Fray Luis de León (1527 – 23. August1591)
BEI SEINER ENTLASSUNG AUS DEM KERKER DER INQUISITION
Mißgunst hielt mich hier und Lüge
hinter Kerkerwand gefangen,
doch den Weisen nachzuhangen
lernt ich, die dem Weltgefüge
in die Einsamkeit entgangen.
Glücklich, wer nach Tages Frieden
sich am kargen Mahle weidet,
das ihm Gott als Gast beschieden,
und sich selber lebt hienieden,
neidisch nicht und nicht beneidet.
Im Dezember 1576 an die Wand der Gefängniszelle in Valladolid geschrieben, wo er fünf Jahre als Gefangener des Inquisitionstribunals gehalten wurde. Der beliebte Hochschullehrer wurde beschuldigt, den hebräischen Urtext der Bibel für gültiger als die lateinische Vulgata gehalten und obendrein das Hohelied übersetzt und verbreitet zu haben. Als er nach der Haft an die Universität zu Salamanca zurückkehrte, begann er seine erste Vorlesung mit den Worten „Dicebamus hesterna die… / Wir waren das letzte Mal stehengeblieben…“. Er gilt als einer der größten Lyriker Spaniens.
Aus: Gedichte der Spanier. Zweisprachig. Eingeleitet, hrsg. u. übertragen von Rudolf Grossmann. Bd.1: Vom Mittelalter bis zum Barock. Leipzig: Dieterich’sche Verlagshandlung, o.J. (1948), S. 241
AL SALIR DE LA CÁRCEL DONDE ESTUVO PRESO
Aqui la envidia y mentira
me tuvieron encerrado:
dichoso el humilde estado
del sábio que se retira
de aqueste mundo malvado;
y con pobre mesa y casa
en el campo deleitoso,
con solo Dios se compasa
y á solas su vida pasa
ni envidiado ni envidioso.
Dorothy Parker (22. August 1893 Long Branch, New Jersey, USA – 7. Juni 1967 New York)
Zu ihrem Geburtstag drei kurze Gedichte auf Deutsch und eins im Original
Grundsätzliches zur Sexualfrage
Frauen wünschen ewige Treue – Männer wünschen stets das Neue.
Liebe bleibt der Frauen Sonne – Männer kennen andre Wonne.
Ihre Lust wird niemals matt – zähl bis drei, schon hat er’s satt.
Ist das in großen Zügen so – wo bleibt dann das Vergnügen? wo?
Trostworte, in den Spiegel zu ritzen
Helenas Name ging rings um die Welt,
Sappho erstrahlte am Himmelszelt,
Ninon ehrt Frankreich ganz königlich –
doch was für ein braves Mädchen bin ich!!
Bohème
Dichter und Mimen und derlei Artisten
wissen nichts sicher – wenn je sie was wüßten!
Maler und Sänger und solcherlei Herrn
reden ihr Zeug von Boston bis Bern.
Stückeschreiber und all das Geschiebe
starten mit Gott und enden mit Liebe.
Journalisten und Kritiker scheinen
nie was zu wissen und nie was zu meinen –
Ach, mir wird schwach von all den Talenten!
Sende mir Gott ’nen Versicherungsagenten.
Aus: Julius Bab: Amerikas neuere Lyrik. Ausgewählte Nachdichtungen. Bad Nauheim: Christian-Verlag, 1953, S. 86-88
Resumé
Razors pain you;
Rivers are damp;
Acids stain you;
And drugs cause cramp.
Guns aren’t lawful;
Nooses give;
Gas smells awful;
You might as well live.
Aus: The Virago Book of Wicked Verse. Edited by Jill Dawson. London: Virago Press, 1992, S. 138
2017 erschien der erste Band mit ihren Gedichten auf Deutsch
Sommergedichte nannte ich die Rubrik mal. Da der Sommer fast vorbei ist oder zumindest pausiert, suche ich an diesem grauen Tag was Passendes zu – Sommerblau. Blumen. Kornfeld. Sowas. Wer hat am 21. August Geburtstag? Bartholomäus Sastrow aus Greifswald, Jens Christian Djurhuus, färöischer Bauer und der erste Dichter, der auf Färöisch schrieb, interessant, hab ich leider nichts, Aubrey Beardsley aus Brighton, die Rheinländerin Elisabeth Alexander, Can Yüzel aus Istanbul, der russische Dichter Gennadi Ajgi: da fang ich mal an. Und werde fündig.
