Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Die Versteigerung der Millionen-Schätze des französischen Schriftstellers und Surrealisten André Breton hat gestern in Paris turbulent begonnen. Demonstranten verteilten vor dem Pariser Auktionshaus Drouot-Richelieu falsche 10-Euro-Scheine mit dem Porträt Bretons und folgender Aufschrift: „Euer Geld stinkt nach dem Kadaver des Poeten“. Die Demonstranten wurden… Continue Reading „„Te brader, non““
Alfred Kolleritsch, der Philosoph unter den Dichtern, leuchtet auf der Heimalm aufs «hohe Gestell der Dauer». Der Rhythmus seiner Gedichte und ihre Rede von allem, was «blutstürzlerisch schnell / auf der Schwelle verschwunden» ist, können sich in der Skihütten- Ambiance kaum Gehör verschaffen. /… Continue Reading „Rauriser Literaturtage“
schreibt Kurt Schwitters. Nachzulesen in der SZ-Reihe Briefe aus dem 20. Jahrhundert XIV am 5.4.03: Kurt Schwitters an Carola und Sigfried Giedion (1929) – Carola Giedion(-Welcker) gab 1946 – Schwitters lebte noch und war ein toter Hund im englischen Exil – in der Schweiz… Continue Reading „Meine Tippe überfüllt die Lyrik“
Denn Chessex wechselt im Lauf des Tages seine Arbeitstische, indem er dem Lauf der Sonne folgt. Als Frühaufsteher begrüsst er den Tag mit einem lyrischen Morgengesang, es ist der Moment vor dem alltäglichen Sündenfall – le lever du poète, und die Teufelchen, noch matinal… Continue Reading „Lever du Poète“
Es sieht so aus, als hätten die ihn bedrängenden Stimmen ihm seinen Lebenslauf mehr und mehr in monströsen Zahlengebäuden diktiert, oder – wie in dem «Album mit Tänzen und Märschen» – in phonetische Klangmuster übersetzt. Allemal aber folgt die Algebra seiner Visionen einer eigensinnigen… Continue Reading „Adolf Wölfli in New York“
Ein Sonett von José Antonio Muñoz Rojas in der NZZ vom 5.4.03 – – – In Rolf Schneiders Berliner Anthologie, Berliner Morgenpost vom 6.4.03: Peter Huchel, Havelnacht.
[Richard] Anders, der in Athen und Zagreb deutsche Sprache und Literatur unterrichtete, ist als Schriftsteller erst in den 60er Jahren an die Öffentlichkeit getreten. Nachdem er durch den kroatischen Surrealisten Radovan Ivsic´ als „Sympathisant“ in André Bretons Pariser Zirkel eingeführt worden war, veröffentlichte er… Continue Reading „Wolkenlesen“
Erinnerung – lassen wir das Sprachmaterialhafte des Werkes einmal außen vor, freilich ohne das Sprachmaterial außer acht zu lassen, und denken an die von innen glühenden, an die Erinnerungs-Halden, an all das Ausgebrannte, Miese, arrogant Übersehene und Verdrängte, an das aus dem Kanon Ausgeschiedene,… Continue Reading „Dauergeheimtip (Kling über Pastior)“
Dennoch war der Dichter eher durch seine exponierte Rolle im Literaturbetrieb zum politischen Fall Huchel geworden. In seinem biografischen Abriss für Text + Kritik zeichnet Peter Walther die Geschichte dieses Missverständnisses nach. Nebenbei raut er erfreulicherweise das allzu glatte Huchel-Bild ein wenig auf. Für… Continue Reading „Peter Huchel 100“
Ein Wörterbuch der Onomatopoiien bespricht der Nouvel Observateur Nr. 2004, 3.4.03 «Dictionnaire des onomatopées», par Pierre Enckell et Pierre Rézeau, PUF, 580p., 32€
Und Jacksons Übersetzung erfüllt das Diktum Hans Magnus Enzensbergers, dass Übersetzung von Poesie nur sein kann, was selber Poesie ist. Zieht man zum Vergleich die wörtliche Prosaübertragung Irmgard Willes und die Nachdichtung Felix Philipp Ingolds heran, wird die Leistung Jacksons deutlich. Bei Wille heißt… Continue Reading „Zwetajewa übersetzen“
So etwas wie Sinn muss man sich hier schon selbst zusammenklauben – und der Sinn ist, dass es keinen gibt. Einen Ausweg liefert nur die Totalverweigerung: «Angela Davis löscht ihre Website.» Neumeisters Avantgardekonzept ist planvoll und konsequent durchgeschrieben, aber so richtig satt will man… Continue Reading „Totalverweigerung“
Über die Versteigerung der Sammlung André Bretons berichtet die SZ am 31.3.03.
Vor allem: ein neuer Anstoss, Ungaretti zu lesen. / So die NZZ vom 29. März 2003 über Giuseppe Ungaretti: Zeitspüren. Gedichte. Ausgewählt und aus dem Italienischen übertragen von C. W. Aigner. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2003. 155 S., Fr. 33.60.
(Wem gehört die Lyrik) Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört einfach Thomas Mann und Brecht. Thomas Mann gehört die Prosa und Brecht das Drama und die Lyrik. Was ich Ihnen als Vermutung anbiete, ist, daß die zweite Hälfte Arno Schmidt und mir gehört.… Continue Reading „Hacks über Hacks“
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