L&Poe ’17-09

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser,

img_4431seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Charles Reznikoff, Fréderic Forte, Richard Duraj, Dirk Uwe Hansen, Monika Rinck, Hedonistische Internationale, Shakespeare und manches andere. Lesen!

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Die Themen in dieser Ausgabe

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Das neue Gedicht

Richard Duraj

passage aus ‚im anflug auf oneirograd‘

[…] kameras filmen. häuserwinkel, himmelblau. regelrecht glasiert im gebet in der kapelle zwischen dorf und dörfern (aller art). immer braut, nie jungfer, gesetzt den fall. auf knopfdruck die pflegekräfte. wo rinder, so große glocken. sind teil eines konvois zum geleit, für diesen pass und die täler dahinter, alpen, allgäu aus dem kataster, -volut, revoltierende zeiger der uhr, denn noch ist jahreszeit: hinterm gebimmel, im hohen gras bei einem bach die querfelder, ein pfad hindurch, steter ausbau der infrastruktur im ausgetretenen. vertreter jeweiliger branchen könnten und dürften, es liegen aber recht eng und krumm bach und pfad, auch beieinander, schüchtern, nach oben hin hoffen, auf dass ich ins wasser steige. gebrochener knochen, ins rollen geratene steine. ein ende der pause wird eingeläutet. schüler wie andere, die sich auf dem hof nach ihrer angenommenen bildung gegenseitig raufen, eine impulsion von allem frei. der übergriff der armhand um einen hals zu boden zieht. wer damit dann angefangen und zuerst. eine warnung als trigger, die antworten darauf auch per weisung, eine milch im gelernten fluss. selfies im ensemble; wir bemühen uns, sie beim namen zu nennen, mit anderen worten im nachhinein nämlich, bis, ja bis sie ziehen an haar von der haut ab, greifen die haut auf, wo keine wäre, wenn, legen frei, puhlten an fasern. erfasstes, es ist als ob im spiel. sie schenken ein saftkonzentrat in ausgespülte becher sich nichts, eine art versanden an ufern im lauf, hecheln, berühren. sie ranzen, in den gebärdeten kreis einer mitte zurück, eine reihe sticker mit botschaft die gereichte sammlung, laben sich am von lauge umhüllten teig und alkolat, schokoladenlikör, lakritze, angeleckt, sie in schlichtem licht an den kanten der schülerkunst, die jahrgänge arrangierten und körper in raten zur stunde öffnen können, sie wie sportlerinnen am ziel nun ruhen. die faxen dick, weil juvenil, zur transmission erzittert halb belangen einer vermittlung, und hast du nicht gesehen, im rasengrund versunken nicht maßstäblich gezeichnet, wo sich spinnen ins netz geht. nächste charge. scheibenwischer von links nach rechts nach links und von mir aus nach rechts abgebogen am früheren sexkino, dem landläufigen, lenker, schlenker, leben, wie sie nicht geführt werden, kavaliere zum aus-weichen allenthalben. von transportern werden dafür waren entladen. wegen eines nach hinten verschobenen endes, als sie im bus sitzen. sich erzählen, was es zu berichten gibt. hörbares hupen. und warten. in kabinen unterdruck, cherubische mutanten. vor ihnen ein gesicht gleich nazcas linien aus ihrer nähe, die gräulich oder bräunlich melierten klippen am nächsten tage vielleicht, zünftiges, das angerichtet, augen, die sich müde nicht öffnen. aus vorsorge um eine dose die hand, die dich im schlaf umfasst, wenn die gastgeber anderweitig und so fort am eigenen fabrikat zum beispiel. er sich servierte. konfliktfrei ein windspiel zu hören, gezwitsch, ein daumen übers display gleitet. zu neunzig grad gefalteter raum, jenseitlich kartenhäuser, stadtstraßen, satter das bleiche, das knopflöchern nach themen geordnet wie die reihe nationalmuseen hernach, demselben trödel tand, kunter-farben, eingeschlossener umtausch, die gefilde unter lustverdacht, der werte. jedem wüstling folgt ein frevelein, steht, dazu der tanz, von fängen eingefangen, schmiere, auch damit. notiz genommen, als röter die ampeln, sodann gelesen, einem verantwortlichen mit eigenem innenleben überreicht. dieser nickte. folgerichtig seine vorläufer wie alle anderen schrecken auch sogleich mit einer verklärung in posturen stracks einverstanden, also, und nach einer skizze wie wirksam erneuert, auf befehl fortlaufend. so den pläsierten ermüden sie krank, wenn liderlich, einem bange. ungewollte gewächse am spalier, anbei natur, die nistet, naturbelassen, die hälse streckt, sich jemand kümmert. auch dann bezeichnend keime, die man nicht los wird. von einer telefonzelle aus anrufungen, dass man sich umsieht. im port von rubacava liegen angelegt hingegen sonstig skelettierte yachten, von einem feuerwerk zum gefeierten wiederholt erhellt, weiter schoner, flügel aufsteigender flieger als kontrast, getränke aus dünnem eis auf spesen, witwer, bald die witwen über die stege zu, auch jeweils, eigenen kähnen, die gedrungen angelegt. es wurde abend. ein