Als er dreizehn war

96 Wörter, 1 Minute Lesedauer.

Michael Köhlmeier

Als er dreizehn war

Als er dreizehn war, ließen sich 
Seine Eltern scheiden. Er wurde 
Gefragt, bei wem er bleiben wolle,

Und entschied sich für seinen 
Vater – obwohl der ihm noch 
Mehr auf die Nerven ging als

Die Mutter; aber sie liebte er 
Nicht, und sie liebte ihn nicht.
Als er dreizehn war, zündete sich

Ein Mann vor seinen Augen an, 
Und in der Nacht schlich er 
Aus dem unerforschten Haus.

Aus Michael Köhlmeier: Der Liebhaber bald nach dem Frühstück. Gedichte. München: Carl Hanser Verlag, 2012 (= Edition Lyrik Kabinett, Band 25), S. 24

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