Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Aus Dirk Uwe Hansen: Sappho. Scherben – Skizzen Frg. 1 Voigt Unsterbliche Aphrodite auf dem bunten Thron Tochter des Zeus, listenreiche, ich bitte dich: nicht mit Sorgen und Kummer bedränge Herrin, mein Herz. Sondern komm her, wenn du schon einmal von anderswo mein Rufen… Continue Reading „Unsterbliche Aphrodite“
Im Oktober Preise, Preise und Festivals, nichts Neues in der Sache Gomringer-ASH (oder doch?), ein Skandal um Herta Müller in Belgrad, viel Jan Wagner und 25 Jahre Zeitschrift „Das Gedicht“, Hán Nôm in Vietnam, Leonard Cohen… und nicht zu vergessen: Gedichte in den Wahlurnen… Continue Reading „Chronik – Oktober 2017“
Heute Dirk Uwe Hansens Doppelfassung des „Pleiadengedichts“. Obwohl es nicht einmal sicher ist, ob es wirklich von Sappho stammt, ist es heute eins ihrer bekanntesten Gedichte. Überliefert ist es ohne Nennung eines Autornamens in einem antiken Metrikhandbuch. In einer Anthologie aus dem 15. Jahrhundert… Continue Reading „Pleiadengedicht“
Gestorben im Oktober Am 1. Oktober František (Jorge) Listopad, tschechisch-portugiesischer Schriftsteller (95) Am 1. Oktober Pierluigi Cappello, italienischer Lyriker (50) Am 1. Oktober Philippe Rahmy, 52, Schweizer Schriftsteller (Schweizer Literaturpreis 2017) Mehr (frz.) Am 2. Oktober Gaspar Jesús Azcorra Alejos (75), mexikanischer Schriftsteller Am… Continue Reading „Nekrolog – Oktober 2017“
2012 veröffentlichte der Philologe und Dichter Dirk Uwe Hansen ein Bändchen mit ausgewählten Fragmenten der Sappho in zweifacher Gestalt, als die Scherben der Fragmente (Scherben ist bei einem der Fragmente sogar wortwörtlich wahr: der Text von Fragment 2 Voigt überdauerte eingeritzt in eine Tonscherbe)… Continue Reading „Scherben und Skizzen“
Achtung Achtung, wir unterbrechen unsere Sapphoserie für eine wichtige Duchsage: Gottfried Benn Satzbau Alle haben den Himmel, die Liebe und das Grab, damit wollen wir uns nicht befassen, das ist für den Kulturkreis besprochen und durchgearbeitet. Was aber neu ist, ist die Frage nach… Continue Reading „Honoraraussicht ist es nicht“
Ich bleibe noch etwas bei Sappho. „Übersetzungen Sapphos waren bis vor einigen Jahren auf absurde Weise unangemessen… Heute gibt es eine ausreichende Anzahl wörtlicher Übersetzungen durch moderne Dichter, die es dem Leser ermöglichen, Sappho zu erfassen und zu bestimmen, wie man weit entfernte Sterne… Continue Reading „dünn-/stimmig“
Sarah Kirsch Keiner hat mich verlassen Keiner hat mich verlassen Keiner ein Haus mir gezeigt Keiner einen Stein aufgehoben Erschlagen wollte mich keiner Alle reden mir zu Aus: Sarah Kirsch: Zaubersprüche, Gedichte. Berlin und Weimar: Aufbau, 1972
Johann Wolfgang Goethe Erklärung eines alten Holzschnittes vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung In seiner Werkstatt Sonntags früh Steht unser treuer Meister hie: Sein schmutzig Schurzfell abgelegt, Einen saubern Feierwams er trägt, Läßt Pechdraht, Hammer und Kneipe rasten, Die Ahl steckt an den Arbeitskasten; Er… Continue Reading „In Froschpfuhl all das Volk verbannt, Das seinen Meister je verkannt.“
Thomas Brasch IHR QUATSCHT DARÜBER, OHNE ES ZU KENNEN Ihr verdammt es, das was ich Nichts nenne. Weil mir besseres Wort fehlt. Ihr nennt Nihilisten Idioten, weil ihr keine seid. Ihr nennt sie dumm, nicht denkend Aha! Na und? Woran denkt ihr? An Honig,… Continue Reading „Ihr quatscht darüber, ohne es zu kennen“
Thomas Brasch DAS FÜRCHTEN NICHT UND NIE DAS WÜNSCHEN darf mir abhanden kommen, auch mein täglich sterben nicht das seellos süchtig sein auf keinen fall nur hirnlos reimen wie ein wicht muß beendet werden da ist ein gott und setzt sich zwischen alle stühle… Continue Reading „Das fürchten nicht und nie das wünschen“
Georg Philipp Harsdörffer / Sigmund von Birken/ Johann Klaj Aus: Pegnesisches Schäfergedicht Als sie nun solchem Geschrey nachgiengen/ funden sie in der Nähe die Melancholische Schäferin Pamela/die ihr sicherlich einbildete/ sie were das arme und in letzten Zügen liegende Teutschland. In dieser Raserey ließ… Continue Reading „Schwarmrede im Krieg“
Georg Philipp Harsdörffer Ständchen Nun der übermüde Tag Mehr zu wachen nicht vermag, Schleicht der süße Schlaf herein, Legend aller Sorgen Klag‘ In den finstern Schattenschrein. Alles liegt in sanfter Ruh‘ Vieler Augen schließet nu Mancher vorverübte Traum, Blühend so dem Morgen zu, Gleich… Continue Reading „Ständchen“
Martin Luther Das deudsch Sanctus. Jesaia dem propheten das geschach, das er ym geyst den herren sitzen sach auff eynem hohen thron ynn hellem glantz, seines kleides saum den kor fullet gantz. Es stunden zween seraph bey yhm daran. Sechs flugel sach er eynen… Continue Reading „von dem schrei zittert schwel vnd balcken gar“
Else Lasker-Schüler Sulamith O, ich lernte an deinem süßen Munde Zuviel der Seligkeiten kennen! Schon fühl ich die Lippen Gabriels Auf meinem Herzen brennen Und die Nachtwolke trinkt Meinen tiefen Zederntraum. O, wie dein Leben mir winkt! Und ich vergehe Mit blühendem Herzeleid Und… Continue Reading „Sulamith“
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