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Veröffentlicht am 30. September 2022 von lyrikzeitung
Johann Wolfgang Goethe
(1749-1832)
Hatem Locken! haltet mich gefangen In dem Kreise des Gesichts! Euch geliebten braunen Schlangen Zu erwiedern hab' ich Nichts. Nur dies Herz es ist von Dauer, Schwillt in jugendlichstem Flor; Unter Schnee und Nebelschauer Rast ein Aetna dir hervor. Du beschämst wie Morgenröthe Jener Gipfel ernste Wand, Und noch einmal fühlet Hatem Frühlingshauch und Sommerbrand. Schenke her! Noch eine Flasche! Diesen Becher bring ich Ihr! Findet sie ein Häufchen Asche, Sagt sie: der verbrannte mir.
Aus: Johann Wolfgang Goethe: West-östlicher Divan. Neue, völlig revidierte Ausgabe. Hrsg. Hendrik Birus. Teilband 1. Berlin: Deutscher Klassiker Verlag, 2010, S. 87
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Johann Wolfgang Goethe
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