angestellter im automatenrestaurant gerade an den schwarzen weißen tasten, die einzeln einschnappenden schlösser, schnappschüsse, die sie ins netz stellen. am ende einer letzten zimmerflucht singende kanarien, vom alten schönen lieben arretiert. aber wer hier geburtstag hatte gestern nacht und sich angenehm unterhielt, ist weitergezogen, dass ich sagen muss, ich, der ich, im gleichen atemzug, wasser zu wasser ließ, gleichwie trompeten herausposaunten mit dem begreifen eines sechzehnjährigen, das lemarchands würfel zu lösen versucht. wie ein nationales pärchen auf wanderschaft durchs viertel zur nächsten sause. treffen, taxidermal camoufliert dem karnalen haut durch einen anstrich uhrzeit, glänzt im lämpchenschein, was nicht ermattet, gemäß den erfahrungen substanzieller altbau drunter, den stätten entlang angeordneter straßen, da penis oder vagina, die warzen am rechten fleck ein bedürfnis dem vernehmen nach, zum genuss am genital-bereich die steigung einer steigerung in verschlossen elterlichen schlafzimmern nicht negativ, ein riecher, eine decke dazu ausgebreitet, ausdauerjagd, zur verwirklichung vom ich losgelöst. besetzung einer nicht unromantischen komödie, so niedliches verhalten als solches deklariert, motiviert die hüften in schwung, kadaver eine oberfläche, arme wie beine sich entfalten; den unterschied macht die entropie: noch gala statt galgen, oder fordern statt fordern. monumente, überzählige einkaufszentren, die die gegend aufwerten und deren böden gäblich poliert werden im angrauen, die scheiben gereinigt vom dienst, der sich um den auftrag einer wartung bemühte, bei pausen sorten kaffee aus isolierkannen über ihre behältnisse in andere, zäh, dass sich ein bizeps wölbte, vor dem hotel metropol totgeholt eine brechstange am parkett, was da drunter anklopfte, vor den auffanglagern für regierungstreue. ihnen eigen eingefplanzt die transistoren, die klüger und schneller und wahrhaft machen, eine berührung ihrer hände an meiner wange weich und warm, wenn sie sich um mich kümmern, um mein zerbrechendes, die nahen lippen küssen, aufs prinzipbild von gewalten dabei zeigen, vor aufflatterndem geflügel mit seinen einzelheiten, versunken im morast dem ungelauschten, auch nur bei ihrer gartenarbeit faul, unverdauende, bessere hauttypen, eine ahnung von ahnen, gräuel verdecken mit laub und reisig, in einbäume sie steigen und unterdrückt von eigenen instinkten driften, schieben ganze fruchtstücke mit der zunge, die substanzgemische zur aufbewahrung. bis ins schlick, an dem wir halten bei reptilien. ein stratojet bricht die schallmauer durch. es rettet sich, wer kann. etablierte raumaufteilung auf den parkbänken den eingewiesenen. wohin sich zu setzen und schwellenländlich grasen mit seinem kleinen anteil an der besucherzahl, wenn wieder in sicherheit. zum fest auf empfehlung die horn- und ein einzelpaar paradeochsen, schön ausgeschmückt getrieben. es verlangt die sonnenmilch ein sich zum ende hin verjüngender lägeriger körper. lichteinfall, hohe absorptionsraten. strahlen der killersatelliten schneiden schneisen zumindest zum schutze des zivilen, wie ich weiß, und umläufig ins gelände. in dubio waldbrand, übernommen native symbole. dem geböte sich einhalt. schweißbad. mit, somit durch die initiierung nächster einstelliger instanzen aufgewacht, im pyjama, nonverbal, umrundete morgenstunden bei royaler färbung. bei gedanken, auf die ich nicht gekommen bin. viskoses in der kälte, das verbrennt. das horn in pulverform unterm stößel, ins wasser gemischt. aus der retorte tropfen. einige zauberworte. noch müssen wir warten gleich einer kahlo bei liebsten beschäftigungen auf den anruf, der uns im austausch einen übergabeort verrät. wer bin ich, dass ich abnehme. mitgeteiltes, ich nenne es sicherlich eine dem menschlichen alltag zugewandte kampfschau, oder maßnahme bei -gabe, chicsal, instagrammatisch, queue in händen. hatte ich hier schon mal was vorbereitet, vorgestellt voll, scheuselig, nahe im kommerziellen aroma der düfte im foyer, die olle karaffe aus ruinen, aus der man sich gestärkt, mit einem hinweis auf den menschenschlag, beugten arme oberkörper über tische. der ganze unflat aus oneirograd hoch sich schwemmt, überspielt, woraufs basiert, die erinnerungen. kleine, kleinere und größere, so nichts nachkommt, übernehmen alle qualitäten. das treibt die bösen zungen mir mit bösren aus, freilichkeit und solcherlei. wusste nicht nichts damit anzufangen, was man vergaß, sich zu notieren, und vergaß. scheiteln einer pracht. zum aufflauen den lodenmantel indikativ enger um mich band, aus dem filmstudio schritt, in dem sie inszenierten, ab zum nebenausgang raus, ins zimmer. erkanntes log, und bloße schlupflider transparent. bekömmliches. vor dem verfasser nicht dieser, jedoch anderer zeilen eine reisegruppe rentnerinnen auf freiem fuß […]

