** ehrfürchtigen*** Dichter****, wenn es um Sexualmoral, Lust- und Liebesverbote aus priesterlicher Warte geht. Das berühmte ‚Tagebuch‘ von 1810 feiert zwar die eheliche Treue, aber es zeigt, dass ihr Unterpfand eine ‚Neigung‘ ist, die sich mit ‚Begierde‘ verbindet.… Continue Reading „120. Kreuz und Phallus“

93. Pergamon

WF SCHMID: Ich find ja das Rezeptions­potential des Buches zwischen Gedicht­band und Aus­stel­lungs­katalog spannend. Wenn wir mal nur vom Text ohne seine Funk­tion inner­halb der Aus­stel­lung ausgehen: Siehst Du, in Hin­blick auf Deine Dich­tung, das Buch wider­spruchs­frei als Gedichtband? GERHARD FALKNER: Ich höre es bei Dir zwischen den… Continue Reading „93. Pergamon“

123. Akademie der Männer*

Der Literaturwissenschaftler, Essayist und Lyriker Heinrich Detering wurde von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für drei Jahre zum Präsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Klaus Reichert an, der seit 2002 die Präsidentschaft inne hatte und sich nicht mehr zur Wiederwahl stellte.… Continue Reading „123. Akademie der Männer*“

93. Nicht furchtbar

Fast 200 Jahre sind seit der Veröffentlichung von Goethes Doppelband des West-Östlichen Divan (Gedichte / Kommentar) vergangen. Seit 2010 liegt nun erstmals eine vollständige Übersetzung ins Englische vor, meldet Gustav Seibt, Süddeutsche 13.9.: Es gibt Goethes ‚Divan‘ zum ersten Mal vollständig auf Englisch. Denn… Continue Reading „93. Nicht furchtbar“

16. Poetische Schöpfungsseligkeit

Man mache die Probe beim Gedicht auf eine Schnecke: ‚die schnecke betrachten, während sie uns/ kaum wahrnehmen kann, zu eilige schemen/ jenseits der bühne, flüchtiges am rande/ eines anderen größeren dramas,/ und das heißt: schnecke.‘ Und als wolle Wagner zeigen, dass er alles kann,… Continue Reading „16. Poetische Schöpfungsseligkeit“

68. Künftiger, duftiger Divan

Edition und Kommentar von Goethes „West-östlicher Divan“, die Hendrik Birus 1994 vorlegte, wurden sofort als Meilenstein der Philologie gefeiert. Birus befreite den 1819 erschienenen „Divan“ von späteren Zusätzen in der „Ausgabe letzter Hand“, der die meisten späteren Editionen folgten, und bot diese bereicherten Fassungen… Continue Reading „68. Künftiger, duftiger Divan“

25. Dantes Fantasy

Hartmut Köhler übersetzt Dantes Göttliche Komödie, die größte Fantasy-Geschichte des Mittelalters, in Prosa und kommentiert gelehrt Mit Dante sollte man es sich nicht zu schwer machen. Natürlich ist die „Göttliche Komödie“ ein gelehrtes Weltgedicht aus Kosmologie, Theologie und dem historischen Wissen von Antike und… Continue Reading „25. Dantes Fantasy“

Verse vor Gericht

Am 18. Februar 1895 hinterließ Queensberry in Wildes Club eine an diesen adressierte Visitenkarte mit dem handschriftlichen Vermerk: „Für Oscar Wilde, den posierenden Somdomiten“ (For Oscar Wilde posing Somdomite), und schon der Schreibfehler teilt etwas mit von der Ungeheuerlichkeit jener Liebe, die, einer Gedichtzeile… Continue Reading „Verse vor Gericht“

edit

In der „Süddeutschen erfahren wir, wie die Leipziger Literaturzeitschrift „edit“ auf den ihr zuerteilten Hermann-Hesse -Förderpreis für Literaturzeitschriften reagiert: mit „Hesse-Häme“ – Außerdem bespricht Gustav Seibt den Briefwechsel Benn -. Claes / SZ 15.5.02