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Veröffentlicht am 26. Juni 2026 von lyrikzeitung
131 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Doris Kareva
Ich schlief den Schlaf der Mineralien,
schlief magmatief,
und sah ein Gesicht: der leuchtende Wind
erhob sich, drohend, hinter den Bergen.
Die Tage zerschmolzen zu einer einzigen Träne,
aus meiner Kehle stieg nur noch Lobgesang
Kristallfeuer, ewig verspielt veränderlich,
schwamm in meinem sich wandelnden Ich
Deutsche Fassung: Katja Lange-Müller, aus: Die Freiheit der Kartoffelkeime. Poesie aus Estland, edition die horen, hier aus: Vorläufig ist die Zeit – Esialgu on aeg. (Katalog). Ahrenshoop: Edition Hohes Ufer, 2015, S. 28
Ma magasin mineraalide und,
ma magasin nagu magma
ja nägin nägemust: helkiv tuul
tõusis, ähvardav, mägede taga.
Päevad sulasid kokku ainsaks pisaraks,
kurgust kerkis vaid kituselaul,
igimänglev erk leekkristall
mu muutlikus kujus ujus.
Doris Kareva, geboren 1958 in Tallinn, estnische Dichterin und Übersetzerin. Ihre Texte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.
Kategorie: EstlandSchlagworte: Ahrenshoop, Übersetzung, Baltikum, Die Freiheit der Kartoffelkeime, Doris Kareva, Edition Hohes Ufer, estnische Literatur, estnische Lyrik, Gedicht, Identität, Katja Lange-Müller, Kristall, Magma, Mineralien, moderne Poesie, Naturlyrik, Poesie aus Estland, Tallinn, Verwandlung, Vorläufig ist die Zeit
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