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Hansens Flaschenpost

Eine Kolumne von Dirk Uwe Hansen

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Ich muss einen Text nicht lieben, um ihn zu übersetzen, aber ich muss ihn respektieren, sonst geht die Sache garantiert schief. Allerdings darf der Respekt nie so groß werden, dass er in Angst umschlägt, denn zu übersetzende Texte sind wie Hunde: Sie können Angst riechen — und dann geht die Sache erst recht schief.

Soweit ist alles klar, aber trotzdem gibt es sicher für jedeN ÜbersetzerIn so etwas wie Angstgegner, und meine kommen hauptsächlich aus dem Bereich „Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten“. Das ist natürlich nicht die Sorte Angst, die vor Rezensenten zittern macht — als gelernter Altphilologe kenne ich die rabies philologorum, die Philologentollwut …

Hier gehts zum kompletten Text

 

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Jandlpreis für Monika Rinck

Der biennal vergebene Ernst-Jandl-Preis für Lyrik geht heuer an die deutsche Dichterin, Essayistin und Übersetzerin Monika Rinck. Das gab Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) am Mittwoch bekannt. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 1. Juli im Rahmen der Ernst-Jandl-Lyriktage (30. Juni bis 2. Juli) im steirischen Neuberg an der Mürz vergeben. Drozda würdigte Monika Rinck in der Aussendung als „Meisterin des poetischen Denkens“. „Mit Monika Rincks ganz und gar eigensinnigen und unverwechselbaren Sprachschöpfungen kann man seine Geistesgegenwart trainieren, seinen Blick auf die Gegenwart schärfen und gegen die eigenen Gewohnheiten andenken, also auf höchst amüsante und vergnügliche Weise klüger werden.“ Die Jury* bezeichnete Rincks Werk als „eine große Versuchsanordnung in Sachen Gegenwart“. / Mehr

*) Friederike Mayröcker, Alfred Kolleritsch, Klaus Reichert, Paul Jandl und Thomas Poiss

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Where is poetry in your life?