Auftauchen einer Kirche
o
himmels blau
und
feld –– ein silberfädchen –– feld
(und viel
des goldes
viel)
entlang –– die spannung!
und
durch die festigkeit der helle
empor
1981
Aus dem Russischen von Felix Philipp Ingold
aus : Gennadij Ajgi. Mit Gesang: Zur Vollendung. [Ausgewählte Werke Bd. I].
Wien-Lana: edition per procura 1995. © edition per procura Wien-Lana 1995
ISBN: 3-901118-19-5
Возникновение Храма
о
голубое
и
поле – серебряной ниточкой – поле
(и много
золота
много)
вдоль – напряжение!
и
твёрдостью светлости
ввысь
1981
© ГЕННАДИЙ АЙГИ / Gennadij Ajgi
Aus: ТЕПЕРЬ ВСЕГДА СНЕГА
СОВЕТСКИЙ ПИСАТЕЛЬ, 1992
Das Gedicht ist Feier genug, aber ich verlängere die Feier mit vier Bildern aus meinem Sommer in Ostvorpommern.
Jakub Deml (20. August 1878 Tasov, Tschechien, damals Österreich-Ungarn – 10. Februar 1961 Třebíč)
Der Blinde geht durch die Welt Vielleicht erweckt es den Anschein, als könnte ich sehen, denn im Grunde genommen geh ich wie andre Leute umher, nur mehr Ärgernis erreg ich, weil ich wirklich nicht sehe und jeder, den ich anrempele, glaubt, es geschehe absichtlich, aber diese Richtung meines Weges wird durch das Gesetz meiner Schwere bestimmt, nicht aber durch das Gesetz meiner Person, welche blind ist, so daß es in Gegenwart von Kindern, ja von Erwachsenen oft geschieht, daß ich Dinge rede, welche zum Lachen sind und an denen meine Seele überhaupt nicht festhält, denn ohne Sehkraft geh ich noch dorthin, wo niemand mehr steht, ja, mein Gott, dort öffne ich mein Herz, wo alles ganz leer ist! Nichts andres bleibt mir übrig, weil ich wirklich nicht sehe, nur die Bäume betaste ich und gute Leute frag ich, ob sie einem Menschen begegnet sind, der nicht aus dieser Gegend war, denn ich hab Angst zu sagen, daß es kein Mann ist — und ob er sich nicht nach mir erkundigte...! Wahre Verrücktheit, denn ein Verstorbener erkundigt sich nach nichts mehr! Aber so geh ich durch die Welt, mit den Kindern plaudere ich und mit Freunden Hunden, streichle ihren Rücken lehre sie beten, ganz vergebens, beneide die Vögel, mir einredend‚ daß sie verzaubert sind und daß ich in ihnen erkenne, was ich geliebt habe, oh Gott, mein Gott!
Deutsch von Ludvík Kundera
Aus: Die Sonnenuhr. Tschechische Lyrik aus 11 Jahrhunderten. Teil 3: 1900-1950. Hrsg. Ludvík Kundera. Leipzig: Reclam, 1987, S. 173f
Federico García Lorca
SONETT IN GONGORAS MANIER, DARIN DER DICHTER SEINER LIEBE EINE TAUBE SCHICKT
Vom Turia will ich dir dies Täubchen schicken
mit seinem milden Aug und weißen Flaum,
still hingegossen ruht’s im Lorbeerbaum,
läßt tief ins Schwelen meiner Liebe blicken.
Sein Unschuldsglanz, sein sanfter Hals und Rücken,
fügsam wie Töpferton und warmer Schaum,
zitternd in Reif und Nebel: zarter Traum,
die Gier nach deinem Munde auszudrücken.
Streich sacht ihm übers Weiße und verschließe
dich nicht den Flocken dieser Melodie,
die still wie Schnee auf deine Schönheit fließe.
