Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Im Alter von beinahe 100 Jahren starb die Schriftstellerin Eva Zeller, geb. Feldhaus, verh. Dirks (* 25. Januar 1923 in Eberswalde; † 5. September 2022). Frauen bei Kriegsende Wie haben wir schlafen können als wir vor Hunger nicht schlafen konnten weil Brot sich in Steine verwandelt Wie haben wir atmen können… Continue Reading „Eva Zeller (1923-2022)“
Salomon Geßner (* 1. April 1730 in Zürich; † 2. März 1788 ebenda) Mein Herr. Ich fühl ein Vergnügen nur halb, wann sie es nicht mitgeniessen; werden sie hier nicht ein Lied mit Vergnügen lesen, das ich vorgestern in einem Band von uralten, ohne sonderliche… Continue Reading „Lied eines Schweizers an sein bewaffnetes Mädchen“
Karl Simrock (* 28. August 1802 in Bonn; † 18. Juli 1876 ebenda) Tod der Poesie Nach langem Leiden war gestorben Die Himmelstochter Poesie. Nie hat ihr Priester viel erworben, Gewiß, am Hunger starb auch sie. Und prächtig will man sie begraben Im goldbeschlagnen Silberschrein,… Continue Reading „Tod der Poesie“
Zum gestrigen Todestag des Dichters Rainer Malkowski (* 26. Dezember 1939 in Berlin; † 1. Dezember 2003 in Brannenburg) ein Gedicht von Andreas Köllner. Lichtung Ein Gedicht von Malkowski in den Morgen gedacht: Das Nichtgesagte zwischen den Zeilen sich selbst aussprechen lassen Zuhören wie… Continue Reading „Lichtung“
Kasimir Edschmid (* 5. Oktober 1890 in Darmstadt; † 31. August 1966 in Vulpera, Engadin) DEM GEDÄCHTNIS DER TÄNZERIN ANGELIQUE HOLOPAINEN Über der stahlgrellen Straffung von tausend entflammten Gelenken, o wie liegt im Tanz ihr zweckloser Bizeps da kühl wie ein sänftiger Hund. Und alle die andern, die Muskeln, entzündete Sehnen schwenken Lächeln… Continue Reading „Der Tänzerin“
Hedwig Lachmann (* 29. August 1865 in Stolp, Provinz Pommern; † 21. Februar 1918 in Krumbach) Unter der Schwelle Ich bin ein Weib, zag, furchtsam, feig wohl gar – Geschreckt von dem Gewühl auf lautem Markt; Kleinlaut vor jähem Männerzwist und bar Der Kampflust,… Continue Reading „Wenn einst ein kühneres Geschlecht“
mit herzlichem Glückwunsch! Gerd Adloff Immer das Mädchen am Nachbartisch Das Kleid schwarz mit Gold durchwirkt nur ein wenig Witwe des goldenen Zeitalters einer schon immer verheißenen Zukunft Die grüne Strähne im Haar, erschreckend wie ein vergessener Streifen Gras in toter Landschaft Augen, tief… Continue Reading „Gerd Adloff zum 70.“
Am 27. August 1933 wurde im Konzentrationslager Börgermoor bei Papenburg im Emsland das „Moorsoldatenlied“ aufgeführt (es wurde 2 Tage später von der Lagerleitung verboten). Texter des Liedes waren der Bergmann Johann Esser und der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Langhoff, die Musik stammt von dem kaufmännischen Angestellten Rudi Goguel. Das Lied wurde am 27.… Continue Reading „Wir sind die Moorsoldaten“
Dieter Roth (* 21. April 1930 in Hannover; † 5. Juni 1998 in Basel) Man sah, das Meer war, wie man sah, das Meer, war, als man Wellen dachte, doch sah man Wellen nicht. Man machte aus Wellen Meer. Doch was man sah war Meer. Das war geworden was man sah, was… Continue Reading „Das war Meer“
Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau) Sommer Am Abend schweigt die Klage Des Kuckucks im Wald. Tiefer neigt sich das Korn, Der rote Mohn. Schwarzes Gewitter droht Über dem Hügel. Das alte Lied der Grille Erstirbt im… Continue Reading „Sommer“
Vor 100 Jahren war ein heißer Sommer und soweit Frieden in Europa. Viele und namentlich auch viele der von uns „Expressionisten“ genannten Dichter empfanden die relative Ruhe als bedrückend und erhofften im Gedicht einen Sturm. Den bekamen sie auch bald. Viele verloren das Leben,… Continue Reading „Abschied vom Frieden 1913“
Zum 100. Geburtstag des Dichters Paul Wiens eine Flaschenpost aus dem Jahr 1957. Damals kriegte der Dichter Prügel (später hat er selber geprügelt bzw. gespitzelt, ein anderes Kapitel). Paul Wiens (* 17. August 1922 in Königsberg; † 6. April 1982 in Ost-Berlin) VERZWEIFLUNG Wenn sich die letzten Staaten tödlich reiben was wird… Continue Reading „Paul Wiens 100“
Benjamin Neukirch (* 27. März 1665 in Rydzyna (dt.: Reisen) in Schlesien; † 15. August 1729 in Ansbach) Als er sie das erste mahl küßte B.N. Ich habe/ Sylvia/ dich einmahl nur geküßt/ Und meynt‘ ich würde mir mein kranckes hertze laben; O! aber… Continue Reading „Als er sie das erste mahl küßte“
Gerhard Jaschke (Geboren 1949 in Wien) Aus: sonntagsgedichte menschen neigen zum erfolg zeigen zähne klappern mit diesen werden zu riesen und gehen schliesslich kaputt. das ist kein lustiges ende. ich weiss. darum klatscht bitte nicht in die hände! durchbohrt lieber wände mit eurem kopf.… Continue Reading „sonntagsgedicht“
Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn) Der Gaul Es läutet beim Professor Stein. Die Köchin rupft die Hühner. Die Minna geht: Wer kann das sein? – Ein Gaul steht vor der Türe. Die Minna wirft die Türe zu. Die Köchin kommt: Was gibt’s denn?… Continue Reading „Ein unerhörtes Erlebnis“
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