Jonas Mekas: Where is poetry in your life?

Jim Jarmusch: It’s important to me. I read a lot of poetry. I studied with Kenneth Koch and David Shapiro at the New York School, and I’ve been guided by poets all my life. When I was a teenager in Akron I first discovered the 19th century French poets in translation – Baudelaire, Rimbaud and Verlaine. Parts of my life William Blake has been my guide. I wish someday when I’m gone, someone will consider me a descendant of the New York School of poets, they’ve been my guides because of the sense of humour, the kind of exuberance, you know, of Frank O’Hara –

JM: Yes, Frank O’Hara and Kenneth Koch. They have a humour but there’s also something very real and down to earth. Koch still has to be recognised properly.

JJ: Joe Brainard I love also very much, and Ron Padgett. Ron Padgett wrote the poems for our new film. The character is a poet. / More

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Kladde

Gesehenes, Hingekritzeltes, Beiseitegesprochenes, Kommentare und Zitate, Stoßseufzer und Wutausbrüche aus diversen – meist digitalen – Postmappen und Kladden. Mal anonym, mal namentlich.

Interesting that the Portuguese and Spanish are called conquerors in South America, and the English and French in North America are called settlers. / Klaus J. Gerken

S.K.: aus den kommentarspalten: „Is this the common sense conference I have been hearing about?“
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E.O.: Antwort: Duh.
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Hedonistische Internationale: „Den Mythos Arndt platzen lassen!“

Aufruf der Sektion H.i.G.H. (Hedonisten inna Greifswalder Hochschule)

Die Initiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“, die sich für den Fortbestand des würdelosen Namenspatronats an der Greifswalder Universität einsetzt, plant für den kommenden Samstag ein weiteres ihrer wutbürgerlichen Protestevents: Auf dem Greifswalder Marktplatz möchte man laut Ankündigung u.a. 2000 Luftballons zu Ehren des Rassisten und Antisemiten Arndt in den Himmel steigen lassen. Wir, die Sektion H.i.G.H., rufen dazu auf, diese Aktion zu sabotieren!

Wir fordern ein Ende der Kundgebungen, die zum Ziel haben, einen Wegbereiter der biologistisch begründeten Judenfeindschaft zurück auf den Ehrensockel einer Universität zu hieven. Wir verurteilen die jüngsten Huldigungen Arndts, die in ihren Formen Anleihen nehmen bei humanistischen und pazifistischen Protestbewegungen. Rosen niederlegen, Menschenkette, Luftballons steigen lassen. Was kommt als nächstes? Ein Sternmarsch? Weiße Tauben? David Hasselhoff auf ’ner Hebebühne? / blog.17vier

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Tom Schulz

Der Dichter Tom Schulz, 1970 in der Oberlausitz geboren, hat ein aufmerksames Ohr für die Unter- und Zwischentöne, die er zum Klingen bringt und denen er mit grosser Gelassenheit, fast Heiterkeit, ihre Dissonanzen und Wider-Sprüche entlockt – und darin ihren eminent politischen Gehalt offenbart. Deshalb auch ist sein poetisches Ich sich seiner Aufspaltung ins vielstimmige poetische „Wir“ bewusst und nicht nur unbedacht hingesagt. / Andreas Kohm, Literatur und Kunst

Tom Schulz
Die Verlegung der Stolpersteine
Gedichte
Hanser Berlin 2017
128 Seiten, € 18.

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Gestorben
  •  Am 24. Februar Ren Hang (29), chinesischer Fotograf und Dichter
  • Am 25. Februar Gulshauchar Sejtschan (Сейтжан, Гульжаухар, 70) —sowjetische und kasachische Dichterin
  • Am 26. Februar Werner Hecht, deutscher Theater- und Literaturwissenschaftler, Brechtforscher (90)

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Die Shakespeare-Leseecke

geht weiter mit Sonett #27:

WEary with toyle, I hast me to my bed,

Deutsch von Stefan George:

