Kategorie: Europa

11. Wosnessenski I

Ein Geist, der bei Wosnessenski, wie jedem wahren russischen, sowjetischen Dichter von Liebe zum Land erhitzt und zugleich von den stalinistischen Praktiken zerfrostet wurde. Das ewige Wechselklima. Die Tapferkeit des Aushaltens. Die Sinnwidrigkeit der Kulturpolitik, aber im Dichter die trotzige Energie des obsiegenden Hintersinns.… Continue Reading „11. Wosnessenski I“

10. Horst Samson

Am 06.06.2010, 15:00 – 16:00 Uhr Kulturpalast – Freies Radio für Stuttgart Büchersendung: Und wenn du willst, vergiss Der in Rumänien geborene Schriftsteller, Lehrer und Journalist Horst Samson stellt im Gespräch mit Sabine Gärttling seinen neuen Gedichtband vor und bringt eigene Musik mit. FARBE… Continue Reading „10. Horst Samson“

7. Im Beiläufigen finden

Mit dem Gedichtband „Herzschlag“ wurden 2008 seine Liebesgedichte von 1958 bis 2007 vereint und chronologisch abgedruckt. Er lädt zum Verweilen im Augenblick ein, „damit die Zeit / eine Pause hat“: Die ersten Strahlen der Sonne an einem reglosen Tagesbeginn, wenn sich die Sommersonne einem… Continue Reading „7. Im Beiläufigen finden“

6. Lyriker der Stille

„Walter Helmut Fritz gilt als Lyriker der Stille“, schreibt Thorsten Schulte bei literaturkritik.de. Womit wir wieder bei Eva Strittmatter wären. „Ich mach ein Lied aus Stille“ hieß ihr erster Gedichtband von 1973. Im Jahr darauf erschien ein Gedichtband von Adolf Endler, „der erste gute“ wohl,… Continue Reading „6. Lyriker der Stille“

5. Andrej Wosnessenski gestorben

Der russische Dichter Andrej Wosnessenski starb heute im Alter von 77 Jahren in Moskau. Er war einer der bekanntesten russischen Dichter, einer aus einer Gruppe mutiger Schriftsteller, die die russische Literatur nach Stalins Tod aus dogmatischer Ängstlichkeit und Dienstbarkeit befreien halfen. Seine Lyrik drückte… Continue Reading „5. Andrej Wosnessenski gestorben“

4. Wer ist das Du?

Höchst anregend ist, was Eisenreich zur Entstehung einiger Gedichte berichtet, etwa zu „Benedicta“. Als sie Celan eine gerade erstandene Schallplatte mit jiddischen Volksliedern vorspielte, blieb die Nadel hängen, so dass sich der Satz „´s mus asoj sajn“ immerfort wiederholte. Dieser Satz war die Antwort… Continue Reading „4. Wer ist das Du?“

3. Carlo Bordini

Aus Anlaß der Herausgabe seiner sämtlichen Gedichte in Italien, eines langen Gedichts in Frankreich und eines Dossiers in der Zeitschrift Europe liest Carlo Bordini im Juni dreimal in Paris. Luca Sossella, der Verleger von Marco Baliani, Carmelo Bene und in jüngerer Zeit des legendären… Continue Reading „3. Carlo Bordini“

2. Allererstes Schema

Der Juni gehört traditionsgemäß dem Poesiefestival. Schon zum elften Mal findet es dieses Jahr statt – vom 4. bis zum 12. in der Akademie der Künste (Hanseatenweg 10) – und widmet sich dieses Mal dem Mittelmeer. Wunderbares Festival, wunderbares Thema! In über 50 Veranstaltungen stellen… Continue Reading „2. Allererstes Schema“

1. Alice-Kommentator

Als Martin Gardner 1960 seinen Lewis Carroll-Kommentar ‚The Annotated Alice‘ herausbrachte, machte er gleich die erste Fußnote zu einem Rattenschwanz nicht enden wollender Zitate. Er heftete den Rattenschwanz an die erste Zeile des Gedichtes, mit dem ‚Alice in Wonderland‘ beginnt (‚All in the golden… Continue Reading „1. Alice-Kommentator“

155. Angelika Janz – kreide

Neu bei fixpoetry.com: Künstler der Woche Angelika Janz „kreide“ visuelle poesie Dort außerdem von der Autorin: Autorenbuch, Gedichte Prosa: Barackenleben In den Barackenwintern der Nachwende – brandiger Kaffeeduft in überheizten Räumen, mit einer Handvoll Menschen aus dem Nichts der Statistik- beginnt, eiskalt,  brühwarm, die… Continue Reading „155. Angelika Janz – kreide“

154. Autopsie

Der Burscheider Dichter und Lyriker Georg Pawlak und sein musikalischer Partner, Gitarrist Tobias Schaaf, konnten einen erfolgreichen Abend auf der RÜ-Bühne in Essen gestalten. Im Rahmen der Literatur- und Kleinkunstprogramme zur Kulturhauptstadt Europas präsentierte Georg Pawlak im Rahmen einer szenischen Lesung sein neues Programm… Continue Reading „154. Autopsie“

152. Abschied von Frankfurt

Sie schaut demonstrativ nach vorne. Und spricht erst einmal über das, was sie in der bayerischen Landeshauptstadt erwartet. Die 40.000 Bände große Bibliothek im Lyrik Kabinett München zum Beispiel, dessen Führung Maria Gazzetti Ende des Jahres übernimmt. Seit ihr Abschied von Frankfurt am 30.… Continue Reading „152. Abschied von Frankfurt“

151. Unwirsche Antwort an Tom

(vgl. L&Poe #146. Beton) Ach Tom, darauf kann man nicht rasch antworten. Du fragst, warum ich Eva Strittmatter nicht großartig finde? Wärst du hier, holte ich den Stapel Bücher vor und würde mit dem Finger HIER und DORT zeigen, was ich meine. Viele HIERS und… Continue Reading „151. Unwirsche Antwort an Tom“

150. Brodsky und das Englische

Als Joseph Brodsky im Jahr 1977 seine erste englische Schreibmaschine kaufte – ein Exemplar der Marke ‚Lettera‘ – geschah dies, weil er, wie er sagte, W. H. Auden ’näherkommen‘ wollte. Denn Brodskys Verhältnis zur englischen Sprache war einfach und kompliziert zugleich. Einfach, weil er… Continue Reading „150. Brodsky und das Englische“

149. Charms lesen

Ganze zwei Gedichte hatte Juwatschow, der sich (er hatte viele Pseudonyme) als Dichter meistens Charms nannte, zu Lebzeiten veröffentlicht. 1905 geboren, Mitte der Zwanziger zum verrückten Star der russischen Literatur aufgestiegen, verboten, verfolgt, verhaftet, verhungert 1942 in der Gefängnispsychiatrie des belagerten Leningrad. Nach und… Continue Reading „149. Charms lesen“