So auch mein Herz, denn ach! es sieht dich nie,
weint Tag und Nacht, gefangen im Verliese
der dunklen Liebe, vor Melancholie.
Deutsch von Lothar Klünner
Aus: Federico García Lorca: Diwan des Tamarit. Diván des Tamarit. Sonette der dunklen Liebe. Sonetos des amor oscuro. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1990, S. 79
Este pichón del Turia que te mando,
de dulces ojos y de blanca pluma,
sobre laurel de Grecia vierte y suma
llama lenta de amor do estoy pasando.
Su cándida virtud, su cuello blando,
en limo doble de caliente espuma,
con un temblor de escarcha, perla y bruma
la ausencia de tu boca está marcando.
Pasa la mano sobre tu blancura
y verás qué nevada melodía
esparce en copos sobre tu hermosura.
Así mi corazón de noche y día,
preso en la cárcel del amor oscura,
llora, sin verte, su melancolía.
Federico García Lorca wurde am 18. oder 19. August 1936 in Viznar bei Granada von den faschistischen Putschisten ermordet.
Gebet an einen Glücksgötzen
Kleiner, peruanischer
Glücksgötze an der Wand,
gieße noch einmal die Gaben in meine hohle Hand.
Kleiner, peruanischer
Glücksgötze, der nach mir glotzt,
gib, daß noch einmal die Tafel von Freuden des Festes strotzt.
Kleiner, peruanischer
Glücksgötze, der nach mir grinst,
wende noch einmal die Würfel im Spiel zum Gewinst.
Kleiner, peruanischer
Glücksgötze, der die Fäuste ballt,
— eh ich wie du sie schließe, grinsend und glotzend und alt.
Alma Johanna Koenig
Aus: Verlassener Horizont. Österreichische Lyrik aus vier Jahrzehnten. Hrsg. Hugo Huppert und Roland Links. Berlin: Volk und Welt, 1980, S. 30
Alma Johanna Koenig, geboren am 18. August 1887 in Prag, ermordet am 1. Juni 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez bei Minsk. Österreichische Lyrikerin und Erzählerin mit galizisch-jüdischen Wurzeln. Zu ihrem Gedächtnis stiftete ihr Nachlaßverwalter Tauschinski 1957 den Alma-Johanna-Koenig-Preis (den 1962 Johannes Bobrowski erhielt).
Sahst du noch nie den Fall der Leoniden?
Wenn Sterne lautlos durch den Äther zittern
Und ringsum sich beim Sturze noch zersplittern,
Erkennst du doch den großen Wunsch nach Frieden?
Blick auf die Vögel! Ziehen sie nach Süden,
So scheinen sie, vereint, kein Arg zu wittern.
Doch kann ein einzger Sturz den Zug erschüttern,
Denn gleich fühlt sich der ganze Schwarm ermüden.
Dich konnt ich durch ein tiefes Wort erlangen,
Denn du ergabst dich plötzlich ungewußt,
Und Scham und Liebe quoll in deine Wangen;
Jetzt glüht dein Fühlen hold an meiner Brust.
Bald kann ich dich in voller Glut umfangen,
Denn Ruhe sucht urschließlich jede Lust.
Theodor Däubler, 17. August 1876 Triest, damals Österreich-Ungarn – 13. Juni 1934 St. Blasien, Schwarzwald. Aus: Nordlicht. Erster Teil. Das Mittelmeer (Genfer Ausgabe). Leipzig: Insel Verlag, 1921
Charles Bukowski
BIER AM NACHMITTAG
Es kommt auf nichts mehr an
nur noch auf einer Matratze liegen
mit billigen Träumen und einem Bier
während die Blätter sterben und die Pferde sterben
und die Zimmerwirtin in den Hausflur starrt;
die runtergezogenen Jalousien mit ihrer
flattrigen Musik,
der letzte Mann in seiner Höhle,
in einer Ewigkeit von Getriebe
und Explosion;
nichts als der tropfende Wasserhahn,
die leere Flasche,
Euphorie;
deine Jugend versperrt
verhunzt und glattrasiert,
man hat dich Worte gelehrt
und damit losgeschickt
zum Sterben.