Wenn müd der müh ich auf mein lager eile

Hier die aktuelle und alle bisherigen Folgen

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Neue Zeitschriften
  • Schreibheft 88, Februar 2017. Fréderic Forte. Wolfgang Welt. Charles Reznikoff. T.S. Eliot. Französische Lyrik. – Poetische Kontinente, die es einfach nicht auf Deutsch gäbe ohne Norbert Wehrs Schreibheft. – Er druckte fast alle seine Bücher selber auf einer Druckerpresse im Keller und verkaufte sich schlecht. Obwohl sein „Zeugnis“ alles andere als schwer verständlich ist. Eliot Weinberger nennt Testimony „das am wenigsten faßbare Langgedicht der Moderne“. Unfaßbar! Besprechung hier

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Kurz gesagt
  • Süddeutsche Zeitung: Sie sind Lyrikverleger. Wie sehr nervt die Frage, ob man davon leben kann? – Jo Frank: Kommt auf meine Stimmung an. Es ist einerseits eine berechtigte Frage. Andererseits fragt man das nie einen Schuster, und so anders als Schuster sind wir nicht. Vor allem ist es indiskret – also entschuldige mal, ich frage doch auch nicht, warum deine Frau so eine miese Frisur hat. / Mehr
  • Sind es nicht die allergrössten Dichter, deren dunkle Texte wir partout nicht ausdeuten können, egal, wie sehr wir uns bemühen? Warum soll das nicht für Kritiker gelten, die umso gehaltvoller wirken, je weniger klar sie sind? / Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung
  • Wenn einem mit 14 die Kombination „Lyrik+Leistungsdruck“ eingeprägt worden ist, ist das natürlich bedauerlich. Aber da könnte man sich ja mal ganz ehrlich selbst befragen, welche Einschätzungen und Weltwahrnehmungen aus dem 15. Lebensjahr man sonst noch unverändert mit sich herumschleppt. Es sind hoffentlich nicht so viele. / Tobias Roth, Feuilletonscout
  • Das türkische Regime ist ruchlos machtbesessen und meuchelt dabei mit perfiden Methoden die kritische Berichterstattung. Die Erdokratur stranguliert in ungehemmter Perversion den Freitheitsanspruch des einzelnen Menschen und benutzt das Wort »Demokratie« als todbringende Travestie. / José F. A. Oliver im Interview über die verfolgte türkische Journalistin Asli Erdogan

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Kurz berichtet
  • Man muss es als einen Paukenschlag bezeichnen, dass die neue Ausgabe der Werke und Briefe von Ingeborg Bachmann – die vom Bundeskanzleramt geförderte Salzburger Bachmann-Ausgabe – mit einem Band beginnt, der diesen Überlebenskampf einer Frau und Schriftstellerin, in den Mittelpunkt rückt, und zwar durch die Veröffentlichung von Texten „von sehr privatem Charakter aus dem gesperrten Teil des Nachlasses“, wie die Herausgeber, die Salzburger Germanisten Hans Höller und Irene Fussl, einräumen. / Der Standard
  • In einem Alter, da heute für viele das Smartphone die einzige Lesebühne ist, hatte er bereits eine erste Karriere als genialischer Lyriker absolviert. Als Neunzehnjähriger veröffentlichte Hamm, den viele nur als einflussreichen Literaturkritiker kennen, in den führenden Zeitschriften und Anthologien der Nachkriegszeit seine ersten Gedichte. / Michael Braun über Peter Hamm, der am 27.2. 80 wurde
  • Über die Veranstaltung „Die besten Lyrikdebüts 2016“ im „Haus für Poesie“ berichtet die Berliner Morgenpost
  • Das Literaturfestival „lit.Cologne“ hat Kapazitätsprobleme: Auf der Suche nach neuen Orten für neue Veranstaltungen findet sie im Ruhrgebiet zahlungskräftige Partner. Dass die bisher wenig für Literatur übrig hatten, soll nicht stören. / Mehr
  • Mit dem Programmtitel „Deutsch ist eine jüdische Sprache“ widmet sich die engagierte Gruppe „Leseschwarm“ dieses Mal jüdischen Autorinnen und Autoren. Am Mittwoch, 29. März, um 19 Uhr werden in Lorsch unter anderem Gedichte von Mascha Kaléko (1907-1975), Hilde Domin (1909 – 2006) und Rose Ausländer (1901-1988) vorgetragen. / Mehr
  • Der Aufgabenträger Transport for London (TfL) gab am Montag sechs neue Gedichte heraus, die in den kommenden vier Wochen in U-Bahn-Zügen der britischen Hauptstadt ausgehängt werden sollen. Die ausgewählten Gedichte haben einen internationalen Fokus. Drei der Autoren sind bekannte internationale Poeten des 20. Jahrhunderts: Salvatore Quasimodo aus Italien, Yehuda Amichai aus Israel sowie Mahmoud Darwish aus Palästina. Außerdem: William Shakespeare, W. H. Auden, Elizabeth Jennings / Zughalt.de

