Kategorie: Deutsch

22. Wolfgang-Hilbig-Archiv

In 46 Kästen sind 30 000 Blatt einzusehen, davon sind etwa 15 000 Blatt Manuskripte von Gedichten, Romanen, Erzählungen, Essays. Dazu kommen die 8 500 Bände der Bibliothek, Schulzeugnisse, Ausweise, Verträge, Beurteilungen, Ablehnungsschreiben von Verlagen, Schreiben von Gerichten und Zollverwaltungen der DDR, als die… Continue Reading „22. Wolfgang-Hilbig-Archiv“

21. Lyriker und Anthologist

Bei jetzt.de (Süddeutsche Zeitung) lese ich: Matthias Hagedorn ist jetzt-Userin… [mit kleinem „i“]. Ich persönlich halte den Vornamen ja für männlich. Aber wie dem sei: Matthias Hagedorn schrieb eine ausführliche Würdigung des Herausgebers und Lyrikers Axel Kutsch (und in der Einleitung eine Kritik heutiger… Continue Reading „21. Lyriker und Anthologist“

20. Das nennt man Polemik

Die romantische Poesie, schrieb Friedrich Schlegel im berühmten 116. «Athenäums»-Fragment, sei «eine progressive Universalpoesie». Was genau man sich darunter vorstellen sollte, damit hielt sich der sprühendste Geist der frühromantischen Kunstrevolution nicht lange auf, denn sein Geschäft war es, immer neue schillernde Definitionen in die… Continue Reading „20. Das nennt man Polemik“

19. Eine schöne Alliteration

findet czz in der NZZ vom 2.10.: Dietmar Dath, der Daniel Düsentrieb deutscher Diskursliteratur Dietmar Dath: Kammerflimmer-Kollektief: Im erwachten Garten, 1 CD (etwa 60 Min.), Verbrecher-Verlag, 2009.

18. Konvulsionen

Der 1953 geborene Schriftsteller Reinhard Jirgl ist am Mittwoch mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis der Berliner Akademie der Künste ausgezeichnet worden. Zitat aus der Laudatio von Roman Bucheli, NZZ 3.10.: Jirgls Figuren blicken denn fassungslos in eine Vergangenheit, die sich immer unübersichtlicher vor ihnen ausdehnt. Zugleich… Continue Reading „18. Konvulsionen“

17. Kult mit Knochen

Friedrich Schillers Sarg in Weimar ist heute leer, denn die Gebeine darin haben sich als unecht erwiesen. Zwei Jahrhunderte lang trieben Wissenschaft und Kunstgewerbe Kult mit Schädel und Totenmaske des Dichters. Joachim Güntner, NZZ 2.10.

16. Herr H

Lieber „HerrH“: Sie wollen mich in einem Kommentar zur Meldung 120. Lyrik im Netz „doch auf die beste literarische Seite im Netz hinweisen“. Nur sehe ich nicht ein, warum ein seriöser Hinweis Anonymität braucht. Ungeprüft verworfen. Njet, non, no, nein. Wenn Sie’s ernst meinen, kommen… Continue Reading „16. Herr H“

13. 400 Jahre Paul Fleming

Mit einem Festgottesdienst, einer Ehrung am Denkmal und einem Jubiläumsprogramm in der Paul-Fleming-Mittelschule wird am Sonntag in Hartenstein einem [sic] großen, aber oft vergessenen Sohn der Stadt gedacht: Am 5. Oktober wäre der hier im Westerzgebirge geborene Barocklyriker Paul Fleming 400 Jahre alt geworden.… Continue Reading „13. 400 Jahre Paul Fleming“

11. Ein Lied wie eine Armee

Am 18. August 1893 erwähnte Reichskanzler Otto von Bismarck Nikolaus Beckers «Rheinlied»: «Aber dankbar bin ich der Musik, daß sie mich in meinen politischen Bestrebungen wirkungsvoll unterstützt hat(…). In diesem Stadium war das Beckersche Rheinlied mächtig und bei der Schnelligkeit, mit der es von… Continue Reading „11. Ein Lied wie eine Armee“

10. Und was ist politische Lyrik?

Und was ist politische Lyrik? Das ist Lyrik, wird ein literarisch gebildeter Mensch sagen, die einen Missstand benennt und dabei Position bezieht. Also Lyrik im Dienste der Aufklärung, Bertolt Brecht und seine Nachfolger wie etwa Günter Grass’ Anti-Vietnamkrieg-Gedicht „In Ohnmacht gefallen“, Hans Magnus Enzensbergers… Continue Reading „10. Und was ist politische Lyrik?“

8. lesebühne tEXTRAbatt in Stralsund: Lyrik im Lande

Zum vierten tEXTRAbatt am 13. Oktober lädt das tEXTRAbatt –Team (Odile Endes, Silke Peters und Irmgard Senf) wieder Gäste aus MV ein. Es werden erwartet: Silvio Witt aus Neubrandenburg, Carlo Ihde aus Rostock sowie die Künstlerin und Lyrikerin Lin Russ, ebenfalls aus Rostock. Carlo… Continue Reading „8. lesebühne tEXTRAbatt in Stralsund: Lyrik im Lande“

5. Der Säntis

Es ist erstaunlich, wie viele Dichter die majestätische Berglandschaft, das Schweizer Felsmassiv „Alpstein“ und seinen „König“, den Säntis, besungen, gar zum Symbol der Heimatliebe gemacht haben. Eine Anthologie legt davon Zeugnis ab. Gesucht, gefunden und zusammengestellt wurden die vielfältigen poetischen Zeugnisse vom Schweizer Autor,… Continue Reading „5. Der Säntis“

3. Anthologien und die Infrastruktur der Lyrik

Auf der einen Seite ist die Lyrikszene so lebendig wie lange nicht, auf der anderen Seite scheint Enzensbergers Diktum, wonach die Zahl der Leser eines neuen Gedichtbands bei „plusminus 1354“ liegt, immer noch zu stimmen. Reine Rezeptionsblockaden – oder sind die Verlage nicht mutig… Continue Reading „3. Anthologien und die Infrastruktur der Lyrik“

2. Walle Sayers Prosagedichte

Der Lyriker Walle Sayer im Gespräch mit Eva Zeller, dlf Büchermarkt: „Beim Gedichteschreiben hat man immer die Lupe und das Fernrohr, diese beiden Blickwinkel, hat man immer, wenn man einen Gegenstand sieht, wenn man ihn aus der Ferne sieht, so genau wie möglich möchte… Continue Reading „2. Walle Sayers Prosagedichte“

1. Ur-Haiku

„Uralter Teich. Ein Frosch springt hinein. Plop.“ Was sich zunächst wie die Beobachtung eines gelangweilten Twitter-Nutzers liest, ist in Wirklichkeit ein Gedicht. Ein sehr kurzes zugegebenermaßen, und es reimt sich auch nicht. Das muss es aber auch nicht. Es handelt sich um eine der… Continue Reading „1. Ur-Haiku“