Aus: Charles Bukowski: Western Avenue. Gedicht aus über 20 Jahren. Deutsch von Carl Weissner. Frankfurt/Main: Zweitausendeins, 1979, S. 13
Charles Bukowski (16. August 1920 Andernach, Deutschland – 9. März 1994 San Pedro, Los Angeles)
Von Matthias Claudius
Weit von meinem Vaterlande
Muß ich hier verschmachten und vergehn,
Ohne Trost, in Müh‘ und Schande;
Ohhh die weißen Männer!! klug und schön!
Und ich hab‘ den Männern ohn‘ Erbarmen
Nichts getan.
Du im Himmel! hilf mir armen
Schwarzen Mann!
Dieses Gedicht erschien am 31. August 1773 in der Zeitschrift „Wandsbecker Bothe“.
Matthias Claudius (Pseudonym Asmus, 15. August 1740 Reinfeld (Holstein) – 21. Januar 1815 Hamburg)
Bertolt Brecht (10. Februar 1898 Augsburg – 14. August 1956 Ost-Berlin)
Morgendliche Rede an den Baum Griehn
1
Griehn, ich muß Sie um Entschuldigung bitten.
Ich konnte heute nacht nicht einschlafen, weil der Sturm so laut war.
Als ich hinaus sah, bemerkte ich, daß Sie schwankten
Wie ein besoffener Affe. Ich äußerte das.
2
Heute glänzt die gelbe Sonne in Ihren nackten Ästen.
Sie schütteln immer noch einige Zähren ab, Griehn.
Aber Sie wissen jetzt, was Sie wert sind.
Sie haben den bittersten Kampf Ihres Lebens gekämpft.
Es interessieren sich die Geier für Sie.
Und ich weiß jetzt: einzig durch Ihre unerbittliche
Nachgiebigkeit stehen Sie heute morgen noch gerade.
3
Angesichts Ihres Erfolges meine ich heute:
Es war wohl keine Kleinigkeit, so hoch heraufzukommen
Zwischen den Mietskasernen, so hoch herauf, Griehn, daß
Der Sturm so zu Ihnen kann wie heute nacht.
Aus: Hauspostille
Erste Lektion: Bittgänge
Die Drei
Drei Reiter nach verlorner Schlacht,
Wie reiten sie so sacht, so sacht!
Aus tiefen Wunden quillt das Blut,
Es spürt das Roß die warme Flut.
Vom Sattel tropft das Blut, vom Zaum,
Und spült hinunter Staub und Schaum.
Die Rosse schreiten sanft und weich,
Sonst flöss‘ das Blut zu rasch, zu reich.
Die Reiter reiten dicht gesellt,
Und einer sich am andern hält.
Sie sehn sich traurig ins Gesicht,
Und einer um den andern spricht:
»Mir blüht daheim die schönste Maid,
Drum tut mein früher Tod mir leid.«
»Hab‘ Haus und Hof und grünen Wald,
Und sterben muß ich hier so bald!«
»Den Blick hab‘ ich in Gottes Welt,
Sonst nichts, doch schwer mir’s Sterben fällt.«
Und lauernd auf den Todesritt
Ziehn durch die Luft drei Geier mit.
Sie teilen kreischend unter sich:
»Den speisest du, den du, den ich.«
Nikolaus Lenau (13. August 1802 Csatád, Ungarn, heute Lenauheim (Schadat), Rumänien – 22. August 1850 Oberdöbling)
Drei kurze Stücke aus Notizbüchern von William Blake, der am 12. August 1827 starb.
Was ists das Männer von den Fraun begehren?
Das Lineament begierigen Gewährens.
Was ists das die Fraun von Männern begehren?
Das Lineament begierigen Gewährens.
**
Von einer Frau erwünscht ich mir
Was man bei Huren immer find´t
Das Lineament erfüllter Gier.
**
Wenn Mann und Frau erst
Ehlich vereint sind
Sieht Er nach ob Ihre Knie
Zusammgeleimt sind.
Linie, Lineament (Federstrich) war ein wichtiges Element auch seines bildnerischen Werks. Hier die Originaltexte:
What is it men in women do require? –
The lineaments of gratified desire.