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Lyrikkalender

In Frankreich findet vom 4.-19. März zum 19. Mal der Printemps des Poètes (Frühling der Dichter) statt. Thema in diesem Jahr: Afrique(s). – Noch bis zum 5: März: StAnza 2017, Scotland’s International Poetry Festival. Vom 6.-31. März findet das Festival: Berlin statt. Der 6. März ist seit 2012 der Europäische Tag der Gerechten, gewidmet denen, die ihre moralische Verantwortung im Kampf gegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Totalitarismus wahrnahmen. 7. März: 7.-18.3. lit.Cologne. Am 7. März 1987 töten taiwanesische Soldaten im Lieyumassaker 19 unbewaffnete vietnamesische Flüchtlinge (Boat people). Am 8. März 1782 beim „Gnadenhütten-Massaker“ (Gnadenhutten, Ohio) erschlagen amerikanische Soldaten 96 christliche Indianer, die zwischen die Fronten des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges geraten sind. Der 8. März ist seit 1926 Internationaler Frauentag. Am 8. März 1010 vollendete der persische Dichter Firdusi sein Schahnameh (Buch der Könige). 10. März ist Gedenktag für den Aufstand in Tibet 1959.

Geburtstage haben am 4. März 1643: Franz Christoph Frankopan, kroatischer Lyriker, 1743: Salomone Fiorentino, italienisch-jüdischer Dichter, 1798: Sigurður Breiðfjörð, isländischer Dichter, 1819: Georg Zetter, Pseudonym: Friedrich Otte, elsässischer Dichter, 1862: Norman Gale, englischer Lyriker, 1869: Eugénio de Castro e Almeida, portugiesischer  Dichter, 1870: Thomas Sturge Moore, englischer Schriftsteller, 1873: Oskar Wiener, deutsch-tschechoslowakischer Schriftsteller, 1876: Léon-Paul Fargue, französischer Dichter, 1879: Josip Murn, slowenischer Lyriker, 1894: František Kubka, tschechischer Schriftsteller, 1901: Jean-Joseph Rabearivelo, madagassischer Dichter, 1927: Jacques Dupin, französischer Dichter, 1935: Edward Dębicki, ukrainisch-polnischer Dichter und Musiker, Roma, 1938: F. W. Bernstein, eigentlich Fritz Weigle, deutscher Lyriker, Grafiker und Satiriker, 1938: Kito Lorenc, sorbisch-deutscher Lyriker, 1949: Wolodymyr Mychailowytsch Iwasjuk, ukrainischer Musiker und Dichter, 1954: Irina Borissowna Ratuschinskaja, russische Dissidentin, Dichterin; am 5. März 1703Wassili Trediakowski, russischer Dichter,  1800: Georg Friedrich Daumer, Lyriker und Übersetzer (Hafis), von Brahms vertont, Erzieher von Kaspar Hauser, 1807: Karl August Timotheus Kahlert, schlesischer Dichter und Literaturhistoriker, 1871: Rosa Luxemburg, polnisch-deutsche Revolutionärin, 1888: Ramón Otero Pedrayo, spanisch-galicischer Schriftsteller, 1888: Friedrich Schnack, deutscher Dichter, 1895: Franz Richard Behrens, deutscher Expressionist, 1895: Fritz Usinger, deutscher Schriftsteller, 1901: Julian Przyboś, polnischer Dichter, 1922: Pier Paolo Pasolini, italienischer Filmregisseur und Dichter; am 6. März 1475: Michelangelo, italienischer Künstler und Dichter, 1495: Luigi Alamanni, italienischer Dichter, 1619: Cyrano de Bergerac, französischer Schriftsteller, 1663: Francis Atterbury, englischer Dichter, 1755: Jean-Pierre Claris de Florian, französischer Dichter, 1781: Ignaz Franz Castelli, österreichischer Dichter, 1806: Elizabeth Barrett Browning, britische Dichterin, 1839: Olegario Víctor Andrade, argentinischer Dichter, 1841: Viktor Burenin, russischer Schriftsteller, 1909: Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Aphoristiker, 1929: Günter Kunert, deutscher Schriftsteller; am 7. März 1601: Johann Michael Moscherosch, Barockschriftsteller, 1715: Ewald Christian von Kleist, deutscher Dichter, 1785: Alessandro Manzoni, italienischer Schriftsteller, 1799: František Ladislav Čelakovský, tschechischer Dichter, 1802: Ludwig Halirsch, österreichischer Dichter, 1864: Wilhelm Arent, deutscher Dichter, 1866: Paul Ernst, deutscher Schriftsteller, 1907: Manuel del Cabral, dominikanischer Schriftsteller („poesía negra“), 1909: Léo Malet, französischer Krimischriftsteller und Dichter, 1936: Georges Perec, französischer Schriftsteller, Oulipot, 1944: Jürgen Theobaldy, deutscher Schriftsteller, 1967: Muhsin al-Ramli, irakischer Dichter, Übersetzer aus dem Spanischen; am 8. März 1607: Johann Rist, deutscher Dichter, 1650: Hans von Assig, deutscher Dichter, 1830: João de Deus, portugiesischer Dichter, 1892: Juana de Ibarbourou, uruguayischer Dichter, 1916: Robert Wolfgang Schnell, Berliner Schriftsteller, 1917: Leslie Fiedler, amerikanischer Literaturwissenschaftler, 1921: József Romhányi, ungarischer Lyriker,  1921: Sahir Ludhianvi, indischer Dichter, 1922: Heinar Kipphardt, deutscher Schriftsteller, 1923: Walter Jens, deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller, 1931: Neil Postman, amerikanischer Theoretiker, am 9. März 1814: Taras Schewtschenko, ukrainischer Nationaldichter, 1856: Hermann Iseke, Eichsfelder Dichter, 1859: Peter Altenberg, österreichischer Schriftsteller, 1879: Agnes Miegel, deutsche Balladendichterin, begeisterte Anhängerin des Nationalsozialismus, 1883: Umberto Saba, italienischer Dichter, 1892: Josef Weinheber, österreichischer Lyriker, 1947: Keri Hulme, neuseeländische Dichterin,  1974: Marte Huke, norwegische Lyrikerin; am 10. März 1538: Gregor Bersman, lateinischer Dichter aus Sachsen, 1749: Lorenzo da Ponte, italienischer Dichter und Librettist (Hochzeit des Figaro, Don Giovanni, Cosi fan tutte), 1772: Friedrich Schlegel, deutscher Schriftsteller und Kritiker, 1788: Joseph von Eichendorff, deutscher Dichter, 1810: Samuel Ferguson, irischer Dichter, 1854: Arnošt Muka, sorbischer Schriftsteller, 1861: E. Pauline Johnson, kanadische Lyrikerin, 1886: Karl Bröger, deutscher Arbeiterdichter, 1920: Boris Vian, französischer Schriftsteller, 1923: Zdenka Bergrová, tschechische Dichterin, 1925: Manolis Anagnostakis, griechischer Dichter,  1933: Elizabeth Azcona Cranwell, argentinische Dichterin, 1936: Alfredo Zitarrosa, uruguayischer Sänger und Dichter, 1937: Dieter Schneider, DDR-Schlagertextdichter (Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß), 1967: Omer Tarin, englischsprachiger pakistanischer Dichter