What is it women do in men require? –
The lineaments of gratified desire.
(Notizbuch um 1791/92)
In a wife I would desire
What in whores is always found –
The lineaments of gratified desire.
(Notizbuch um 1791/92)
WHEN a man has married a wife, he finds out whether
Her knees and elbows are only glued together.
(Notizbuch, um 1804 – In der ersten Ausgabe, die ich benutzte, vierzeilige Fassung mit geringen Abweichungen)
Übersetzungen M.G.
Sara Teasdale (1884 – 1933)
THE LAMP IF I can bear your love like a lamp before me, When I go down the long steep Road of Darkness, I shall not fear the everlasting shadows, Nor cry in terror. If I can find out God, then I shall find Him, If none can find Him, then I shall sleep soundly, Knowing how well on earth your love sufficed me, A lamp in darkness.
Aus: Sara Teasdale, Love Songs (1917)
Die Lampe Kann ich deine Liebe als Lampe führen, Lange dunkle Wege hinab, dann fürcht’ ich Nicht die immerwährenden Schatten, werd’ nicht Weinen im Schrecken. Kann ich Gott dort finden, so treff’ ich Ihn wohl, Kann Ihn niemand finden, so schlaf’ ich ruhig, Wissend deine Liebe genügte mir als Lampe im Dunkel.
Übers. Christoph Georg Rohrbach
HJer hab ich nun mein sehnliches Verlangen :
hier liegt mein Lieb / hier ligt mein ander ich :
hier giebt das Glück sich selbst gefangen mich[1] :
hier mag ich nun mein Lieb vielmahl umfangen : ¶
hier mag ich nun auch küssen seine Wangen :
Cupido hört mein Klagen inniglich /
und wil nun auch so hülffreich zeigen sich ;
Nun mag ich wohl mit meinem Glücke prangen ;
die Venus zeigt mir iezt ein guhtes Ziel /
ich wil nur selbst / nicht was ich gerne wil ;
O Blödigkeit[2] / du must nur von mir weichen !
weil[3] du hir bist / wärt meine grosse Pein ;
Wer lieben wil / mus nicht so blöde seyn /
sonst kan er nicht der Liebe Lohn erreichen.
Sibylla Schwarz (1621-1638)
Die Dichterin Sibylla Schwarz starb am 31. Juli 1638 in Greifswald. In den meisten protestantischen Ländern galt damals noch der julianische Kalender. In Wien, Rom, Paris usw. schrieb man da schon den 10. August. Welcher Kalender auch immer: Heute vor 379 Jahren starb Sibylla Schwarz im 17. Jahr ihres Lebens. 3 Tage später, am 3. August alten, 13. August neuen Stils wurde sie in der Nikolaikirche ihrer Heimatstadt beigesetzt.
[1] mir
[2] Schüchternheit
[3] solange
Sara Teasdale (1884 – 1933)
NAHANT BOWED as an elm under the weight of its beauty, So earth is bowed, under her weight of splendor, Molten sea, richness of leaves and the burnished Bronze of sea-grasses. Clefts in the cliff shelter the purple sand-peas And chicory flowers bluer than the ocean Flinging its foam high, white fire in sunshine, Jewels of water. Joyous thunder of blown waves on the ledges, Make me forget war and the dark war-sorrow— Against the sky a sentry paces the sea-cliff Slim in his khaki.
Aus: Sara Teasdale, Flame and Shadow (1920)
Nahant Wie eine Ulme gebogen unter der Last ihrer Schönheit, Ist auch die Erde gebogen, unter der Last ihrer Pracht, Ehernes Meer, Blätterreichtum und das polierte Bronzene Seegras. Die Klüfte der Klippen schützen die Strand-Platterbse Und Zichorieblüten blauer als der Ozean der seinen Schaum emporschleudert, weißes Feuer im Sonnenlicht, Wasserjuwelen. Freudiges Donnern der Wellenschläge am Felsen Lässt mich den Krieg vergessen und dessen Sorgen – Am Horizont durchschreitet ein Wachmann die Klippen Schwindend in Khaki.
Übers. Christoph Georg Rohrbach
Neueste Kommentare