Todestage am 4. März 1872: Johannes Carsten Hauch, dänischer Dichter und Physiker, 1872: Johann Friedrich Raeder, deutscher Kaufmann und Kirchenlieddichter, 1916: Franz Marc („Als der Blaue Reiter war gefallen“), 1963: William Carlos Williams, amerikanischer Schriftsteller („No idea but in things“), 1970: Rodolfo Moleiro, venezolanischer Lyriker, 1977: Anatol E. Baconsky, rumänischer Dichter, 2000: Jón úr Vör, eigentlich Jón Jónsson, isländischer Dichter, 2002: Margarete Neumann, DDR-Schriftstellerin, 2009: Carl Guesmer, deutscher Lyriker, 2014: Mark Freidkin, russischer Dichter, Sänger, Übersetzer; am 5. März 1926: Otto Ernst, deutscher Dichter, 1944: Max Jacob, französischer Dichter, 1953: Josef Stalin, Generalissimus, „Verdienter Mörder des Volkes (Brecht), 1962: Wendelin Überzwerch, Schüttelreimer, 1966: Anna Achmatowa, russische Dichterin, 2014: Leopoldo María Panero, spanischer Dichter, am 6. März 1888: Louisa May Alcott, amerikanische Schriftstellerin, 1912: Heinrich Kämpchen, Arbeiterdichter, am 7. März 322 v. Chr.: Aristoteles, 1553: Wolfgang Dachstein, deutscher Organist und Kirchenlieddichter, 1833: Rahel Varnhagen von Ense, deutsche Schriftstellerin, 1913: E. Pauline Johnson, kanadische Lyrikerin, 1922: Carl Ludwig Schleich, Arzt und Schriftsteller aus Pommern, 1934: Ernst Enno, estnischer Dichter, 1945: Adolf Bartels, völkischer und antisemitischer Schriftsteller und Literaturhistoriker, 1957: Wyndham Lewis, britischer Schriftsteller und Maler, Mitbegründer des Vortizismus, 1975: Michail Bachtin, sowjetrussischer Literaturwissenschaftler, 2014: Ned O’Gorman, amerikanischer Dichter, am 8. März 1841: Christoph August Tiedge, deutscher Dichter („Urania“), 1876: Louise Colet, französische Dichterin, 1890: Hermann Conradi, deutscher Schriftsteller, 1897: Friedrich Emil Rittershaus, deutscher Dichter, 1941: Sherwood Anderson, amerikanischer Schriftsteller, 1986: Hubert Fichte, deutscher Schriftsteller, am 9. März 1589: Paul Dolscius (Dölsch), deutscher Mediziner und Dichter, 1825: Anna Laetitia Barbauld,  britische Dichterin, 1831: Friedrich Maximilian Klinger, deutscher Dichter, 1892: Vita Sackville-West, englische Schriftstellerin, 1902: Hermann Allmers, norddeutscher Heimatdichter, 1918: Frank Wedekind, deutscher Schriftsteller, 1947: Jhaverchand Meghani, indischer Dichter (Gujarati), 1994: Charles Bukowski, amerikanischer Schriftsteller; am 10. März 1510: Johann Geiler von Kaysersberg, deutscher Prediger und Schriftsteller, 1819: Friedrich Heinrich Jacobi, deutscher Schriftsteller, 1861: Taras Schewtschenko, ukrainischer Dichter und Maler, 1897: Savitribai Phule, indische Dichterin,  1930: Misuzu Kaneko, japanische Dichterin, 1948: Zelda Fitzgerald, amerikanische Autorin und Tänzerin,  1966: Frank O’Connor, irischer Schriftsteller, 1977: Friedrich Schnack, deutscher Dichter

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Bücherbord

Neu im L&Poe-Regal:

  • Volker Braun: Handbibliothek der Unbehausten. Neue Gedichte. Berlin: Suhrkamp, 2016

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L&Poe Rückblende: März 2002

Viel Lob und ein wenig Kritik auch im März 2002. Peter Geist lobt Grünbein und Drawert. Michael Braun lobt Beyer. Alban Nicolai Herbst lobt Filips. Leipziger Volkszeitung lobt Kuhligk. Neue Zürcher lobt Ilma Rakusa. Wolf Biermann lobt Moses Rosenkranz aus Czernowicz. Kraus spottet über Hofmannsthal. Mosebach kritisiert Schlaffer. Außerdem New Nigerian Poetry, „Getürkte“ Lyrik und viel  mehr hier.

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Zum Schluß Hansjürgen Bulkowskis Poetopie

in der Nacht sehnlich den Schlaf erwartet – nichts gemerkt, als er dann kam

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